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Corona-Partys via Telegram: Wenn sich Leute lieber anstecken als impfen

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Von: Jasmin Pospiech

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Menschen treffen sich in Gruppen, um sich mit allen Mitteln mit Corona zu infizieren. Das Ziel: zu genesen, um sich nicht impfen lassen zu müssen.

München – Was für manche nach Harakiri klingt, passiert tatsächlich überall in Deutschland: Menschen verabreden sich über soziale Netzwerke zu sogenannten Corona-Partys. Mit der Intention, sich bewusst mit dem Virus anzustecken. Aus verschiedenen Gründen wollen sie sich nicht impfen lassen und riskieren stattdessen, sich mit Corona zu infizieren. Wenn sie genesen, bilden sie genug Antikörper und sind gegen das Virus geschützt, so die Annahme.

Corona-Partys via Telegram: Wenn sich Leute lieber anstecken als impfen

Viele haben Angst vor der Impfung und möglichen Nebenwirkungen. Andere wiederum vertrauen der Politik, Wissenschaftlern, Medien oder den Impfstoffherstellern nicht. Stattdessen kommen ihnen die „alternativen Informationen“ auf Telegram, einem Instant-Messaging-Dienst, der in Russland entwickelt und 2013 gegründet wurde, plausibler vor. Dort werden auch Impfskeptikern und -gegnern in Chats gezielte Treffen mit Infizierten vorgeschlagen, um krank zu werden und zu genesen. Sie sehen dies als einzigen Ausweg, um weiterhin am öffentlichen Leben teilzunehmen.

Tanzende Menschenmenge (Symbolbild)
Treffen und sich gemeinsam anstecken: Corona-Partys werden immer beliebter. (Symbolbild) © agefotostock/Imago

Schließlich gelten im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes unabhängig von der Inzidenz 2G-Zugangsregelungen für den Einzelhandel (mit Ausnahme von Geschäften des täglichen Bedarfs) sowie für Einrichtungen und Veranstaltungen aus Freizeit und Kultur, wie zum Beispiel Kinos, Theater und Gaststätten. Während bekannt wurde, dass manche Impfgegner bereits Impfpässe fälschen, um in Bars, Restaurants und Klubs zu kommen, gehen andere einen Schritt weiter. Sie wollen sich absichtlich anstecken, um schließlich wieder unter die 2G-Regel zu fallen.

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Corona-Partys über Telegram: Nicht immer klappt eine Infektion

Manche Telegram-User nehmen für diese zweifelhaften Treffen auch lange Fahrtwege auf sich oder bezahlen sogar, um an ihnen teilnehmen zu dürfen. Darüber hinaus sollen die User in den Chats untereinander Erfahrungen und Informationen austauschen, wie man sich am besten ansteckt. Oftmals geht es darum, sich auf engem Raum zu treffen, zum Beispiel in einem Auto und sich gegenseitig anzuhusten.

Andere wiederum nehmen ein normales Wattestäbchen. Ein Infizierter macht damit einen Abstrich und steckt es sich selbst in die Nase. Anschließend macht man einen Corona-Test und hofft auf ein positives Ergebnis. Ob man allerdings wirklich krank wird, bleibt dagegen unklar. Andere wiederum raten über Telegram, den gleichen Löffel zu benutzen oder aus demselben Glas eines Infizierten zu trinken.

Ob das ebenfalls hilft, darüber erzählen die wenigsten auf Telegram und die es tun, haben gemischte Erfahrungen. Einige von ihnen, die trotz aller Mühen danach einen negativen Test haben, zeigen sich oftmals enttäuscht. Die Gefahr für einen schweren Verlauf nehmen sie in Kauf – zu groß ist die Angst vor dem Piks und seine eventuellen Folgen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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