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Coronapatienten auf Intensivstation: 9 von 10 sind nicht geimpft

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Von: Kristina Wagenlehner

Mit zunehmenden Coronafallzahlen füllen sich auch wieder die Intensivstationen in Krankenhäusern. Eingeliefert werden fast nur Ungeimpfte.

Köln – Seit Wochen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder an. Das merken auch die Krankenhäuser, wie Prof. Bernd Böttinger sagt. Der Direktor der Klinik für Anästesiologie und operative Intensivmedizin an der Uniklinik Köln nennt dies ein Warnsignal, das nicht unterschätzt werden sollte.

Coronapatienten auf Intensivstation: Die aktuelle Lage

Laut der offiziellen Datenerfassung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung (DIVI) liegen derzeit (Stand 9. September 2021) 1.395 Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland, 733 davon werden beatmet. Vor einem Jahr waren es laut DIVI „nur“ etwa 225 (Stand 09. September 2020). Für Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, ist das ein Zeichen, dass die Impfung noch nicht die Richtigen erreicht habe, wie er im Gespräch mit Focus Online sagt.Insbesondere, da die Zahl der betreibbaren Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit zurückgeht.*

Coronapatienten auf Intensivstation: Wer ist am meisten betroffen?

Die Corona-Patienten, die während der ersten Welle auf den Intensivstationen lagen, waren im Schnitt 60 Jahre und älter. Heute sieht die Lage anders aus. Sie trifft vor allem die Jüngeren. Böttinger sagt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Das durchschnittliche Alter liegt inzwischen bei knapp über 30 Jahren und praktisch alle Corona-Intensiv-Patientinnen-und-Patienten sind ungeimpft und/oder immunsuprrimiert.“

Diese Aussage deckt sich mit der von Uwe Janssens: „Rund 90 Prozent der Intensivpatienten sind nicht geimpft, das betrifft vor allem die Jüngeren. Bei den älteren Patienten handelt es sich oft um Durchbruchinfektionen, sie erkranken also trotz Impfung. Auch deshalb ist es so wichtig, die Infektionsketten zu unterbrechen, damit es in den Risikogruppen, also den Älteren, nicht zu diesen Durchbrüchen kommt. Denn – das muss noch mal klar gesagt werden – Delta ist nicht nur deutlich ansteckender, sondern auch deutlich pathogener, führt also zu schwereren Krankheitsverläufen.“

Coronapatienten auf Intensivstation: Das „Geschenk Impfung“ annehmen

Die Wirksamkeit der Impfung zeigt schon allein die Tatsache, dass fast alle Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, ungeimpft sind. Sie schütze nämlich nicht nur vor Ansteckung, sondern auch vor schweren Verläufen. Das haben uns, laut Janssens, die Briten mit vielen Statistiken und Studien vorgerechnet. „Jeder, der noch nicht geimpft ist, sollte dieses wunderbare Geschenk der Impfung annehmen – nicht nur um sich, sondern auch um andere zu schützen, aus Solidarität zu anderen Menschen“, so Janssens.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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