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Covid-19: Chefvirologe gibt Entwarnung – naht die Endemie?

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Von: Jasmin Pospiech

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Experten empfehlen wiederholt, sich im Kampf gegen Omikron boostern zu lassen. Der Pfizer-Chef sagt sogar eine vierte Impfung voraus. Ist sie wirklich nötig?

Essen – Omikron ist hierzulande mächtig auf dem Vormarsch. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter einer Berufung einer Hochrechnung jetzt mitteilt, sollen sich bis Mitte März über die Hälfte der Menschen in Europa mit Omikron infiziert haben. Viele Virologen sehen das kritisch und glauben, dass eine Welle von West nach Ost zusätzlich zum Anstieg der Delta-Zahlen auf uns zukommt.

Covid-19: Chefvirologe gibt Entwarnung – naht die Endemie?

Immer wieder ist zu hören, dass Omikron ansteckender ist als andere Varianten. Um einen ausreichenden Schutz vor einer Infektion zu gewähren, raten Virologen dazu, sich boostern zu lassen. Nun hat der Pfizer-Chef Albert Bourla eine Prognose abgegeben: Er geht sogar davon aus, dass es künftig notwendig ist, sich gegen Corona jedes Jahr eine Auffrischimpfung geben lassen zu müssen. Kommt also bald die vierte Impfung auf uns zu?

Grafische Darstellung des Coronavirus. (Symbolbild)
So sieht das Virus der Omikron-Variante unter dem Mikroskop aus. (Symbolbild) © Imago

Der Essener Chefvirologe Ulf Dittmer sieht das gespalten. „Es gibt evolutionär keinen Weg zurück zu einem tödlicheren Virus“, erklärt der Mediziner im Videocast “19 – die Chefvisite“. Damit bezieht er sich darauf, dass Omikron Forschern zufolge milder verlaufen soll als andere Corona-Mutationen. Doch was bedeutet das?

Covid-19: Chefvirologe gibt Entwarnung – Omikron weniger ansteckend

Dittmer erklärt das folgendermaßen: Omikron setze sich im Gegensatz zur Delta-Variante nicht in der tiefen Lunge, sondern in den oberen Atemwegen fest. Dadurch könne sich das Virus leichter und schneller verbreiten. Infolgedessen würden sich oftmals auch Geimpfte mit Omikron anstecken. Allerdings sorgt es bei dieser Gruppe auch für weniger schwere Krankheitsverläufe. Die vereinzelten Komplikationen, die bei Omikron noch auftauchen, würden fast ausschließlich Ungeimpfte treffen, heißt es weiter.

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Verliert Omikron in der Bevölkerung, die mehrheitlich geimpft ist, damit an Schrecken und wird bald mit der Grippe gleichgesetzt werden?

Covid-19: Chefvirologe gibt Entwarnung – Omikron genauso behandeln wie Grippe?

Dittmer ist sich sicher: „Delta war ein absolut tödliches Virus und sicherlich die schlimmste Variante, die wir in dieser Pandemie gehabt haben.“ Daher ist er nicht davon überzeugt, sich vorsichtshalber ein viertes Mal impfen zu lassen. „Wir sind auf dem Weg in die Endemie. Das ist relativ klar“, erklärt der Chefvirologe. Stattdessen sei eine Impfung ihm zufolge nur sinnvoll, wenn die Impfstoffe konkret an Omikron angepasst würden.

Dennoch sollte man beide Virenerkrankungen nicht unterschätzen, warnt er. Schließlich seien auch bei heftigen Grippewellen in den vergangenen Jahren viele Menschen gestorben. Wie auch bei der Grippeimpfung empfiehlt er diese insbesondere Risikogruppen, die sich damit vor dem nächsten Winter und damit einer neuen Welle schützen sollten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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