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Darmkrebs: Immer mehr junge Menschen sind betroffen

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Von: Laura Knops

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Vor allem bei den unter 30-Jährigen nehmen die Darmkrebsfälle deutlich zu. Eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung könnten das Risiko jedoch senken.

Rotterdam (Niederlande) – Darmkrebs zählt hierzulande zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Erwachsenen. Jährlich erkranken rund 65.000 Menschen an einem bösartigen Tumor, etwa 25.000 Patienten sterben jedes Jahr an den Folgen der Krankheit. Neben der erblichen Vorbelastung galt bisher vor allem das Alter als größter Risikofaktor für eine Krebserkrankung. Doch die Diagnose Darmkrebs scheint immer häufiger auch junge Menschen zu treffen – gerade in den letzten Jahren stieg die Zahl der jüngeren Erwachsenen unter 50 Jahren mit Darmkrebs deutlich an. Die Ursachen dafür lassen sich bisher nur schwer ausmachen. Ist möglicherweise unsere Ernährung schuld?

Darmkrebs: Ist zu viel Zucker Schuld? Immer mehr junge Menschen sind betroffen

Darmkrebs gilt als Krebs, der vor allem ältere Menschen betrifft. Doch obwohl die Zahl der von Darmkrebs Betroffenen ab 50 Jahren abnimmt, ist bei den Jüngeren seit einigen Jahren ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Denn Darmkrebs wird zunehmend auch bei jungen Menschen diagnostiziert. Das ist das Ergebnis einer niederländischen Studie, die im Fachmagazin „Gut“ veröffentlicht wurde.

Eine junge Frau trinkt aus einem Plastikbecher Limonade (Symbolbild).
Zuckerhaltige Getränke wie Softdrinks könnten bei der Entstehung von Darmkrebs eine Rolle spielen (Symbolbild). © Westend61/Imago

Die Forscher analysierten im Rahmen ihrer Studie erstmals das Vorkommen von Darmkrebs bei 20- bis 49-Jährigen aus 20 verschiedenen europäischen Ländern. Dazu untersuchten sie die Daten von rund 143 Millionen Menschen. Während bei älteren Menschen die Darmkrebsdiagnosen zurückgehen, sieht es bei den jüngeren Menschen ganz anders aus: Je jünger die Betroffenen sind, desto höher ist der prozentuale Anstieg der Darmkrebshäufigkeit. So stieg die Zahl der Krebsfälle gerade bei den 20 bis 30-Jährigen enorm an. Warum jedoch immer mehr junge Menschen an Darmkrebs erkranken, ist bisher noch fraglich.

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Darmkrebs: Veränderte Lebensgewohnheiten beeinflussen die Darmgesundheit

In der Altersgruppe der 20 bis 30-Jährigen war Darmkrebs bisher kaum ein Thema – abgesehen von einzelnen Fällen mit einer genetischen oder familiären Vorbelastung. Doch eine familiäre Prädisposition kann den Anstieg der Krebserkrankungen um fast acht Prozent innerhalb weniger Jahre kaum erklären.

Über die Ursachen weiß man bisher noch wenig. Die Studienautoren sehen jedoch veränderte Lebens- und Ernährungsstile, die mit einer ungesunden Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel zusammenhängen, als mögliche Gründe. Schon frühere Studien haben gezeigt, dass Ernährungsfaktoren wie ein hoher Fleischkonsum, Fast Food und verarbeitete Lebensmittel, aber auch Tabak und Alkohol dem Darm schaden. Zudem scheint die Aufnahme von Zucker – und insbesondere der Genuss zuckerhaltiger Getränke wie Softdrinks in der Jugend – eine große Rolle zu spielen.

Darmkrebs: Zu viel Zucker als mögliche Ursache?

Welchen Einfluss Zucker auf die Darmgesundheit hat, haben Wissenschaftler im Rahmen der „Nurses Health Study II“ bei über 10.000 Krankenschwestern in über 20 Jahren untersucht. Es zeigte sich: Frauen, die bereits im frühen Alter zuckerhaltige Getränke zu sich nahmen, litten später doppelt so oft an Darmkrebs wie Frauen, die keine oder nur wenige Softdrinks tranken. Eine ungesunde Ernährung mit viel Zucker könnte also zur Entwicklung von Krebsvorstufen im Darm beitragen – gerade wenn frische Lebensmittel mit Vitaminen, Antioxidantien und für den Darm unverzichtbare Ballaststoffen verdrängt werden. Doch wie lässt sich nun das Risiko verringern?

Darmkrebs: Stuhluntersuchungen und Darmspiegelungen zeigen ihre Wirkung

Den Rückgang der Krebsdiagnosen bei Älteren erklären sich Experten vor allem durch die hohe Zahl an Vorsorgeuntersuchungen. So lassen sich viele Darmkrebsfälle durch Kassenleistungen wie Stuhluntersuchungen und Darmspiegelungen ab einem Alter von 50 Jahren bereits früh erkennen.

Wissenschaftler empfehlen daher, die aktuellen Entwicklungen weiter zu beobachten – und gegebenenfalls die Leitlinien für Vorsorgeuntersuchungen anzupassen. Denn je früher der Krebs erkannt wird, desto besser stehen für Betroffene die Heilungschancen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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