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Depressionen: Bald über den Bluttest feststellbar

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Von: Jennifer Köllen

Oberseiten von Blutproben, die getestet und analysiert werden. (Symbolbild)
Depressionen: Bald könnten sie über einen Bluttest festgestellt werden. (Symbolbild) © Medicimage/Imago

Neue Forschungsergebnisse zu Depressionen: Bald können Sie sich die Diagnose per Bluttest beim Arzt holen –  und es gibt Aussicht auf neue Medikamente.

Kiel –  Depressionen gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten. In Deutschland erhalten pro Jahr ganze 5,9 Millionen Menschen diese Diagnose, sagt die „Deutsche Depressionshilfe“. Obwohl Betroffene in ihrer Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt sind, werden Depressionen hinsichtlich ihrer Schwere immer noch unterschätzt. Schließlich lässt sich eine Depression nicht so offensichtlich und einfach diagnostizieren wie eine Grippe. Doch das könnte sich bald ändern.

Depressionen: Wissenschaftlern gelingt großer Schritt in der Forschung und macht Betroffenen Hoffnung

Trotz umfangreicher Forschung hatte man bisher nicht wirklich verstanden, was biologisch während einer Depression im Körper abläuft. Doch jetzt hat die Medizinische Fakultät der Universität Kiel einen Vorstoß in der Depressionsforschung gemacht: Das Forscherteam um Helena Zacharias, Professorin für Klinische Metabolomics, konnte einen Biomarker im Blut von Betroffenen finden. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Molecular Psychiatry veröffentlicht.

Die Forscher untersuchten den Metabolom – die Gesamtheit aller charakteristischen Stoffwechsel-Eigenschaften einer Zelle. Und stießen auf klare Unterschiede bei der Analyse der Blutproben von depressiven und nicht-depressiven Personen. Das Ergebnis: Menschen mit Depressionen wiesen einen niedrigeren Laurylcarnitin-Spiegel auf als Menschen ohne die Erkrankung. Und das bedeutet: Schon bald könnte sich eine Depression beim Arzt über einen normalen Bluttest feststellen lassen.

Depressionen: Durch die neuen Erkenntnisse sind nicht nur neue Therapiemethoden möglich

Für Betroffene ist dieses Forschungsergebnis wichtiger, als viele vermutlich glauben. Denn durch diese Erkenntnis könnten Betroffene in Zukunft einen stichfesten Beweis für ihre Erkrankung haben. Gedruckt auf Papier. Das könnte sie dazu bringen, ihre Erkrankung schneller zu akzeptieren und sich Hilfe zu holen – Depressionen werden sowohl mit Antidepressiva als auch mit Psychotherapien behandelt. Eine schnellere Therapie könnte die Selbstmordraten senken.

Außerdem könnten durch weitere Forschungen auch neue Medikamente entwickelt werden, die gegen Depressionen helfen*. Denn welche Rolle Laurylcarnitin bei Depressionen genau hat, ist noch nicht klar. „Zukünftige Studien könnten hier ansetzen und die kausalen Zusammenhänge zwischen Depression und Laurylcarnitin untersuchen, um zu prüfen, ob Laurylcarnitin ein Ziel für neue Therapien sein könnte“, sagt Zacharias.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden

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