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Diabetes: Symptome, Ursachen und Folgen der Zuckerkrankheit

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Diabetes mellitus als Typ 1 oder Typ 2 ist eine gefährliche Stoffwechselerkrankung. Ohne Therapie ist das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt sehr hoch.

Jedes Jahr erhalten über 500.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Diabetes mellitus. Diese Stoffwechselerkrankung, bei der das Hormon Insulin eine entscheidende Rolle spielt, gilt als eine der gefährlichsten Volkskrankheiten. Schätzungen zufolge sind sieben bis acht Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes erkrankt. Wird Diabetes nicht behandelt, kann es zu irreversiblen Schäden an Augen, Nieren und Nerven kommen. Auch Amputationen, beispielsweise das sogenannte Diabetes-Fußsyndrom, sind häufig Spätfolgen der Zuckerkrankheit. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, ist für Patienten mit Diabetes dreimal so hoch als bei Nicht-Diabetikern. Auch die Lebenserwartung verkürzt sich bei Menschen mit Diabetes: bei Frauen mit Typ-1-Diabetes um etwa 13 Jahre, bei Männern um ca. elf Jahre.

Diabetes: Symptome der Zuckerkrankheit

Eine Frau spritzt sich Insulin in eine Bauchfalte. (Symbolbild)
Bei Diabetes müssen sich viele Betroffene das Hormon Insulin über die Haut spritzen. (Symbolbild). © Gero Breloer/dpa

Um Diabetes zu verstehen, hilft es, auf einen wichtigen Vorgang im Körper zu blicken: Nimmt ein gesunder Mensch eine Mahlzeit zu sich, steigt automatisch der Blutzuckerspiegel. Normalerweise schüttet der Körper das Hormon Insulin aus, das in der Bauchspeicheldrüse von Betazellen produziert wird. Es sorgt dafür, dass der Blutzucker von den Körperzellen aufgenommen wird. So wird er im Körper verteilt und der Blutzuckerspiegel sinkt.

Bei Menschen mit Diabetes funktioniert dieser Prozess nicht richtig. Sowohl bei Typ 1 als auch bei Typ 2 kann der Körper den Blutzuckerspiegel nicht mehr steuern. Der Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Die Abwehrkräfte des Körpers sind bei Erkrankten falsch gesteuert: Sie greifen die Betazellen der Bauchspeicheldrüse an. Sie werden zerstört und können folglich kein Insulin mehr herstellen. Ab einem bestimmten, niedrigen Insulinwert spricht man von einer Diabeteserkrankung. 

Diabetes Typ 2: Stoffwechselkrankheit durch Insulin-Resistenz

Diabetes Typ 2 ist die weiter verbreitete Erkrankung – 90 Prozent aller Diabetes-Patienten sind von diesem Typ betroffen. Es handelt sich dabei nicht um eine Autoimmun-, sondern eine Stoffwechselerkrankung. Ausgelöst wird sie zumeist im höheren Alter. Wer an Diabetes Typ 2 erkrankt, produziert zwar noch genügend Insulin in der Bauchspeicheldrüse – dieses hat in den Organen aber eine schwächere Wirkung. Man spricht von einer Insulin-Resistenz. Immer mehr Insulin muss produziert werden. Die Bauchspeicheldrüse kommt jedoch nicht mehr nach.

Ein weiterer Diabetes-Typ ist die Schwangerschaftsdiabetes. Häufig wird diese Stoffwechselerkrankung durch den schwankenden Hormonhaushalt ausgelöst. Er muss unbedingt behandelt werden, verschwindet aber in der Regel nach der Schwangerschaft wieder.

Diabetes Typ 1: Ursachen und Auslöser der Autoimmunerkrankung

Es ist noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt, wieso manche Menschen an Diabetes Typ 1 erkranken. Klar ist allerdings, dass es sogenannte Risikogene gibt, die vererblich sind. Sie lösen Diabetes aber nicht von alleine aus. Es sind äußerliche Faktoren, die für den Ausbruch verantwortlich gemacht werden: Das können Viruserkrankungen sein, die Ernährung oder Umweltfaktoren wie Vergiftungen durch Chemikalien.

In den meisten Fällen wird die Diagnose von Typ-1-Diabetes im Kindes- oder Jugendalter gestellt – deswegen nennt sich dieser Typ auch „juvenile“ Diabetes. Aber auch bei Erwachsenen kann Diabetes Typ 1 neu auftreten. Jährlich erkranken um die 4.000 Erwachsene und bis zu 10.000 Kinder an Typ 1. 

Diabetes Typ 2: Ursachen für die Stoffwechselerkrankung und Insulinresistenz

Während Diabetes Typ 1 oft bereits im Kindesalter auftritt, betrifft Typ 2 zum Großteil Ältere. In den letzten Jahren wurden aber auch bei jüngeren Menschen mehr Typ-2-Diabetes-Fälle bekannt. Auslöser dieser Diabetes sind in der Regel eine ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung, wobei auch hier oft eine erbliche Veranlagung die Erkrankung begünstigt.

Studien zufolge sind etwa 80 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes übergewichtig. Warum genau das Körpergewicht zu einer Insulinresistenz führt, ist bisher nicht geklärt. Eine mögliche Erklärung ist, dass sich Fettzellen bei Übergewicht verändern und andere Botenstoffe freisetzen. Das könnte die Insulinwirkung schwächen.

Es gibt einige Risikofaktoren für Diabetes Typ 2, die Sie möglichst vermeiden sollten: 

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Diabetes Typ 1 und Typ 2 und ihre gemeinsamen Symptome

Beide Diabetes-Typen haben folgende Symptome:

Diabetes-Diagnose: Typ 1 und 2 erkennen

Sollte bei Ihnen Verdacht auf Diabetes bestehen, fragen die behandelnden Ärzte als erstes nach Ihren Symptomen, weiteren Krankheiten und Diabetes-Fällen in Ihrer engeren Familie, um eine Diagnose stellen zu können.

Ein für die Diagnose wichtiger Test ist die Blutzuckermessung. Weil Sie natürlicherweise im Verlauf des Tages einen unterschiedlichen Blutzuckerwert haben, wird Ihnen zu verschiedenen Uhrzeiten Blut abgenommen. Im Labor wird der Blutzuckerwert bestimmt. Dabei wird auch der sogenannte HbA1c-Wert getestet: Dieser Wert verrät, wie hoch Ihr Blutzucker in den letzten Monaten im Durchschnitt war. HbA1c ist ein wichtiger Laborwert bei Diabetes. Er ermöglicht es, Rückschlüsse auf die Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zwölf Wochen ziehen zu können. Der HbA1c-Wert liegt bei Gesunden um die 30 mmol/mol oder bei etwa fünf Prozent. Das heißt, dass etwa fünf Prozent der Hämoglobinmoleküle im Blut „verzuckert“ sind. Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 liegt ein pathogener Wert von über 6,5 Prozent vor. 

Um zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2 zu unterscheiden, können Ärzte auf Antikörper testen. Ihr Blut wird dann auf Antikörper untersucht, die bei Typ-1-Diabetes in der Bauchspeicheldrüse vorkommen. Diese Tests werden auch zur Früherkennung durchgeführt, bevor erste Symptome ausbrechen.

Diabetes und seine Folgen: Schlaganfall, Herzinfarkt, Fußamputation, Nierenschaden, Sehstörung

Bei Verdacht auf Diabetes, sollten Sie sich unbedingt an Ihren Arzt wenden. Denn: Die Folgen der Krankheit können gravierend sein. Insbesondere dann, wenn der Körper über Jahre überzuckert ist, leiden Nerven und Organe darunter. Diabetes ist eine fortschreitende Erkrankung, die im Laufe des Lebens den Körper immer weiter angreift und Schaden anrichtet:

Diagnose Diabetes Typ 1 – Was tun?

Diabetes Typ 1 ist bisher noch nicht heilbar. Da Ihre Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produziert, müssen Diabetiker mit Typ 1 sich je nach ihren Blutzuckerwerten Insulin spritzen. Mehrmals am Tag messen Sie Ihren Blutzuckerspiegel: vor Mahlzeiten, vorm Sport, vorm Schlafengehen oder wenn sie sich ungut fühlen. Die Werte verraten Ihnen, ob Sie unter- oder überzuckert sind und lassen Sie berechnen, wie viel Insulin Sie sich spritzen müssen. 

Als Diabetes-Typ-1-Patient dürfen Sie in der Regel ganz normales, gesundes Essen zu sich nehmen. Allerdings müssen Sie vor dem Essen die Kohlenhydrate in Ihrem Essen berechnen. So ermitteln Sie, welche Insulinmenge benötigt wird. Von Apps über Tabellen mit Richtwerten: Ihr Arzt gibt Ihnen Auskunft, wie Ihnen das Berechnen leicht fällt. Für viele Menschen mit Diabetes wird es im Laufe der Jahre zur Routine.

Diabetes Typ 2 – Welche Behandlung ist sinnvoll?

Die Diabetes-Typ-2-Behandlung verläuft in verschiedenen Stufen. Ziel der Behandlung ist es, den hbA1c-Wert zu senken. Um die schwerwiegenden Folgeerkrankungen zu vermeiden, sollten Sie sich streng an die Empfehlungen Ihres Arztes halten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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