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Diagnose Lungenkrebs: Rauchstopp verlängert das Leben um fast zwei Jahre

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Von: Kristina Wagenlehner

Ein Mann bekommt eine Zigarette angeboten und lehnt ab. (Symbolbild)
Selbst nach der Diagnose Lungenkrebs lohnt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören. (Symbolbild) © Nomad Soul/Imago

Wenn ein Raucher nach der Diagnose „nicht-kleinzelliger Lungenkrebs“ mit dem Rauchen aufhört, lebt er fast zwei Jahre Länger. So die Ergebnisse einer Studie.

Lyon – Einen der wichtigsten Risikofaktoren von Lungenkrebs ist das Rauchen. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum erkrankt jeder zehnte Raucher an Lungenkrebs, wobei auch eine Rolle spielt, wie viel die Person raucht. Doch nicht nur der Lunge und den Atemwegen schadet das Rauchen, es hat auch Auswirkungen auf Allergien. Nur ein paar, von unzähligen Gründen, warum vermutlich jeder Raucher schon einmal die Sucht beenden wollte.

Diagnose Lungenkrebs: Jeder Zweite schafft den Rauchstopp

Was interessant ist: Raucher und Raucherinnen schaffen es nach der Diagnose Lungenkrebs deutlich häufiger mit dem Rauchen aufzuhören als ohne Erkrankung. Das ergab eine russische Studie. So schafften es 44,5 Prozent der Patienten und Studienteilnehmer nach der Diagnose „nicht-kleinzelliger Lungenkrebs“ mit dem Rauchen aufzuhören. In anderen Rauchstopprogrammen schafft es oft nicht mal jede oder jeder Zehnte. Dass der Rauchstopp selbst nach einer Diagnose das Leben verlängern kann, haben Forscher aus dem Team um Paul Brennan der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon herausgefunden.

Diagnose Lungenkrebs: Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung 

Die Forscher in Lyon hatten die Patienten im Durchschnitt über sieben Jahre regelmäßig zu ihren Lebensgewohnheiten und zum Verlauf ihrer Erkrankung befragt. Am Ende der Studie waren über die Hälfte der 517 Patienten an Lungenkrebs verstorben. Geht man davon aus, dass das Rauchen den Lungenkrebs verursachte, kam der Rauchstopp für die meisten Patienten zu spät, um ihr Leben zu retten. Nach der Diagnose Lungenkrebs geht es oft nur noch um Zeit.* Trotzdem könnte der Rauchstopp, laut Autoren, sinnvoll gewesen sein.

Diagnose Lungenkrebs: Nach Rauchstopp lebten Patienten fast zwei Jahre länger

Die meisten Patien­ten hörten innerhalb der ersten drei Monate nach der Diagnose auf zu rauchen und blieben bis zum Studienende Nichtraucher. Nachdem der Tumor operativ entfernt wurde, könnte der Rauchstopp für die Erholung und den Verlauf der Erkrankung positiv gewesen sein. Das lassen zumindest die Überlebenszahlen vermuten. Patienten, die das Rauchen aufgaben, lebten am Ende noch 6,6 Jahre und damit fast zwei Jahre (genau: 21,6 Monate) länger, als jene, die weiter rauchten.

Auch die Überlebensrate war höher und die Zeitspanne bis zu einem Rückfall länger. Für Brennan ist, laut Ärztezeitung, der Rauchstopp deutlich mehr als ein „sinnvoller Nutzen“: Der Rauchstopp könnte bei Lungenkrebspatienten sogar einen größeren Nutzen haben als die meisten Krebs­behandlungen. Allerdings ist in Beobachtungsstudien wie dieser das Problem, dass nicht überprüft werden kann, ob ein Rauchstopp bei jeder Person den gleichen Effekt hat. Das funktioniere nur, wenn dieselbe Person ein weiteres Leben hätte. Dann könnte man den genauen Effekt des Rauchstopps analysieren.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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