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Endometriose: Was gegen starke Regelbeschwerden hilft

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine Frau in Jeans und rosefarbenem T-Shirt greift sich an den Unterleib (Symbolbild)
Bei Endometriose kommt es häufig zu starken Schmerzen vor und während der Periode (Symbolbild) © Sven Simon/Imago

Eine Endometriose ist eine mit starken Schmerzen verbundene und häufig chronisch verlaufende Unterleibserkrankung bei Frauen. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Berlin – Einige Betroffene haben starke Schmerzen während der Periode, andere bleiben über eine längere Zeit kinderlos oder spüren gar nichts: Endometriose äußert sich ganz unterschiedlich, weshalb die Krankheit oft lange Zeit unerkannt bleibt. Die Beschwerden können bereits ab der ersten Periode auftreten, die meisten Frauen sind jedoch im Alter von 35 bis 45 Jahren betroffen. Wie die Krankheit behandelt wird, hängt vom Ausmaß der Symptome ab.

Endometriose: Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Endometriose ist eine häufige Erkrankung. Genaue Zahlen sind zwar nicht bekannt, das Bundesgesundheitsministerium geht aber davon aus, dass bei bis zu 50 Prozent der Frauen mit starken Regelbeschwerden, eine Endometriose dahintersteckt. Bei der Erkrankung siedelt sich Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter an, etwa im Becken, am Eierstock, an der Blase oder am Darm. Oft bilden diese Wucherungen Zysten, Entzündungen und Vernarbungen, was vor allem während der Regelblutung zu starken Schmerzen führen kann. Bei anderen Betroffenen bleiben diese Endometrioseherde dagegen völlig unbemerkt.

Da die Symptome ganz unterschiedlich sein können, dauert es oft lange, bis die Krankheit diagnostiziert wird. Oft glauben Betroffene auch, die starken Schmerzen seien normal oder werden von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt nicht ernst genommen. Mögliche Beschwerden bei Endometriose sind:

Leitsymptom der Krankheit ist der charakteristische Unterleibsschmerz, der oft im Verlauf des Zyklus stärker wird. Hintergrund ist, dass die Endometrioseherde, wie auch die Gebärmutterschleimhaut, durch die weiblichen Geschlechtshormone wachsen. Am Ende des Zyklus können sie, anders als die Gebärmutterschleimhaut, aber nicht abfließen. Es kommt zu Entzündungen, Verklebungen und Zysten.

Die Schmerzen belasten Betroffene oft sehr und schränken sie im Alltag stark ein. Aktivitäten wie Sport, Arbeiten oder auch Freunde treffen fällt ihnen dann meist über Tage hinweg schwer. Nicht immer haben Mitmenschen im Umfeld dafür Verständnis. Im schlimmsten Fall droht soziale Isolation.

Endometriose: Was hilft gegen die Beschwerden?

Eine Endometriose, die keine Beschwerden verursacht und nicht schlimmer wird, muss meist nicht behandelt werden. Leiden Betroffene aber körperlich und seelisch unter den Symptomen oder bleibt eine gewünschte Schwangerschaft aus, kommen verschiedene Therapien infrage. Sie richten sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild, nach dem Alter der Frau und ob noch ein Kinderwunsch besteht oder nicht.

Eine gezielte Behandlung, die die Krankheit heilen könnte, gibt es zwar nicht. Hormonelle Mittel können aber verhindern, dass die Endometrioseherde weiterwachsen. Da sie auch den Eisprung und die Monatsblutung unterdrücken, sind sie für Frauen, die schwanger werden wollen, allerdings nicht geeignet.

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist eine kleine Operation, eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Bei dieser Methode werden die Endometrioseherde unter Vollnarkose entfernt, was die Schmerzen deutlich lindern kann. Möglicherweise wirkt sich der Eingriff auch positiv auf die Fruchtbarkeit aus, wissenschaftlich belegt ist das bisher allerdings nicht. Bei Frauen, deren Familienplanung abgeschlossen ist, kann je nach Befund, auch die Entfernung der Eileiter/Eierstöcke sowie der Gebärmutter infrage kommen. Sie sollte aber immer als letzte Option in Erwägung gezogen werden.

Endometriose: Warum Austausch wichtig ist

Eine schwedische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Endometriose-Betroffene, verglichen zur Allgemeinbevölkerung, ein höheres Risiko für Depressionen, Angststörungen, stressbezogene Erkrankungen, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit und ADHS aufweisen. Im Umkehrschluss fanden die Wissenschaftler heraus, dass Frauen mit diesen Erkrankungen ein größeres Risiko haben, im Laufe ihres Lebens an Endometriose zu erkranken. Der Austausch mit verständnisvollen Menschen und gegebenenfalls professsionelle Hilfe durch eine Therapeutin oder einen Therapeuten sind deshalb besonders wichtig und sollten ebenfalls Teil der Endometriose-Therapie sein.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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