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Enzephalitis: Deshalb ist bei einer Gehirnentzündung schnelles Handeln wichtig

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Von: Christine Pander

Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, sprachliche Ausfälle: Eine Hirnentzündung kann sich durch verschiedene Warnsignale zeigen und sie kann viele Ursachen haben. Zeit ist Hirn, lautet die Devise.

Berlin/ Nürnberg – Im Ernstfall kommt es auf jede Sekunde an: Wenn es zu einer sogenannten Enzephalitis gekommen ist, ist das gesamte Hirn betroffen. Oftmals werden die Begrifflichkeiten Hirnhautentzündung und Gehirnentzündung in einen Topf geworfen, doch die Unterschiede sind groß: Bei der Gehirnentzündung, in der Fachsprache Enzephalitis genannt, ist das gesamte Gehirn betroffen. Bei der Hirnhautentzündung, der Meningitis, ist es die äußere Schicht, die das Hirn umhüllt.

Enzephalitis: Das sind die häufigsten Auslöser einer Gehirnentzündung

„Bei Entzündungen der Hirnhaut gibt es keine Beeinträchtigungen von Hirnfunktionen wie zum Beispiel Bewusstseinsstörungen. Sondern es kommt zu Kopfschmerzen, Fieber und zu einer Nackensteife. An diesen Zeichen versucht man auch, diese Erkrankung zu erkennen“, sagt Professor Frank Erbguth, Ärztlicher Leiter der Neurologie am Klinikum Nürnberg.

Je mehr die Entzündung nach innen in die Tiefe dringt, erklärt der Mediziner, desto stärker ist das Gehirn betroffen. Anders als bei der Hirnhautentzündung haben Betroffene bei einer Enzephalitis Ausfallserscheinungen der Hirnfunktionen. Das Spektrum der Symptome ist breit: „Liegt zum Beispiel eine Entzündung im Sprachzentrum in der linken Gehirnhälfte vor, hat man Sprachstörungen“, erklärt Erbguth. Sei das motorische Zentrum in der rechten Gehirnhälfte betroffen, könne es zu Lähmungen im linken Bein kommen.

Das sind die häufigsten Auslöser einer Enzephalitis:

Professor Harald Prüß arbeitet an der Charité in Berlin und ist spezialisiert auf die Autoimmun-Enzephalitis. Er nennt beispielhaft verschiedene Auslöser der fehlgeleiteten Abwehrreaktion des Körpers. „Bei einem Teil der Patienten ist die Autoimmun-Enzephalitis durch einen Tumor bedingt“, erklärt der Oberarzt der Klinik für Neurologie. Auch nach Virusinfektionen wie Grippe oder Pfeifferschen Drüsenfieber könne diese Erkrankung auftreten.

Ein Alarmsignal für eine Enzephalitis sind Wesensänderungen: „Die Betroffenen sind innerhalb kürzester Zeit in sich gekehrt“, sagt der Charité-Mediziner. Psychische Veränderungen sind demnach bei relativ vielen Patientinnen und Patienten zu beobachten. „Manche sind depressiv, andere hören Stimmen oder halluzinieren.“

Enzephalitis: Hirnentzündung kann jeden treffen

Auch Sprachveränderungen sind häufig ein Anzeichen. Betroffenen fallen die Worte nicht ein. Eine Enzephalitis kann jeden treffen. Man kann nicht vorbeugen, sondern nur schnell reagieren. Bei psychischen Veränderungen oder Lähmungserscheinungen in Kombination mit Fieber sollte man sich sofort an eine Ärztin oder einen Arzt wenden.

Ob man eine Enzephalitis, die durch externe Auslöser auftritt, behandeln könne, hänge stark vom Erreger ab, sagt Neurologe Erbguth und erklärt es an zwei Beispielen: „Ist es ein Herpesvirus, dann kann man nicht vorbeugen, aber das Virus effektiv behandeln.“ Umgekehrt bei FMSE: Hier kann man das Virus nicht direkt bekämpfen, sondern nur die Symptome mildern. Dafür gibt es gegen FSME eine Impfung.

Enzephalitis: Schnelle Behandlung rettet Hirnsubstanz

Handelt es sich um eine Autoimmun-Enzephalitis, versucht man, die Antikörper im Blut zu entfernen und die Produktion neuer Antikörper durch die Gabe von Medikamenten zu verhindern. In jedem Fall sollte man schnell reagieren. „Im Prinzip gilt hier der gleiche Merksatz wie beim Schlaganfall: Time is Brain“, sagt Charité-Mediziner Prüß. Also: Zeit ist Hirn. (Mit Material von dpa).

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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