1. 24vita
  2. Krankheiten

Scharlach: Wenn die Kinderkrankheit Erwachsene trifft – welche Symptome Sie ernst nehmen sollten

Erstellt:

Von: Anna Heyers

Kommentare

Seit Wochen registriert man im Robert Koch-Institut einen Anstieg bei Streptokokken-Infektionen. Ein Grund zur Besorgnis, denn die Bakterien können zum Beispiel Scharlach auslösen.

In den letzten Wochen wurden vermehrt Scharlach-Fälle gemeldet. Bislang kamen die Meldungen zumeist aus Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden – doch auch in Deutschland steigen jetzt die Zahlen. Aktuell sind zwar laut einer Mitteilung des Robert Koch-Instituts größtenteils Kinder von ein bis zehn Jahre betroffen. Aber auch Erwachsene können sich anstecken – und in den Fällen kann ein schwerer Krankheitsverlauf folgen.

Scharlach: Wenn die Kinderkrankheit Erwachsene trifft

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist Scharlach eine der typischen Kinderkrankheiten. Anstecken kann sich jeder, betroffen sind aber meistens Kinder im Kindergarten- und Schulalter. Scharlach-Bakterien, sogenannte A-Streptokokken, gibt es auf der ganzen Welt und sie verursachen meist einen Hautausschlag und eine Halsentzündung.

Scharlach früher

A-Streptokokken waren im 19. Jahrhundert auch in Kombination mit dem Kindbett-Fieber bekannt, an dem viele Mütter wegen mangelnder Hygiene verstarben. Scharlach selbst war, als fiebriger Hautausschlag, für viele Tote zur Nachkriegszeit verantwortlich, die ohne Antibiotika auskamen mussten.

In einer Mitteilung schreibt das BZgA außerdem: „Scharlach ist hoch ansteckend. Daher tritt die Erkrankung immer wieder gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen auf, insbesondere in der kälteren Jahreszeit zwischen Oktober und März.“

Auf welche Symptome man bei Scharlach achten sollte

Ein Verlauf und auch die Symptome können bei jedem Menschen etwas anders aussehen. Einige sind jedoch sehr üblich und treten grob etwa drei bis vier Tage nach der Ansteckung auf:

Typisch für Scharlach ist dabei die Himbeerzunge. Sie ist weißlich belegt, wird aber nach drei bis vier Tagen rot glänzend. Der Hautausschlag fängt zumeist in der Achsel- oder Leistengegend an.

Scharlach-Ansteckung: was nun?

Scharlach ist extrem ansteckend und sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden. In der Regel werden Antibiotika verschrieben, nach der ersten Einnahme braucht es nur etwa einen Tag, damit die Ansteckungsgefahr komplett zurückgeht. Verzichtet man auf die Medikamente, kann eine Ansteckung bis zu drei Wochen lang jederzeit erfolgen. Bei Scharlach können Komplikationen, wie etwa eine Herzmuskelentzündung, auftreten. Das BZgA sagt dazu: „Komplikationen werden häufiger beobachtet, wenn Scharlach nicht mit Antibiotika behandelt wurde oder die Antibiotika-Therapie vorzeitig abgebrochen wird.“

Ein Arzt schaut einer jungen Frau mit einem Spatel in den Mund.
Bei Verdacht auf Scharlach (Symptome z.B. Himbeerzunge, Halsschmerzen), sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. (Symbolbild) © Studio_77-28/Imago

Entdeckt man die Symptome bei seinem Kind oder sich selbst, sollte man folgendes beachten:

Wichtig: In einigen Bundesländern (u.a. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) ist die Infektion mit Scharlach meldepflichtig. Zudem darf man sich dann nicht in Gemeinschaftseinrichtungen aufhalten (§ 34, Infektionsschutzgesetz).

Nichts verpassen: Alles rund ums Thema Gesundheit finden Sie im regelmäßigen Newsletter von 24vita.de.

Scharlach: Vor der Ansteckung schützen

Eine Impfung für Scharlach gibt es bislang noch nicht. Deswegen gilt es, sich anders zu schützen. Infizierte können sich gut an den Hygiene-Maßnahmen für Covid-19 orientieren. Kontaktpersonen sollten sich regelmäßig die Hände mit Seife waschen, um Schmierinfektionen zu vermeiden. Eine vorbeugende Gabe von Antibiotika wird nur für Menschen empfohlen, die durch andere Krankheiten besonders gefährdet wären.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare