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Weil sie geboren wurde – junge Frau verklagt Hausarzt

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Von: Jasmin Farah

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Ein Baby schläft in seinem Bettchen. (Symbolbild)
Die Krankheit Spina bifida entwickelt sich meist schon im Mutterleib während der Schwangerschaft. (Symbolbild) © epa handout/dpa

Eine Frau leidet an einer schweren Krankheit. Sie glaubt, der Hausarzt ihrer Mutter habe diese vor der Geburt nicht ausreichend informiert. Nun klagt sie in Millionenhöhe.

Skegness (Lincolnshire/Großbritannien) – Sie ist 20 Jahre alt, erfolgreiche Para-Springreiterin und auf Instagram ein Star: Dennoch behauptet eine junge Frau, dass sie eigentlich nicht am Leben sein dürfte. Deshalb will Evie Toombes aus Skegness, Lincolnshire nun den Hausarzt ihrer Mutter auf Millionen Schadensersatz verklagen. Denn: Sie glaubt, er sei seiner Pflicht damals nicht nachgekommen und habe ihre Mutter während der Schwangerschaft nicht ausreichend informiert. Schließlich wurde Toombes mit „Spina bifida“ geboren, einer komplexen Erkrankung.

Weil sie geboren wurde – junge Frau verklagt Hausarzt

Hierbei entwickeln sich Wirbelsäule und Rückenmark eines Babys im Mutterleib nicht richtig, was zu einer Lücke in der Wirbelsäule führt. Mit fatalen Folgen. Die 20-Jährige muss an manchen Tagen rund um die Uhr künstlich ernährt werden, hängt sogar zeitweise an Schläuchen. Zudem wird die junge Frau eines Tages auf einen Rollstuhl angewiesen sein und auch Magen-Darm-Erkrankungen können die Folge sein. Toombes einziger Trost: ihre Liebe zu Pferden.

Trotz ihrer Behinderung hat sie eine Karriere als Springreiterin gemacht, nimmt erfolgreich an Turnieren gegen Reiter mit und ohne Behinderung teil. Vor wenigen Jahren traf sie dabei sogar Prinz Harry (37) und seine Frau Meghan Markle (40), als sie bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung 2018 den „Inspiration Young Person Award“ gewann. Zudem hat sie bereits im britischen Fernsehen über ihre Krankheit gesprochen, die für viele auf den ersten Blick nicht sichtbar scheint. Dennoch beeinträchtigt sie diese sehr im Alltag und die Britin glaubt sogar, dass ihre Mutter nie mit ihr hätte schwanger werden dürfen.

Weil sie geboren wurde: Britin will Schadensersatz in Millionenhöhe

Auch ihre Mutter ist der Meinung, dass der Hausarzt sie besser hätte aufklären müssen. Denn angeblich soll zu der Zeit, in der die heute 50-Jährige den dringlichen Kinderwunsch hatte, sie einen erheblichen Folsäuremangel aufgewiesen haben. Doch Folsäure ist wichtig, da sie bei vielen Stoffwechselvorgängen mitwirkt und den Zellen dabei hilft, sich zu teilen. Passiert das nicht, können sich Zellen nicht richtig entwickeln und sich das Neuralrohr nicht richtig schließen. Dadurch könne Ärzten zufolge ein „offener Rücken“ beim Baby entstehen.

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Doch Frau Toombes hat sogar vor Gericht erklärt, dass der Hausarzt sie nicht über die Bedeutung der Folsäure für die Prävention von Spina bifida aufgeklärt hätte. Der hält dagegen, dass er der Mutter zu einer gesunden Ernährung und einem ausgewogenen Folsäurespiegel sowie entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln geraten hätte. Er bestreitet die Anschuldigungen und weist diese von sich. Zu welchen Gunsten das Gericht nun entscheiden wird, ist noch unklar. Das Urteil steht in diesem brisanten Fall noch aus. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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