Alzheimer: Studie zeigt fünf verschiedene Formen mit unterschiedlicher Überlebenszeit
Fast zwei Millionen Deutsche haben Demenz, die meisten davon eine Alzheimer-Demenz. Forscher fanden heraus, dass es verschiedene Formen der Krankheit gibt.
Millionen Menschen weltweit sind von Alzheimer betroffen. In Deutschland ist es der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge ein Großteil der rund 1,8 Millionen Menschen mit diagnostizierter Demenz. Alzheimer ist damit die häufigste Form der Demenz. Doch eine Studie legt nahe, dass es nicht nur eine Form von Alzheimer gibt. Fünf verschiedene Arten sollen einen zunehmenden Verlust von geistigen Fähigkeiten und Hirnfunktionen zur Folge haben können.
Ein Forscherteam um Betty M. Tijms vom Alzheimer Center Amsterdam in den Niederlanden analysierte im Rahmen einer Studie, wie sich Alzheimer auf molekularer Ebene auswirkt. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Krankheit auf unterschiedliche Art und Weise im Körper ausbrechen kann. Die Forschenden teilen Alzheimer-Patienten in fünf molekulare Untergruppen ein und führen ihre Erkenntnisse auf Protein-Analysen zurück.
Welche Rolle spielen Proteine in Hinblick auf die Alzheimer-Krankheit?
Die Ursachen von Alzheimer sind vielschichtig und umfassen genetische, aber auch Umwelt- und Lebensstilfaktoren. Typisch für Alzheimer ist, dass es zu Ablagerungen zweier Proteine im Gehirn kommt: Beta-Amyloid und Tau. Diese pathologischen Veränderungen führen zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen und synaptischer Funktionalität.
Veränderte Proteinspiegel lassen auf fünf verschiedene Alzheimer-Arten schließen
Jede Untergruppe wies Veränderungen in Proteinspiegeln auf, die mit unterschiedlichen molekularen Prozessen verbunden waren. Die Studienleiter teilen die Alzheimergruppen in Subtyp 1 bis 5 ein. „Subtypen mit neuronaler Hyperplastizität (Subtyp 1), angeborener Immunaktivierung (Subtyp 2) und Beeinträchtigung der Blut-Hirn-Schranke (Subtyp 5); zwei weitere Subtypen tauchten auf: einer mit RNA-Dysregulation (Subtyp 3) und einer mit Aderhautplexus-Dysfunktion (Subtyp 4)“.

Je nach Subtyp war auch der Krankheitsverlauf verändert. Personen mit Alzheimer des Subtyps 3 hatten etwa die kürzeste durchschnittliche Überlebenszeit von 5,6 Jahren, die kürzer war als die des Subtyps 1 mit der längsten durchschnittlichen Überlebenszeit von 8,9 Jahren, wie die Forscher schreiben.
Die Studienergebnisse sind deshalb interessant, weil die Behandlung von Alzheimer durch die neuen Erkenntnisse besser individualisiert werden könnte. Neue Medikamente und Therapien könnten entwickelt werden, die gezielt gegen die Ursachen der jeweiligen Art von Alzheimer wirken.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

