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Frau hat gar keinen Krebs! Diese Falschdiagnose erschüttert das Netz

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Von: Jasmin Farah

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Es ist eine schreckliche Vorstellung! Sechs Jahre lang muss eine junge Mutter um ihr Leben bangen. Dann erfährt sie, dass sie kerngesund ist.

Basildon (England) – Wenn man diese traurige Geschichte hört, fällt einem nicht viel dazu ein. Allein Mitleid kann man nur mit Lucy Hammersley aus Essex (Großbritannien) haben, angesichts des Martyriums, das sie jahrelang durchmachen musste. Schließlich hat sie eine schreckliche Diagnose erhalten, die ihr ganzes Leben nachhaltig verändert hat und es noch immer tut. Mit gerade mal 24 Jahren erfährt Hammersley, die zu diesem Zeitpunkt Mutter eines kleinen Mädchens ist, dass sie Krebs haben soll. Das war 2012.

Frau hat gar keinen Krebs! Diese Falschdiagnose erschüttert das Netz

Ärzte hatten bei der jungen Frau Krebs im vierten Stadium sowie einen verdächtigen Knoten in einer ihrer Pobacken entdeckt. Das berichtet sie gegenüber dem britischen Nachrichtenportal Sun. Genauer heißt es vonseiten der Ärzte, dass sich der Knoten um ein Melanom handelt, welches sich aus einer anderen Stelle des Körpers bis in den Po ausgebreitet hatte. Dieser wird schließlich entfernt, dennoch bleibt unklar, aus welchem Körperteil das Melanom gestreut hat. Nun beginnt für die junge Mutter eine sehr schwere Zeit, immer wieder muss sie für Kontrollen ins Krankenhaus. Zudem lebt sie sechs Jahre lang unter schrecklicher Todesangst.

Eine junge Frau hält sich die Hand vors Gesicht. (Symbolbild)
Jahrelang muss eine Frau um ihr Leben bangen. Dann erfährt sie, dass sie kerngesund ist. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

„Ich war dauernd darauf gefasst, dass der Tag kommt, an dem sie mir sagen werden, dass sie den Ursprung gefunden haben, nur um mir dann zu sagen, wie viel Zeit mir noch bleibt. Denn offensichtlich war Krebs im vierten Stadium sehr ernst“, erinnert sich die Britin gegenüber der „Sun“. Mit verheerenden Folgen, auch für ihre psychische Gesundheit. „Ich konnte mich nicht mehr auf das Leben oder irgendetwas anderes konzentrieren, ich wurde depressiv, verlor viel Gewicht und trank viel zu viel Alkohol.“ Schließlich hat sich Hammersley in einer Abwärtsspirale befunden. „Ich habe mein Leben völlig auf Eis gelegt, wollte niemanden kennenlernen“, sagt sie. (Therapie von Brustkrebs: Neues Medikament lässt Tumore in kürzester Zeit schrumpfen)

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Frau hat gar keinen Krebs: Die Falschdiagnose verfolgt sie bis heute

Erst Jahre später habe sie einen neuen Partner gefunden und mit ihm einen neuen Arzt aufgesucht. Dort erfährt sie Erschütterndes: Der erklärt ihr, dass sie kerngesund sei! Angeblich gebe es keinen Krebs, der gestreut habe. „Es war eine wirklich seltsame Mischung aus Wut und Erleichterung. Meine erste Reaktion war: ‚Sie müssen mich mit jemandem verwechselt haben.‘ Man vertraut Ärzten im Krankenhaus, man glaubt ja nicht daran, dass sie so etwas Schwerwiegendes falsch machen“, verrät sie weiter. (Lesen Sie auch: Biontech testet mRNA-Krebsimpfstoff an Patienten mit fortgeschrittenem Krebs: Erste Studie zeigt Erfolg*)

Heute hat die 33-Jährige zwei weitere Kinder mit ihrem neuen Partner und führt ein glückliches Familienleben. Doch was passiert ist, verfolgt sie noch immer. Zwar habe sie den „Mid and South Essex NHS Foundation Trust“ wegen medizinischer Fahrlässigkeit verklagt und bereits 50.000 Euro Schadensersatz erhalten. (Krebstherapie: Neuartige Pilz-Substanz zeigt überraschende Erfolge bei Patienten)

Dennoch: „Ich denke darüber nach, was passiert wäre, wenn ich an jenem Tag im Jahr 2012 nicht zum Arzt gegangen wäre – wie mein Leben anders verlaufen wäre. Und ich habe das Gefühl, dass ich sechs Jahre lang umsonst leiden musste. Ich kann die Zeit nie wieder zurückbekommen. Das wird auch keine Geldsumme je ändern können.“ Doch hoffentlich wird dieses Geld ihre Zukunft und die ihrer Familie zumindest etwas leichter und finanziell sorgenfreier gestalten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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