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Plötzlich verhaltensauffällig: Fünf Symptome deuten schon früh auf eine Demenz hin

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Während Alzheimer sich durch Gedächtnisverlust bemerkbar macht, verändert die frontotemporale Demenz die Persönlichkeit. Fünf Symptome sind charakteristisch.

Unter den 50 verschiedenen Demenzformen gilt die sogenannte Frontotemporale Demenz (FTD) als eine eher seltene Form, die durch ein Absterben von Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns, den Stirnlappen (Frontallappen) und den Schläfenlappen (Temporallappen) verursacht wird. Aufmerksamkeit erlangte diese Form der Demenz-Erkrankung durch den bekannten US-Schauspieler Bruce Willis. Warum die Zellen absterben, ist noch weitgehend unbekannt, wie die Alzheimer Forschung Initiative e. V. berichtet. In einigen Fällen wird die Frontotemporale Demenz, auch „Pick-Krankheit“ oder „Morbus Pick“ genannt, durch Veränderungen im Erbgut ausgelöst. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) sind Männer und Frauen etwa gleich häufig von der Frontotemporalen Demenz betroffen.

Ein gehäuftes Auftreten der Erkrankung innerhalb einer Familie wird beobachtet. Auch Stoffwechselerkrankungen gelten als Risikofaktor. Bei fast allen Erkrankten zeigen sich schon früh Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V..

Wenn Demenz die Persönlichkeit verändert: Fünf typische Frühsymptome

Frau zeigt sich abweisend
Erste Symptome einer Frontotemporalen Demenz können sich schon in einem frühen Alter, unter 30, bemerkbar machen. Betroffene fallen dadurch auf, dass sie plötzlich gefühlskaltes, impulsives oder gar aggressives Verhalten zeigen. © Science Photo Library/Imago

Dass sich gerade die Persönlichkeit und das Verhalten bei der Frontotemporalen Demenz verändern, ist womöglich damit zu erklären, dass von den betroffenen Stirn- und Schläfenlappen unter anderem die Emotionen und das Sozialverhalten gesteuert werden. Zu den typischen auffälligen Frühsymptomen der Frontotemporalen Demenz zählen insbesondere:

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Bei manchen Patienten zeigen sich zudem ausgeprägte Sprachstörungen, vor allem Wortfindungsstörungen. Erst im weiteren Verlauf der Frontotemporalen Demenz wird wie bei Alzheimer das Gedächtnis in Mitleidenschaft gezogen. Eine Frontotemporale Demenz beginnt in der Regel wesentlich früher als Alzheimer, durchschnittlich zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Die jüngsten Betroffenen erkranken schon unter 30 Jahren, manche aber auch erst über 60.

Trotz der Demenz-Symptome persönliche Ziele setzen und letzte Wünsche erfüllen

Auch wenn es mit der Demenz-Diagnose schwerfallen mag: Betroffene sollten sich dennoch persönliche Ziele setzen, frühzeitig ihre Angelegenheiten wie Finanzen mit Unterstützung der Angehörigen oder anderer fachlicher Hilfe regeln und sich vor allen Dingen letzte Wünsche erfüllen.

Demenz: Wie sich die Symptome der Frontotemporalen Demenz auf Angehörige auswirkt

Ob nun Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, Parkinson-Demenz oder Frontotemporale Demenz – in jedem Fall ist die Erkrankung auch für die Angehörigen eine große Herausforderung und Belastung. Der Mensch, den man einst kannte, verändert sich im Laufe der Zeit immer mehr. Das Zusammenleben mit jemandem, der an einer Frontotemporalen Demenz erkrankt ist, ist für Angehörige durch das enthemmte Verhalten, die Aggressionen und die Unberechenbarkeit der Symptome noch schwieriger. Auch die fehlende Empathie und ein zunehmendes Desinteresse an den Angehörigen und Freunden sind oft nicht leicht auszuhalten, wie es die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. aus Erfahrungen von Betroffenen weiß.

Wenn Demenz die Persönlichkeit verändert: Diagnostik der Frontotemporalen Demenz herausfordernd

Die Diagnostik einer Frontotemporalen Demenz kann sich schwierig gestalten. Oftmals werden aufgrund der ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten und Persönlichkeitsveränderungen andere Erkrankungen wie eine Manie, Schizophrenie, eine versteckte Alkoholabhängigkeit oder Depression vermutet.

Wertvoll ist es, wenn Betroffene einen Arzt an ihrer Seite haben, der auch unter Einbeziehung der Angehörigen eine sehr genaue Diagnostik durchführt, nach dem Ausschlussprinzip. Anhand von Gesprächen mit den Nahestehenden können sich wichtige und entscheidende Informationen herauskristallisieren. Ob eine mögliche Demenz vorliegt, können einfache Tests wie der Mini-Mental-Status-Test, der Uhrentest und der DemTect-Test zeigen. Speziell für die Diagnostik der frontotemporalen Demenz wurde der Frontal-Behavioral-Inventory-Test entwickelt. Möglicherweise gibt es in der Verwandtschaft auch andere Personen, die ebenfalls an einer FTD erkrankt sind – in dem Fall kann ein Gentest die Diagnose vereinfachen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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