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Herzkrankheiten im Fußball nehmen zu? Eine Erklärung – und die richtige Vorbeugung

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Von: Jasmin Pospiech

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In den vergangenen Monaten sind viele Profi- und Amateur-Fußballspieler auf dem Platz kollabiert. Mit teils lebensbedrohlichen Folgen. Das steckt dahinter.

Frankfurt am Main – Es war ein Schock-Moment für viele Fußball-Fans, als Spieler Christian Eriksen (29) vor laufenden Kameras während der Europameisterschaft auf dem Platz zusammengebrochen ist. Noch auf dem Rasen im Spiel gegen Finnland muss der dänische Nationalspieler wiederbelebt werden. Kurz darauf wird die Diagnose bekannt: Herzstillstand. Und das, obwohl laut DFB-Arzt Tim Meyer die Spieler regelmäßig Screening-Untersuchung unterzogen werden. Doch glücklicherweise erholt sich der dänische Nationalspieler wieder, erhält am Ende einen Defibrillator. Nun ist es wieder einem anderen Spieler passiert.

Herzkrankheiten im Fußball nehmen zu? Eine Erklärung – und die richtige Vorbeugung

Profispieler Sergio Agüero wird beim FC Barcelona für Monate ausfallen und hat Hilfe bei einem Herzspezialisten gesucht. Der 33-Jährige war beim Spiel gegen Deportivo Alavés mit Atemproblemen ausgewechselt worden. Später wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Deutsche Herzstiftung weiß: Das sind keine Einzelfälle. Und manchmal kommt auch jede Hilfe zu spät.

Bei der Fußball-EM Dänemark gegen Finnland bilden die Spieler einen Kreis auf dem Platz. (Symbolbild)
Nachdem Eriksen kollabiert, bilden seine Spielkollegen einen Kreis, um ihn vor Blicken abzuschirmen. (Symbolbild) © Markku Ulander/dpa

Auf der Webseite der Deutschen Herzstiftung heißt es dazu: „Je nach Untersuchung gibt es auf 100.000 Sporttreibende pro Jahr zwischen 0,7 und 3,0 Todesfälle.“ Und: „Nach Daten des deutschen Registers zum plötzlichen Herztod beim Sport (Sudden Cardiac Death Register, SCD Deutschland) sind 96 Prozent der betroffenen Sportler Männer“, so die Stiftung. Doch was sorgt für den plötzlichen Herzstillstand beim Sport?

Laut Herzstiftung können die Ursachen vielfältig sein und sich je nach Alter der Betroffenen unterscheiden. „Belasten Sportler/innen ihren Körper stark, wird der Herzmuskel nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Es kann zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen – eventuell mit Todesfolge“, heißt es weiter.

Immer mehr Herzkrankheiten im Fußball: teils lebensbedrohlich für Spieler

Bei Betroffenen über 35 Jahren ist großteils die „koronare Herzkrankheit die häufigste Ursache eines plötzlichen Herztods. Herzkranzgefäße verengen sich durch Ablagerungen (Plaques) aus Cholesterin, Bindegewebe und Kalk immer weiter. Reißen diese Plaques, entstehen mitunter Blutgerinnsel und das Blutgefäß wird komplett verschlossen.“ Die Folge: ein Herzinfarkt sowie „lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen“.

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Doch eine der häufigsten Ursachen bei Profi- und Amateurspielern ist eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis). „Sie kann bereits im Zuge banaler Virus-Infekte auftreten, auch ohne Beschwerden zu verursachen“, so die Herzstiftung. (Herzinfarkt durch Fußballschauen: Studie zeigt, dass die Aufregung aufs Herz gehen kann)

Immer mehr Herzkrankheiten im Fußball: So lässt sich vorbeugen

Wer diese allerdings nicht auskuriert und zu früh wieder damit beginnt, Sport zu treiben, gefährdet seine Gesundheit. Nicht selten kommt es wiederum zu schweren Herzrhythmusstörungen, die mit dem Krankenhaus enden. Daher ist es wichtig, dass, wenn man Symptome wie allgemeines Unwohlsein verspürt, einen Gang runterschaltet, bis man sich hundertprozentig fit fühlt und dann langsam wieder mit dem Training beginnt.

Generell ist Sport bei Erkältungen oder grippalen Infekten ein Tabu* und sollte tunlichst gemieden werden, bis man komplett symptomfrei ist. Grundsätzlich ist es daher ratsam, etwaige Anzeichen ernstzunehmen und sich, was Sport- und Freizeitaktivitäten angeht, rigoros zu schonen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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