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Gallensteine und Gallenkolik: So können Sie behandeln und vorbeugen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich den Bauch vor Schmerzen. (Symbolbild)
Eine Gallenkolik kann 15 Minuten, aber auch bis zu fünf Stunden andauern. (Symbolbild) © MilanMarkovic/Imago

In Deutschland erleiden jährlich etwa 15 bis 20 Prozent aller Frauen, fünf bis sieben Prozent aller Männer eine Gallenkolik. Wie lässt sich vorbeugen?

Hannover – Wer es schon erlebt hat, weiß, wie unbeschreiblich schlimm sich diese Schmerzen im rechten Oberbauch anfühlen. Eine Gallenkolik tritt meist ganz plötzlich auf, begleitet von krampfartigen und sehr starke Schmerzen, und kann zwischen 15 Minuten und ca. fünf Stunden andauern. Die wellenartige Schmerzattacke strahlt häufig bis in den Rücken aus.

Eine Gallenkolik wird meist durch Gallensteine verursacht, was mithilfe einer Ultraschall- und Blutuntersuchung festgestellt wird. Frauen entwickeln häufiger Gallensteine und erleiden öfters eine Gallenkolik als Männer. Der Grund: Die weiblichen Geschlechts- und Schwangerschaftshormone geben vermehrt Cholesterin ab, was die Bildung von Gallensteinen begünstigen kann.

Gallensteine und Gallenkolik: So können Sie behandeln und vorbeugen

„Wer bei sich Anzeichen einer Gallenkolik feststellt, sollte dies schnellstmöglich ärztlich abklären lassen, gegebenenfalls auch in der Notaufnahme eines Krankenhauses“, rät der Gastroenterologe Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Denn im schlimmsten Fall kann sich die Gallenblase durch die Kolik sogar entzünden. Gallenflüssigkeit könnte durch Risse in der Gallenblase in den Bauchraum gelangen und eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung verursachen. Zudem könnte sich auch die Bauchspeicheldrüse entzünden, da sie den selben Ausgang wie die Galle hat.

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Gallensteine und Gallenkolik: Welche Therapie?

Viele Menschen leben mit Gallensteinen, ohne zu wissen, dass sie welche haben. Denn Gallensteine verursachen nicht zwangläufig Symptome wie Bauchschmerzen und Koliken. Solange die kleinen Kristalle keinerlei Beschwerden auslösen, empfehlen Experten auch keine symptomatische Therapie. Erst bei einer Gallenkolik werden zunächst Schmerzmittel verabreicht und anschließend die Gallensteine, die den Gallengang verstopfen, operativ entfernt.

Bei der sogenannten endoskopisch retrograden Cholangio-Pankreatikografie (ERCP) werden die festsitzenden Steine durch den Mund mit speziellen Drahtschlingen oder einem Ballonkatheter aus dem Gallengang geholt. Größere Steine müssen möglicherweise zunächst im Gallengang zertrümmert werden, bevor sie entfernt werden können. Oder der Gallengang wird mit einer Art Ballon gedehnt, damit sich die Steine lösen und abfließen können.

Gallensteine und Gallenkolik: Wie lässt sich vorbeugen?

Damit möglichst gar keine Gallensteine entstehen und es folglich zu keiner Gallenkolik kommt, sollten Sie sich fettarm ernähren, regelmäßig bewegen, Stressgefühl minimieren und nicht zu schnell über zehn Kilo Gewicht verlieren. „Auch im Zuge von Radikaldiäten kann es passieren, dass sich Gallensteine bilden“, betont Prof. Dr. Wedemeyer. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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