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Gallensteine: Warum Crash-Diäten und schnelles Abnehmen gefährlich sein können

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Eine Gallenkolik, ausgelöst durch Gallensteine, ist für Betroffene äußerst schmerzhaft. Das sollten Sie tun, damit es gar nicht zu einer Kolik kommt.

Hannover – Der Ausspruch „Ich könnte Gift und Galle spucken“ kommt Ihnen möglicherweise bekannt vor. Wer sich über etwas ärgert, dem kann sprichwörtlich die Galle hochkommen, so dass er/sie Gift spuckt. Die Galle steht für Wut, der Ausdruck „Gift“ stammt ursprünglich aus dem Alten Testament und steht für den Gallensaft.

Tatsächlich kann das Hochkommen von Gallenflüssigkeit aufgrund von Gallensteinen und als Folge davon durch eine Gallenkolik ausgelöst werden. Ungesunde und stressige Lebensumstände können die Entstehung von Gallensteinen begünstigen. Zu den Risikofaktoren zählen ein höheres Lebensalter, Übergewicht und mangelnde Bewegung. Zudem wird eine genetische Veranlagung beobachtet, die die Entstehung von Gallensteinen begünstigt.

Gallensteine: Warum Crash-Diäten und schnelles Abnehmen gefährlich sein können

Eine Frau sitzt mit Schmerzen auf der Couch und hält sich den rechten Oberbauch. (Symbolbild)
Frauen sind häufiger von Gallensteinen und Gallenkoliken betroffen als Männer. (Symbolbild) © Antonio Guillen Fernández/Imago

Die Galle mit ihrer Gallenflüssigkeit unterstützt die Verdauung von fetthaltigen Nahrungsmitteln. Die Gallenflüssigkeit besteht größtenteils aus Wasser sowie Cholesterin, Gallensäure, bestimmte Fette und Eiweiße. Diese im Wasser gelösten Stoffe sind normalerweise im Gleichgewicht. Entsteht aufgrund der Risikofaktoren ein Ungleichgewicht, können sich Kristalle, bekannt als Gallensteine, bilden. Diese können den Abfluss der Gallenflüssigkeit blockieren, so dass der Druck in der Galle zunimmt und es zu einer Gallenkolik kommt.

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Gallensteine und Gallenkolik: Typische Symptome

Eine Gallenkolik tritt meist ganz plötzlich auf, begleitet von krampfartigen und sehr starke Schmerzen im rechten Oberbauch. So eine Schmerzattacke tritt in Wellen auf und kann bis in die rechte Schulter oder in den Rücken ausstrahlen. Frauen haben häufiger Gallensteine und erleiden öfters eine Gallenkolik als Männer. Der Grund: Die weiblichen Geschlechts- und Schwangerschaftshormone sondern vermehrt Cholesterin ab, was Gallensteine begünstigen kann. Besonders übergewichtige Frauen ab 40 Jahren haben ein höheres Risiko, eine Gallenkolik zu entwickeln – insbesondere, wenn sie bereits Kinder geboren haben. Ob Gallensteine tatsächlich die Ursache für die Kolik und Schmerzen sind, wird mithilfe einer Ultraschall- und Blutuntersuchung festgestellt.

Neben dem häufigsten Symptom der heftigen, wehenartigen Schmerzen im rechten Oberbauch, gibt es weiterhin:

Eine Gallenkolik kann nach wenigen Minuten vorbei sein. Sie kann aber auch bis zu Stunden andauern. „Wer bei sich Anzeichen einer Gallenkolik feststellt, sollte dies schnellstmöglich ärztlich abklären lassen, gegebenenfalls auch in der Notaufnahme eines Krankenhauses“, rät der Gastroenterologe Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Denn im schlimmsten Fall kann sich die Gallenblase durch die Kolik sogar entzünden. Gallenflüssigkeit könnte durch Risse in der Gallenblase in den Bauchraum gelangen und eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung verursachen. Zudem könnte sich auch die Bauchspeicheldrüse entzünden, da sie den selben Ausgang wie die Galle hat.

Gallensteine: Wie können Sie vorbeugen?

Damit möglichst gar keine Gallensteine entstehen, sollten Sie sich fettarm ernähren, regelmäßig bewegen und Stressgefühl minimieren. Wenn Sie abnehmen möchten, greifen Sie auf keinen Fall auf Methoden zurück, mit denen Sie zu schnell Gewicht reduzieren. „Auch im Zuge von Radikaldiäten kann es passieren, dass sich Gallensteine bilden“, betont Prof. Dr. Wedemeyer. Wer sein Körpergewicht um mindestens zehn Kilogramm reduzieren möchte, sollte dies nicht innerhalb von zwei oder drei Wochen tun.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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