1. 24vita
  2. Krankheiten

Gürtelrose: Sofort zum Arzt, das schützt vor Komplikationen

Erstellt:

Von: Natalie Hull-Deichsel

Kommentare

Bei den ersten roten Bläschen am Körper sollten Betroffene schnell zum Arzt, um einen schweren Krankheitsverlauf und chronische Schmerzen zu verhindern.

München – Diese virale Erkrankung, die für Laien einen nahezu komischen Namen hat: Gürtelrose. Dabei ist diese Krankheit, die durch das Herpes-Zoster-Virus verursacht wird, alles andere als „komisch“, ganz im Gegenteil. Die Krankheit kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen. Insbesondere, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt, diagnostiziert und behandelt wird.

Die „Gürtelrose“ zeigt sich sehr häufig an der Hautoberfläche im Lenden- und Gürtelbereich in Form einer Ansammlung von Bläschen, die einer Rose ähneln mag, daher auch die Namensgebung. Bei den ersten möglichen Anzeichen einer Gürtelrose ist es wichtig, so schnell wie möglich zum Arzt zu gehen, um schwere Verläufe zu vermeiden, wie uns der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V., Dr. med. Michael A. Überall, erläutert.

Gürtelrose: Sofort zum Arzt, das schützt vor Komplikationen

Eine Gürtelrose kann mit einer antiviralen Therapie behandelt werden.
Bei den ersten Anzeichen einer Gürtelrose sollten Sie so schnell wie möglich zum Arzt gehen, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden. (Symbolbild) © Philipp Nemenz/Imago

Auch wenn der Name der Erkrankung täuscht, so setzt sich das Gürtelrose-Virus bei weitem nicht nur im benannten Körperbereich fest, sondern kann auch Gehirninfektionen auslösen, insbesondere nach einer vorangegangenen Corona-Erkrankung. Es gibt auch Fälle, die durch eine Gürtelrose schwere Spätfolgen wie Schlaganfall und Post-Zoster-Neuralgie mit chronischen Nervenschmerzen entwickeln, wie zwei Patienten berichten.

Um derartige Folgen zu verhindern, sollte eine Gürtelrose-Infektion möglichst früh mit einer antiviralen Therapie behandelt werden, innerhalb von drei Tagen – allen voran bei Älteren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. „In Studien konnte gezeigt werden, dass durch den frühzeitigen Einsatz antiviraler Therapien nicht nur die Dauer und Schwere der akuten Erkrankung positiv beeinflusst, sondern auch Folgeerscheinungen maßgeblich gesenkt werden können.“ erklärt Dr. med. Michael A. Überall, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V., exklusiv 24vita.de.

Was viele bis heute nicht wissen: Menschen, die zuvor eine Windpocken-Infektion durchgemacht haben, können zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Gürtelrose entwickeln. Wer sich von Anfang an gegen Windpocken schützt, erkrankt gar nicht erst an einer Gürtelrose.

Noch mehr spannende Gesundheitsthemen finden Sie in dem kostenlosen Newsletter von 24vita.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

Kann man sich vor Spätfolgen der Gürtelrose wie Schlaganfall und Post-Zoster-Neuralgie schützen?

Windpocken und Gürtelrose werden durch das sogenannte Varizella-Zoster-Virus verursacht. Gegen beide Erkrankungen gibt es eine Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt allen Kindern eine Varizellenimpfung gegen Windpocken mit zwei Impfstoffdosen bereits im Alter von elf bis 14 Monaten sowie 15 bis 23 Monaten.

Schutzimpfungen schützen nicht nur vor der Erkrankung, sondern auch vor möglichen Spätfolgen – die insbesondere bei Gürtelrose sehr schwer sein können. „Vorbeugen ist besser als Behandeln. Aus diesem Grund ist für ältere Menschen ab 60 Jahren sowie für alle Personen ab 50 Jahren mit einer Grunderkrankung eine Impfung gegen Gürtelrose zu empfehlen“, so Schmerzexperte Dr. Überall.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare