Herzinfarkt oder „Happy-Heart-Syndrom“? Typische Symptome durch zu viele Glücksgefühle
Positive Emotionen können das Herz durcheinander bringen. Beim Happy-Heart-Syndrom kommt es deshalb zu ähnlichen Beschwerden wie bei einem Herzinfarkt.
Zu den typischen Symptomen eines Herzinfarkts zählen beispielsweise Brustschmerzen, Atemnot und Schwindel. Diese Beschwerden können allerdings auch bei anderen Herzerkrankungen auftreten. So gehen Experten wie Prof. Dr. med. Ingo Eitel, Direktor des Universitätsklinikums Lübeck, laut einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie davon aus, dass drei bis fünf Prozent aller vermeintlichen Herzinfarkt-Patienten gar keinen Infarkt, sondern eine Stress-Kardiomyopathie erlitten haben. Dazu zählt beispielsweise das sogenannte „Happy-Heart-Syndrom“. Dieses kann durch zu viele Glücksgefühle wie Freude ausgelöst werden.
Herzinfarkt ausgelöst durch zu viele Glücksgefühle: Was ist das Happy-Heart-Syndrom?

Demnach können zu viele Glücksgefühle und zu viel Freude die Ursache für das „Happy-Heart-Syndrom“ sein. Laut Informationen der Deutschen Ärztezeitung handelt es sich dabei um eine sogenannte Stress-Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels), die durch positive Lebensereignisse getriggert wird. Typische Situationen können zum Beispiel die Aufregung und Vorfreude auf die eigene, bevorstehende Hochzeit, der Sieg des Lieblingsfußballvereins oder die Geburt des Enkelkinds sein. Es kommt allerdings nur in vier Prozent der Fälle einer durch Emotionen ausgelösten Stress-Kardiomyopathie vor, dass positive Gefühle für die Beschwerden und Symptome verantwortlich sind. Viel häufiger werden Stress-Kardiomyopathien durch negative Emotionen ausgelöst, wie etwa durch Trauer wegen eines Todesfalls oder ein gebrochenes Herz nach einer Trennung.
Weithin bekannter ist deshalb vermutlich das sogenannte „Broken-Heart-Syndrom“. Bei beiden Syndromen handelt es sich um eine spezielle Form der Herzinsuffizienz, bei der es zu einer Überreaktion des sympathischen Nervensystems kommt. Diese führt schließlich zu einer Funktionsstörung der linken Herzkammer, die bei Menschen nach einer heftigen Erregung (z. B. nach dem Tod eines geliebten Menschen oder nach einem Unfall) eintreten kann. Die Herzkammer dehnt sich aus, wobei gleichzeitig der Ausflusstrakt der Aorta verengt wird und die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt wird. Die Symptome ähneln dabei äußerlich denen eines Herzinfarkts. Im Gegensatz zu einem Herzinfarkt sind jedoch nicht verstopfte Arterien schuld, sondern ein Überschuss an Stresshormonen (Katecholaminen).
Patienten von Happy-Heart-Syndrom erholen sich meist nach Akutphase vollständig
Nicht nur die klinischen Symptome des Happy-Heart-Syndroms sind denen eines Herzinfarkts ähnlich. Häufig wird die Verwechslung begünstigt durch Laborwerte und EKG-Muster. Bildgebende Verfahren seien laut der Deutschen Ärztezeitung daher unerlässlich für die richtige Diagnose. Die gute Nachricht ist zudem, dass sich Betroffene in den meisten Fällen nach der Akutphase wieder komplett erholen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

