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Ernährung bei Hashimoto Thyreoiditis: Bei Schilddrüsenentzündung besser auf Milch und Gluten verzichten?

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Von: Franziska Irrgeher

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Bei chronischer Erkrankung versuchen Patienten oft, die Ernährung umzustellen, so auch bei Hashimoto Thyreoiditis. Doch welche sind die richtigen Lebensmittel?

Bornheim – Hashimoto ist eine chronische Form der Schilddrüsenentzündung. Die Autoimmunerkrankung ist auch als Hashimoto-Krankheit oder Hashimoto-Syndrom bekannt. Sie wurde nach ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (52, †1934) benannt, der sie 1912 als erster beschrieben hatte. In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung leicht, mittelschwere und schwere Verläufe sind jedoch ebenfalls bekannt.

Hakaru Hashimoto beschrieb die nach ihm benannte Autoimmunerkrankung in seiner Dissertation von 1912. Er forschte und unterrichtete an der renommierten Kyushu Universität in Fukuoka. Die japanische Eliteuniversität befindet sich im Westen des Inselstaates.

Hashimoto Thyreoiditis: Das bedeutet es, wenn die Schilddrüse chronisch entzündet ist

Bei der Hashimoto Thyreoiditis handelt es sich um eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen. Aus bisher unbekannter Ursache beginnt der Körper, Antikörper gegen die Eiweiße der Schilddrüse zu produzieren, was zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Dadurch wird langfristig das Schilddrüsengewebe zerstört, wodurch eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch Hypothyreose entsteht.

Eine Frau untersucht einen Patienten an der Schilddrüse. (Symbolbild)
Bei Verdacht auf Hashimoto wird ein Ultraschall der Schilddrüse vorgenommen. (Symbolbild) © Guido Kirchner/dpa

Hashimoto ist eine der häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion. Experten vermuten, dass eine genetische Veranlagung für die Hashimoto Thyreoiditis existiert, da die Erkrankung innerhalb einer Familie gehäuft auftreten kann. Diagnostiziert wird die Krankheit über Blutwerte und eine Ultraschalluntersuchung.

Die Hashimoto Thyreoiditis ist nicht heilbar. Meist müssen betroffene Patienten ihr Leben lang Tabletten mit dem künstlichen Hormon Levothyroxin einnehmen. Wenn die Hashimoto Thyreoiditis zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führt, kann sogar eine operative Entfernung des Organs notwendig werden. Tipps zu Hormontherapie, Ernährung bei Hashimoto und weiterem gibt es zum Beispiel beim Zentrum für Schilddrüsenerkrankungen mit Sitz in Bornheim.

Wer auf der Suche nach anderen Betroffenen und Ratschlägen ist, findet diese leicht online.

Hashimoto Thyreoiditis: Das sind die Symptome

Folgende Symptome können bei Hashimoto auftreten:

Hashimoto Thyreoiditis: Diese Lebensmittel sollten Patienten meiden

Jod kann eine Rolle bei der Entstehung von Hashimoto Thyreoiditis spielen. Es ist möglich, dass durch Jod auch der Verlauf der Erkrankung negativ beeinflusst wird, deshalb sollten Patienten mit Hashimoto Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel meiden, die zu viel Jod enthalten. Zu diesen Lebensmitteln gehören Seefische wie Makrelen, Heringe und Seelachs, ebenso wie Meeresfrüchte.

Auf Gluten muss nicht grundsätzlich verzichtet werden, jedoch leiden Hashimoto Patienten häufig unter einer Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt. Deshalb sollte bei Hashimoto Thyreoiditis auch auf Zöliakie getestet werden. Wenn eine Unverträglichkeit besteht, sollten Patienten auf glutenhaltige Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste verzichten.

Milchprodukte bedeuten oft eine zusätzliche Belastung für den Darm, mit dem Autoimmunerkrankte häufig Probleme haben. Der Darm ist ein wichtiger Teil des Immunsystems. Ist der körpereigene Abwehrschutz ohnehin durch eine Autoimmunkrankheit geschwächt, sollten Betroffene zusätzliche Belastungen für das Immunsystem vermeiden. Die Schonung des Darms durch Verzicht auf den Konsum übermäßig vieler Milchprodukte empfiehlt sich daher. So kann sich die Schilddrüse erholen und die Autoimmunreaktion kann gebremst werden.

Hashimoto Thyreoiditis: Diese Lebensmittel sollten Patienten zu sich nehmen

Entzündungshemmende Lebensmittel können für Hashimoto Patienten hilfreich sein. Das sind vor allem Lebensmittel, die das Spurenelement Selen enthalten. Reich an Selen sind beispielsweise Champignons, Kokosnuss und Paranüsse. Auch Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren wie Leinöl und Gewürze mit antioxidativen Pflanzenstoffen wie dunkler Kakao, Zimt, Ingwer, Pfeffer und Kurkuma können positive, entzündungshemmende Wirkungen haben.

Probiotische Lebensmitteln können ebenfalls förderlich für die Darmgesundheit und damit für die Stärkung des Immunsystems sein. Dazu gehören zum Beispiel Sauerkraut, Joghurt und Miso-Suppen. Patienten mit Hashimoto Thyreoiditis, die abnehmen möchten, erzielen häufig Erfolge mit Intervallfasten.

Beim Intervallfasten nimmt man für längere Zeiträume kaum oder keine Nahrung zu sich. Die beiden bekanntesten Modelle sind die 5:2-Methode, bei der fünf Tage normal und zwei Tage kaum gegessen wird sowie die 16:8-Methode. Hierbei fastet man 16 Stunden und darf dann innerhalb von acht Stunden zwei Mahlzeiten essen. Ob und wie Intervallfasten für den einzelnen – auch bei Hashimoto – geeignet ist, sollte aber bei chronischen Krankheiten oder anderen Risikofaktoren mit dem Arzt abgesprochen werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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