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Hepatitis E: Viren lauern in Salami, Mett und Cabanossi

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Von: Kristina Wagenlehner

Aufgeschnittene Salami auf einem Holzbrett. Daneben steht ein Glas Wein. (Symbolbild)
Hepatitis-E-Viren können in Fleisch und Wurstwaren lauern. (Symbolbild) © Uig/Imago

Zum morgigen Welt-Hepatitis-Tag informieren wir über Hepatitis E: Wo die Erreger lauern, wie hoch das Risiko einer Infektion ist und wie Sie sich schützen können.

Berlin – „Hepatitis E? Das gibt es auch?“, mag sich vielleicht der ein oder die andere denken. Neben Hepatitis A, B, C und D ist Hepatitis E die fünfte Form der virusbedingten Leberentzündung. Bekannt ist sie erst seit 1980. Mittlerweile steigen die Fallzahlen immer weiter. Wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2011 noch 238 Fälle gemeldet, waren es im August 2020 schon 2.280 Fälle. Wissenschaftler gehen außerdem davon aus, dass 17 Prozent der Deutschen bereits infiziert waren.

Hepatitis E: Infektion und Krankheitsverlauf

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Die Ursachen können neben Viren auch Gifte, Medikamente oder Autoimmunerkrankungen sein. Seit Jahren steigen die Fallzahlen: Infektionen mit Hepatitis-E-Viren (HEV) haben sich in Deutschland vervielfacht. Die Infektion mit Hepatitis E verläuft bei den meisten Menschen harmlos. Für Personen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Infektion jedoch tödlich sein.

Gelangen HEV in den Körper, landen sie schlussendlich in der Leber. Bei gesunden Menschen werden sie vom Immunsystem vernichtet. Bei Personen mit Immunschwäche kann sich der Erreger aber im gesamten Körper verteilen: von der Leber über die Nieren bis ins Gehirn, weshalb es neben der Leberentzündung – mit Fieber, Oberbauchschmerzen und Gelbsucht – auch zu neurologischen Störungen kommen kann. Außerdem kann sich bei Personen mit geschwächtem Immunsystem eine chronische Hepatitis entwickeln, die tödlich verlaufen kann.

Hepatitis E: Wo Sie sich infizieren können

In Bezug auf Hepatitis E ist eine der wichtigsten Ansteckungsquellen Schweinefleisch bzw. Schweinefleisch-Produkte, die nicht ausreichend erhitzt wurden. Für die Tiere selbst sind HEV nicht gefährlich. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 40 und 50 Prozent aller Hausschweine infiziert sind. Bei Wildschweinen geht man sogar von 68 Prozent aus, weshalb das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor dem Verzehr von Wildschweinfleisch warnt. Vereinzelt wurden HEV-Antikörper auch bei Rehen und Rotwild nachgewiesen. Wissenschaftler schätzen, dass sich pro Jahr 300.000 Menschen in Deutschland infizieren. Auch die WHO dringt deshalb auf bessere Hepatitis-Vorsorge*. Folgende Lebensmittel gelten als potenziell gefährlich:

Besonders oft betroffen sind Fleischwaren, die gar nicht oder kaum gebraten werden bzw. nur gesalzen oder geräuchert sind. Dazu zählen:

Hepatitis E: Wie Sie sich schützen

Vor einer Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus können Sie sich schützen, indem Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren. Für wen das keine Option ist, der oder die sollte beim Kochen darauf achten, dass Fleisch und Wurstwaren gleichmäßig und vollständig erhitzt werden und die Tiere artgerecht oder sogar biologisch gehalten wurden. Einfrieren, Aufwärmen oder in der Mikrowelle erhitzen reicht nicht, da Hepatitis-E-Viren relativ hitze- und kältestabil sind.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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