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Heuschnupfen und Corona: Studie belegt, bei Pollenallergikern kann das Ansteckungsrisiko höher sein

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Mit der Pollenzeit kommt auch bei vielen der lästige Heuschnupfen. Doch, ist es tatsächlich die Allergie oder etwa eine Corona-Infektion?

München – Mit dem Frühling kommt nicht nur das lang ersehnte schönere Wetter mit mehr Sonnenstunden. Auch die Bäume und Blumen erwachen aus ihrem Winterschlaf und mit ihnen ihre Pollen. Für alle Pollengeplagten heißt es nun wieder, irgendwie möglichst entspannt durch die Heuschnupfen-Zeit kommen. Durch die Corona-Pandemie fürchten jedoch nach wie vor viele Pollenallergiker, dass sie sich möglicherweise eher mit Covid-19 anstecken könnten.

Bereits zur Pollensaison 2021 hatte es immer wieder besorgte Anfragen von Allergikern und Asthmatikern bei niedergelassenen Allergologen gegeben. Dem voraus ging eine Studie im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), deren Ergebnisse bei vielen Patienten Besorgnis auslöste: Es bestünde eine mögliche Risikoerhöhung für Allergiker, sich mit dem Corona-Virus anzustecken.

Heuschnupfen und Corona: Studie belegt, bei Pollenallergikern kann das Ansteckungsrisikio höher sein

Die an der internationalen Studie beteiligten Forscher hatten bereits im Frühjahr 2020 in 31 Ländern und 130 Regionen Daten zu Pollen und Corona-Infektionsraten analysiert. An Orten ohne strikte Hygienemaßnahmen und ohne Lockdownregelungen zeigte sich ein Anstieg der Infektionsrate im Durchschnitt um vier Prozent, sobald sich die Anzahl der Pollen in der Luft um 100 pro Kubikmeter erhöhte. Allerdings fielen damals die Covid-Pandemie und Pollensaison* vielerorts zusammen.

Professor Dr. med. Ludger Klimek, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen, und sein Team hatte in eigenen Untersuchungen nicht nur die erste Welle der Corona-Pandemie im Frühling 2020, sondern auch die Korrelation zwischen Allergie und Infektionsrisiko über das gesamte Jahr in Berlin, Wiesbaden und München betrachtet. Ihre Auswertung zeigte, dass gerade in der Saison der Frühblüher 2020 ein ähnlicher Zusammenhang zwischen Pollenflug und Infektions­zahlen besteht. Jedoch wären in der zweiten Welle im Herbst und Winter 2020 die Infektionszahlen sogar noch deutlich stärker und schneller angestiegen, als in der ersten Welle, und das ohne Pollensaison.

Ein Mann niest heftig und hält sich ein Taschentuch vor die Nase. (Symbolbild)
Bei Heuschnupfen kann das Corona-Ansteckungsrisikio erhöht sein. (Symbolbild) © Science Photo Library/Image

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Daraus schließen die Experten, dass Pollen und der Pollenflug nur eine von vielen möglichen Einfluss­faktoren auf das Corona-Infektionsrisiko seien. Wer sich ausgewogen ernährt und auf einen erholsamen Schlaf achtet, dessen Immunabwehr sollte grundsätzlich für eine Corona-Infektion gut gewappnet sein – unabhängig von einer Pollenallergie. „Allergiker und Nichtallergiker sollten keine Sorgen oder gar Ängste entwickeln, durch den Kontakt mit Pollen in der Außenluft bevor­zugt eine Infektion mit Coronaviren zu erleiden“, erläuterte die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID). Bei Pollenallergikern mit stark geschädigten Schleimhäuten könne das Infekti­onsrisiko erhöht sein. Bei Allergikern, die symptomatisch behandelt würden, sei dies aber weniger der Fall.

Um den Heuschnupfen von einer möglichen Corona-Infektion zu unterscheiden*, erläutern Experten die entscheidenden Symptome, auf die Betroffene achten sollten. *Merkur.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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