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Heuschnupfen und Corona-Impfung: Laut Allergologe „eigentlich kein höheres Nebenwirkungsrisiko“

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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In seltenen Fällen kann eine Covid-Impfung starke allergische Reaktionen hervorrufen, weshalb Allergiker verunsichert sind. Was Experten raten.

Wiesbaden – Mittlerweile sind in Deutschland über 75,8 % der Menschen vollständig gegen Corona geimpft. Darunter fallen auch Personen mit Allergien wie Heuschnupfen. Zwar kann es nur in äußerst seltenen Fällen zu Risiken und Nebenwirkungen nach einer Impfung gegen Corona kommen, doch es gibt nach wie vor auch Allergiker, die Bedenken und Sorgen haben aufgrund der Covid-Impfung und der für sie möglicherweise erhöhten Nebenwirkungen.

Wichtig ist zunächst, zu differenzieren, dass ein mögliches Risiko nicht ausschließlich von den Corona-Impfstoffen ausgehe. Im Zusammenhang mit Medikamenten und so auch mit Impfstoffen könnte es immer im Ausnahmefall zu allergischen Reaktionen kommen, erklärt Professor Dr. med. Ludger Klimek, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen e. V. in Wiesbaden, gegenüber www.internisten-im-netz.de.

Heuschnupfen und Corona-Impfung: Laut Allergologe „eigentlich kein höheres Nebenwirkungsrisiko“

„Viele möchten sich impfen lassen und freuen sich auf die Impfung und dann lesen sie, dass womöglich schwere Reaktionen folgen können – das hat große Verunsicherung hervorgerufen“, so der Allergologe. Niemand würde durch den Impfstoff eine Allergie wie Heuschnupfen bedingt durch bestimmte Pflanzen wie Hasel oder Neurodermitis entwickeln, sondern sei vielmehr bereits vorher auf einen Inhaltsstoff sensibilisiert worden, erklärt Professor Klimek. Gespritzt ist die Dosis dieses Inhaltsstoffes aber höher, weshalb es in sehr seltenen Fällen zu starken Reaktionen kommen kann.

Ärztin setzt mit Spritze für Corona-Impfung am Oberarm eines Patienten an. (Symbolbild)
In sehr seltenen Fällen kann eine Covid-Impfung starke allergische Reaktionen hervorrufen. (Symbolbild) © Mareen Fischinger/Imago

Dieser Schwierigkeit unterliegen nicht alle Allergiker gleichermaßen: „Wer einen Heuschnupfen hat, hat eigentlich kein höheres Nebenwirkungsrisiko als Menschen ohne Allergie.“, betont der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Gleichzeitig haben auch Allergiker kein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Corona.

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Heuschnupfen und Corona-Impfung: Allergieauslösender Inhaltsstoff könnte Nebenwirkung verusachen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) schrieb bereits 2021 in ihrem Epidemiologischen Bulletin: „Nach der derzeitigen Datenlage ist ein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen für Personen mit vorbekannten allergischen Erkrankungen bei der COVID-19-Impfung nicht anzunehmen, sofern keine Allergie gegen einen Inhaltsstoff der jeweiligen Vakzine vorliegt.“

Die Allergiker, die jedoch schon einmal Reaktionen auf bestimmte Medikamente gezeigt hätten, könnten möglicherweise auf bestimmte Inhaltsstoffe der Impfstoffe allergisch reagieren. Bekannte allergieauslösende Stoffe in Medikamenten seien:

Es sei schwierig bis unmöglich, ein solches Risiko komplett auszuschließen. Nebenwirkungen treten in der Regel bis zu zwei Wochen nach der Corona-Impfung* auf. Betroffene, die schon einmal Überreaktionen auf Inhaltsstoffe bestimmter Medikamente zeigten, sollten sich bestenfalls mit ihrem Allergologen besprechen.

Die wichtigsten Informationen für Allergiker zur Impfung gegen COVID-19 stellt die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften in einer Patienteninformation zur Verfügung. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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