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HIV-Infektion natürlich geheilt? Patientin erlebt Medizin-Wunder

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Von: Jasmin Pospiech

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HIV ist eine Viruserkrankung, vor der sich viele Menschen fürchten. Doch nun ist einer Frau das Unmögliche geglückt: Ihr Immunsystem hat sich selbst geheilt.

Esperanza (Argentinien) – Diese Schreckensnachricht hat das Leben einer Frau aus Esperanza in Argentinien nachhaltig erschüttert: Im Jahr 2013 haben bei ihr Ärzte eine HIV-Infektion festgestellt. Diese Virusinfektion ist dafür bekannt, auf Dauer die körpereigenen Abwehrkräfte zu schwächen und das Immunsystem nachhaltig zu schädigen. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann sie einen schweren Verlauf annehmen, nach einiger Zeit kann sie sogar zu Aids führen.

HIV-Infektion natürlich geheilt? Patientin erlebt Medizin-Wunder

Allerdings lässt sich heutzutage mit einer HIV-Therapie und passenden Medikamenten Aids verhindern. Während früher noch die Diagnose als Todesurteil galt, können heute Betroffene mit der richtigen Behandlung gut und lange leben. Doch das Immunsystem der Frau aus Esperanza hat jetzt ein Wunder vollbracht: Nach acht Jahren Krankheit soll der Virus komplett aus ihrem Körper verschwunden sein.

Eine medizinische Angestellte nimmt Blut von einer Patientin ab. (Symbolbild)
Im Blut der Patientin konnte unter anderem die HIV-Infektion nicht mehr nachgewiesen werden. (Symbolbild) © Narendra Shrestha/dpa

Der Fall hat für so viel Furore gesorgt, dass er jetzt sogar im Wissenschaftsblatt „Annals of Internal Medicine“ erschienen ist. Die Wissenschaftler berichten darin, dass sie nicht einmal mehr Spuren an HI-Viren im Körper der Patientin gefunden haben. Und das, „obwohl eine massive Anzahl an Zellen aus dem Blut und dem Gewebe analysiert worden ist, weshalb man davon ausgeht, dass die Patientin sich auf natürlichem Wege selbst geheilt hat“, heißt es in dem Bericht weiter.

Zwar geben die Wissenschaftler zu bedenken, dass man sich nie ganz sicher sein könne. Dennoch ist der Fall so aufsehenerregend, da diese Art von Selbstheilung erst einer weiteren Betroffenen geglückt sein soll. Dabei handelt es sich um eine Frau aus Kalifornien namens Loreen Willenberg, die 2020 herausgefunden hat, dass sie 27 Jahre nach der Diagnose kein HIV mehr hat, wie die New York Times damals berichtete.

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HIV-Infektion natürlich geheilt? Patientin erlebt Medizin-Wunder

Zwei weitere anonyme HIV-Infizierte sind ebenfalls von der Viruserkrankung geheilt, aber erst, nachdem ihre Immunzellen im Rahmen einer Stammzelltherapie komplett ersetzt worden sind. Darüber hatte das medizinische Fachmagazin „The Lancet“ berichtet. Was allerdings auch interessant ist: Die Argentinierin, die aufgrund von Stigmata im Hinblick auf HIV-Positive in ihrem Land anonym bleiben möchte, soll allerdings auch zu einer seltenen Gruppe von HIV-Patienten gehören.

Diese haben meist eine solch geringe Viruslast im Körper, dass sie oftmals gar keine Symptome zeigen, auch wenn sie keine Behandlung erhalten. Allerdings macht diese Gruppe nur ein Prozent der weltweiten HIV-Infizierten aus. Forscher wissen noch nicht genau, wie das körpereigene Immunsystem den Virus zerstört hat.

Doch auch wenn die geheilten Fälle noch sehr selten sind, könnte das ausschlaggebend für die Zukunft Forschung sein, um Aids vielleicht heilen zu können. Ein gutes Omen ist sicherlich, dass „Esperanza“ nicht nur ein Ortsname ist, sondern auch im Spanischen für „Hoffnung“ steht. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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