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Pferde-Wurmkur gegen Corona: Zweifache Mutter stirbt nach Behandlung?

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Von: Jasmin Pospiech

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Es klingt zu kurios, um wahr zu sein: Doch im Kampf gegen Corona greifen Impfskeptiker neuerdings zu einem Anti-Wurmmittel für Pferde. Hat es einer Frau das Leben gekostet?

Loxahatchee (Florida) – Impfskeptiker scheuen die Corona-Impfung. Oft, weil sie Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen befürchten. Stattdessen setzen einige von ihnen auf natürliche Heilmethoden oder zweckentfremden sogar Medikamente, die gar nicht für Menschen gedacht sind. So ist es laut dem oberösterreichischen Apothekerverband dazu gekommen, dass das rezeptpflichtige Anti-Wurmmittel Ivermectin dort ausverkauft sein soll.

Pferde-Wurmkur gegen Corona: Zweifache Mutter stirbt nach Behandlung?

Dieses wird normalerweise Tieren, besonders Pferden, verabreicht, wenn sie von Würmern im Darm befallen* sind. Doch Impfskeptiker wie der prominente FPÖ-Chef Herbert Kickl (53) preisen genau dieses Medikament öffentlich als Mittel der Wahl im Kampf gegen Corona an. Er selbst habe auf Facebook kürzlich verlauten lassen, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und sich derzeit in Quarantäne befinde.

Eine Hand hält eine Ivermectin-Tablette. (Symbolbild)
Ivermectin als alternatives Heilmittel gegen Corona? In Oberösterreich ist es bereits ausverkauft. (Symbolbild) © Saulo Angelo/Imago

Bei Überdosierung kann es allerdings zu Vergiftungen kommen. Eine Frau soll deshalb bereits ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Allerdings heißt es, dass sie außer Lebensgefahr sei. Ein anderer Mann hingegen ist verstorben.

Wurmkur gegen Corona? Ivermectin als alternatives Heilmittel

Auch in den USA steht Ivermectin gerade hoch im Kurs. Die zweifache Mutter und Lehrerin Tamara Drock aus Loxahatchee im US-Bundesstaat Florida ist ebenfalls an Corona erkrankt und muss sogar ins Krankenhaus gebracht und intensivmedizinisch versorgt werden. Es geht ihr zunehmend schlechter, schließlich muss sie ans Beatmungsgerät.

Da verklagt ihr Mann Ryan Drock das Palm Beach Gardens Medical Center, in dem seine Frau liegt und will die Ärzte so dazu bringen, ihr Ivermectin zu verabreichen. Das berichtet das US-Newsportal The Palm Beach Post.

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Wurmkur gegen Corona? Gesundheitsbehörden warnen davor

Zwar verliert Drock den Prozess, doch der Richter erklärt, dass sich Krankenhaus und der Ehemann außergerichtlich einigen sollen. Auf Druck des Ehemanns soll Tamara Drock schließlich eine Dosis von einem der Krankenhaus-Ärzte verabreicht bekommen haben. Nach Meinung des Familienanwalts aber nicht genug. Nach zwölf Wochen sei die junge Frau schließlich aufgrund von Komplikationen verstorben. „Wir wissen nicht, ob Ivermectin ihr das Leben gerettet hätte, aber es hätte sein können“, meint Anwalt Jake Huxtable.

Dagegen hält die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel allerdings, dass Ivermectin sich nicht als effektiv im Kampf gegen Corona in vorklinischen Studien gezeigt hätte. Ärzte und das Robert Koch-Institut warnen vielmehr vor der Einnahme. Schließlich soll es in Österreich zu zahlreichen Vergiftungsfällen mit Ivermectin gekommen sein. Laut einem Bericht der dortigen Nachrichtensendung „ZiB 1“ liegt eine Frau aufgrund einer Überdosis des Medikaments sogar auf der Intensivstation. Glücklicherweise soll sie außer Lebensgefahr sein.*landtiere.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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