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Keime in Mehl: Österreichische Warentester werden fündig

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Von: Sven Trautwein

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Regelmäßig finden Lebensmittelkontrolleure Krankheitserreger in Mehl. Dieses Mal sind Weizen-, Dinkel- und Roggenmehl betroffen.

Berlin – 2020 wiesen rund zehn Prozent der untersuchten Weizenmehlproben Keime aus der Gruppe der Shigatoxin-bildenden Escherichia coli (STEC) nach. Einige davon können Magen-Darm-Beschwerden mit Durch­fall verursachen oder bei empfindlichen Personen gar zu Nieren­versagen oder Blut­gerinnungs­störungen führen.

Keime im Mehl gefunden: Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl betroffen. Österreichische Warentester wurden fündig. (Symbolbild)
Keime im Mehl: Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl betroffen. (Symbolbild) © agefotostock/IMAGO

Auch 2018 waren dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) in rund 15 Prozent der untersuchten Weizen-, Roggen- und Dinkelmehl­proben kritische Keime aufgefallen. Diese könnten in Verbindung mit verschiedenen Erkrankungen stehen. Erste Anzeichen sind oft Durchfall. Auch lebensbedrohliche EHEC-Varianten in Mehl seien sehr wahrscheinlich gewesen.

Keime im Mehl: Roher Keksteig und Dünger als Auslöser

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Das Trendlebensmittel „Cookie Dough“ ist nichts anderes als roher Keksteig. Ähnlich wie Eis in kleinen Portionen verkauft, hat er sich in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit erfreut. Doch gerade roher Teig birgt ein Gesundheitsrisiko. Keksteigmischungen werden mit wärmebehandelten Mehl hergestellt. Ob dies für das Abtöten der Keime ausreicht, ist noch nicht abschließend geklärt.

Treten E. Coli Bakterien in Proben auf, ist dies häufig ein Hinweis auf Verunreinigung mit Fäkalien. Für das BfR ist es sehr wahrscheinlich, dass die STEC-Erreger schon auf dem Feld in das Getreide gelangt sind. Durch Wildtiere, Bewässerung oder Dünger könne dies passiert sein, so das Bundesamt. Als Hobbygärtner lässt sich Dünger einfach selbst herstellen.

Verunreinigtes Mehl: Schimmelpilzgifte in beliebten Mehlsorten

In einem aktuellen Test untersuchte der österreichische „Verein für Konsumenteninformation“ 28 Vollkornmehlsorten. Obwohl kein STEC-Erreger gefunden wurde, wiesen alle Proben Schimmelpilzgifte auf. Ein langfristiges Gesundheitsrisiko bestünde laut des Vereins nicht. Alle Werte lägen unter dem gesetzlich festgelegten Höchstwert.

Krankheitserreger in Mehl: Hygiene hilft bei der Vermeidung von Infektionen

Diese Hygieneregeln sollten bei der Verarbeitung von Mehl unbedingt beachtet werden:

Krankheitserreger im Mehl: Müsli nicht beeinträchtigt

Haferflocken und andere Getreidearten, die für den kalten Verzehr geeignet sind, sind nur selten mit Keimen belastet. Stiftung Warentest berichtet, dass diese Zutaten bei der Herstellung gedämpft würden. Nach aktuellen Untersuchungen reiche die feuchte Hitze aus, STEC-Bakterien abzutöten. Bei einem Test von Haferflocken fielen diese drei Sorten durch.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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