1. 24vita
  2. Krankheiten

X- und O-Beine bei Kindern: Fehlstellungen sind oft altersbedingt

Erstellt:

Von: Christine Pander

Kommentare

Ein Mädchen rennt fröhlich einen Weg entlang, sie trägt eine braune Jacke mit Ohren. (Symbolbild)
Manche Kinder leiden unter X- oder O-Beinen. (Symbolbild) © Sofiya Garaeva/ Imago

O-Beine wie ein Profi-Fußballer oder X-Beine: Viele Kinder haben Bein-Fehlstellungen. Meistens verwächst sich das von alleine. Wann eine OP nötig ist.

Hamburg/Braunschweig – Wie so oft stellen sich Eltern auch bei X- oder O-Beinen ihrer Kinder die Frage: Ist das noch „normal“ oder Anlass für einen Arztbesuch? Verwächst sich das oder bleibt das so?

X- und O-Beine bei Kindern: Fehlstellungen sind oft altersbedingt

Gerade für kleine Kinder geben Experten Entwarnung. Bleibt die Fehlstellung aber bestehen, sollte man das genau im Auge behalten und je nach Schweregrad operieren lassen. Denn unbehandelt können solche Fehlstellungen gerade im Erwachsenenalter für Schmerzen und vorzeitigen Verschleiß sorgen.

Die gute Nachricht für alle Eltern: Sowohl X- als auch O-Beine sind in vielen Fällen ganz normal und korrigieren sich von selbst, sagt Prof. Ralf Stücker. Er ist leitender Arzt der Kinderorthopädie im Altonaer Kinderkrankenhaus. „Etwa bis 18 oder 24 Monate haben die meisten Babys und Kleinkinder O-Beine.“

X- und O-Beine bei Kindern: Phänomen gibt sich meist mit den ersten Schritten

Mit dem Laufen werden sie meist gerade. Doch manchmal ist das nicht von Dauer. „Dann beginnt das X-Bein-Alter“, sagt Prof. Stücker. Ungefähr bis zum sechsten oder achten Lebensjahr haben die meisten Kinder dann nach innen geneigte Knie. „Wenn die Fehlstellung danach noch besteht, korrigiert sie sich in der Regel nicht mehr von selbst.“

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Warum das so ist, bleibt meist unklar. Experten nennen das dann „idiopathisch“. Fehlstellungen können genetisch bedingt sein oder von bestimmten seltenen Erkrankungen verursacht werden, erklärt Ralf Stücker. Grund ist vielleicht auch ein starker Vitamin-D-Mangel: Im Extremfall werden die Knochen weich und verformen sich. Übergewicht kann wiederum die X-Stellung der Beine verstärken.

X- und O-Beine bei Kindern: Exakte Abklärung erfolgt per Röntgenbild

Wie ausgeprägt Fehlstellungen wie X- oder O-Beine sind, stellen Experten in der Regel nicht ausschließlich mit dem bloßen Auge fest. Deshalb wird ein Röntgenbild angefertigt und die Achsabweichungen vermessen, sagt Ralf Stücker. Dann wird die Fehlstellung einem der Schweregrade von leicht über mittel bis schwer zugeordnet.

Die leichten Fälle bleiben ohne operative Behandlung. Bei den mittelschweren und schweren Fällen ist die Wahrscheinlichkeit von vorzeitigem Verschleiß erhöht, etwa am Kniegelenk. Dann kann eine sogenannte Wachstumslenkung vorgenommen werden.

X- und O-Beine bei Kindern: Manchmal lässt sich OP nicht verhindern

Dabei sorgen kleine Klammern dafür, dass der Knochen an der richtigen Stelle nicht weiter wächst. „Wenn das Bein wieder gerade ist, wird die Klammer wieder entfernt“, sagt Stücker.

Wichtig sei, dass der Eingriff zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt wird. Wird zu früh operiert, kann es sein, dass die Fehlstellung zurückkommt, wenn das Kind weiter wächst. Ist ein Patient bereits ausgewachsen, lässt sich über die Wachstumsfuge nichts mehr korrigieren.

X- und O-Beine bei Kindern: Physiotherapie bietet wichtige Unterstützung

Fast immer ist bei solchen Fehlstellungen auch die Physiotherapie gefragt. Denn diese sogenannten Achsabweichungen wie X- oder O-Beine betreffen nicht nur die Knie, sondern meist auch die Füße und die Hüfte. Oft entwickelt sich daraus ein muskuläres Ungleichgewicht. Um dem vorzubeugen, sollten Eltern Auffälligkeiten beim Facharzt abklären lassen. (Mit Material von dpa).*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare