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Kinderwunsch bei Diabetes mellitus: Alles, was Sie wissen müssen

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Von: Jasmina Deshmeh

Diabetikerinnen sollten eine Schwangerschaft zwar gut planen – wenn Blutzuckerwerte und Gewicht stimmen, steht dem Kinderwunsch aber nichts im Weg.

Berlin – Frauen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes können normalerweise problemlos schwanger werden. Zwar bestehen gewisse Risiken, eine gute Planung und Betreuung durch eine/n Diabetes-SpezialistIn während der Schwangerschaft kann die Gefahr von Komplikationen aber deutlich reduzieren. Lesen Sie, worauf Sie achten müssen.

Kinderwunsch bei Diabetes: Schwangerschaft sorgfältig planen

Typ-1- und Typ-2-Diabetes sind zwar verschiedene Krankheiten, die Regeln vor und während einer Schwangerschaft sind aber ähnlich, wie die Deutsche Diabetes Hilfe weiß. Anders verhält es sich bei Frauen, die während der Schwangerschaft Diabetes entwickeln. Beim sogenannten „Schwangerschaftsdiabetes“ handelt es sich um ein abzugrenzendes Krankheitsbild.

Frauen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sollten bei Kinderwunsch möglichst frühzeitig mit ihrem/r DiabetologIn und ihrem/r GynäkologIn sprechen. Normalerweise beeinflusst Diabetes die Fruchtbarkeit nicht. Gibt es Schwierigkeiten, steckt meist eine andere Erkrankung wie das PCO-Syndrom dahinter.* Es ist aber wichtig, dass die Blutzuckerwerte stabil sind, denn ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann zu Folgeschäden bei der Mutter oder Fehlbildungen beim Kind führen. Möglicherweise muss die Therapie deshalb angepasst werden. Auch die Schilddrüse und das Gewicht sollten Frauen mit Kinderwunsch kontrollieren lassen. Außerdem ist es sinnvoll, sich vorab auf mögliche Diabetes-Folgeschäden (z.B. an der Netzhaut oder den Nieren) untersuchen zu lassen.

Kinderwunsch bei Diabetes: Gesunde Ernährung, nicht rauchen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, mindestens vier Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft mit der Einnahme eines Folsäurepräparates zu beginnen. Sie kann bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats einen offenen Rücken beim Kind verhindern. Eine jodhaltige Ernährung bzw. die Einnahme eines Jodpräparates sind zudem wichtig, um Schilddrüsenproblemen vorzubeugen.

Wie für alle Frauen gilt außerdem:

Kinderwunsch bei Diabetes: Während der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft mit Diabetes erfordert ein gutes Management: Denn je besser der Blutzuckerspiegel der Mutter eingestellt ist, desto besser für das ungeborene Kind. Ist der Blutzuckerspiegel der Schwangeren hoch, steigt er auch beim Baby und entsprechend viel Insulin wird produziert, warnt die Deutsche Diabetes Hilfe.

„Gewöhnt“ sich die kindliche Bauchspeicheldrüse daran, kann das Risiko für späteres Übergewicht und damit für Diabetes Typ-2 steigen. Schon im Bauch kann das Kind außerdem übermäßig wachsen und damit zu groß für den natürlichen Weg durch den Geburtskanal sein. Hinzu kommt, dass kurz nach der Geburt eine Unterzuckerung droht, weil die übermäßige Insulinproduktion erst einmal heruntergefahren werden muss.

Auch bei der Mutter kann es zu Komplikationen, wie einer Verschlechterung von Folgeerkrankungen, Bluthochdruck, Infektionen der Geschlechtsorgane oder sogar einer Schwangerschaftsvergiftung kommen. Werdenden Müttern mit Diabetes wird deshalb empfohlen, mindestens sechsmal täglich den Blutzucker zu messen. Und zwar jeweils einmal vor und eine Stunde nach jeder Mahlzeit. Da sich der Insulinbedarf im Schwangerschaftsverlauf ändert (im ersten Trimester sinkt er durch die Hormone, im zweiten Drittel steigt er meist schnell an), sollte eine Diabetes-Fachkraft die Insulingabe regelmäßig anpassen. Außerdem ist es sinnvoll, den Partner und das Umfeld aufzuklären, was im Falle einer schweren Unterzuckerung zu tun ist.

Kinderwunsch bei Diabetes: Gelten Besonderheiten für die Geburt?

Schwangere mit Diabetes sind immer Risiko-Schwangere und müssen engmaschig betreut werden. Experten empfehlen deshalb, die Geburt in einem sogenannten Perinatalzentrum (mindestens Level 2) durchzuführen. Diese Krankenhäuser sind auf Risikoschwangerschaften spezialisiert und verfügen über eine Neugeborenen-Intensivstation, auf denen die Kinder im Notfall schnell behandelt werden können.

Für die Zeit nach der Entbindung empfiehlt die Deutsche Diabetes Hilfe, sich ein gutes Team aus Diabetologen, Gynäkologen, Augen- und Kinderärzten zu suchen, damit Mutter und Kind bestens versorgt sind. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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