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Krampfadern: Mit diesen drei Methoden werden Sie sie endlich los

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Von: Jasmin Pospiech

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Krampfadern werden operativ entfernt. (Symbolbild)
Verkleben oder Strippen? Für die Behandlung von Krampfadern gibt es unterschiedliche Methoden. (Symbolbild) © Andrea Warnecke/dpa

Fast jeder dritte Deutsche ist von Krampfadern an den Beinen betroffen. Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Werden sie nicht behandelt, kann das fatale Folgen haben.

München – Für manche sind sie einfach nur unschön oder ein kosmetisches Problem, für andere können sie sehr schmerzhaft sein: Krampfadern. Dabei handelt es sich meist um erweiterte, geschlängelte und/oder knotig veränderte oberflächliche Venen. Mit dem Wort „Krampf“ hat das allerdings nichts zu tun. Der Begriff stammt aus dem Althochdeutschen aus dem Mittelalter für „Krummadern“. Daraus ist mit der Zeit das heute bekannte Wort „Krampfadern“ entstanden.

Hierzulande soll jeder Dritte davon betroffen sein, darunter häufig Frauen und ältere Personen. Krampfadern entstehen oftmals, wenn das Bindegewebe schwach ist. Das kann genetisch bedingt sein, aber auch nach einer starken Gewichtszu oder -abnahme erfolgen. Oftmals entstehen die dicken Adern unter der Hautoberfläche, wenn die Venentätigkeit nicht mehr richtig funktioniert.

Krampfadern: Mit diesen drei Methoden werden Sie sie endlich los

Gesunde Venen transportieren das verbrauchte Blut zurück zum Herzen. Deren Klappen fungieren dabei wie Ventile. Leiern allerdings die Gefäßwände aus, schließen sie nicht mehr richtig. Die Folge: Das Blut kann nicht mehr aus den Beinen nach oben gepumpt werden. Es versackt, die Venen schwellen an und werden mit der Zeit als bläulich-dicke Adern unter der Hautoberfläche sichtbar.

Bei einer Untersuchung gibt meist ein Venenfunktionstest Aufschluss darüber, wie es um die Venentätigkeit bestellt ist. Darauf folgt ein Ultraschall. Klagen Betroffene zudem über Schmerzen oder können sich nur noch eingeschränkt bewegen, muss schnell gehandelt werden.

Werden Krampfadern (Varizen) in besonders schweren Fällen schließlich nicht therapiert, kann es zu verheerenden Komplikationen kommen. Demnach droht sogar etwa eine Thrombose, ein Blutgerinnsel in einer Beinvene. Typische Symptome von Varizen sind:

Krampfadern: Wann sie operativ entfernt werden müssen

Krampfadern müssen aber nicht immer zu Beschwerden führen. Manche Betroffene stören sie nur optisch, sie fühlen sich unwohl und wollen zum Beispiel im Sommer keine kurzen Röcke oder Hosen tragen. Bei einer ausgeprägten Venen-Schwäche raten Ärzte daher dazu, sich regelmäßig körperlich zu betätigen (wie Walken, Radfahren oder Schwimmen) und leichte Gymnastik zu betreiben. Auch wenn es die Ursache nicht löst, sorgen Patienten so dafür, dass sich die Flüssigkeit in den Venen nicht staut.

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Hilft das nicht und sind die Beschwerden zu stark, werden die Krampfadern operativ entfernt. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

Krampfadern: Stripping – altbewährte und erprobte Methode unter Betäubung

Bei der Stripping-Methode handelt es sich um eine bekannte und erprobte Operation, bei der die betroffene Vene komplett entfernt wird. Diese kommt dann zum Einsatz, wenn die Vene sehr oberflächlich sowie nahe an Nervenbahnen verläuft und bereits stark erweitert ist. Außerdem wird sie von Ärzten empfohlen, wenn in der Vergangenheit bereits Venenentzündungen aufgetreten sind.

Die Stripping-Operation wird entweder unter Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Dabei wird ein Schnitt je nach betroffener Region in der Kniekehle oder der Leiste gesetzt, um den Zugang zu legen. Darüber wird dann eine Sonde in die oberflächliche Stammvene eingeführt. Der erkrankte Teil wird schließlich abgetrennt und herausgezogen. Mithilfe von kleinen Stichen werden zudem sichtbare Seitenäste der Krampfadern entfernt. Bei schweren Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Betroffene müssen sich nach dem Eingriff einige Wochen schonen, die Beine hochlegen und auch für einige Zeit einen Kompressionsstrumpf tragen.

Krampfadern: schonend mit Wärme entfernen

Bei einer Radiowellen-Behandlung hingegen handelt es sich um ein sehr schonendes Therapieverfahren. Hierbei erfolgt der Eingriff mithilfe von Ultraschall. Zuerst wird eine Punktion am Knie gesetzt und ein Katheter in die Stammvene eingeführt. Daran befindet sich ebenfalls wieder eine Sonde, die allerdings Radiowellen an die Gefäßwände leitet. Durch die Hitze wird die betroffene Vene beim Zurückziehen verschlossen. Große Schnitte braucht es nicht, auch keine Betäubung. Die Kosten werden nur teils von Kassen übernommen, sie liegen bei etwa 1.500 Euro. Ein Kompressionsstrumpf ist nur für ein paar Tage nötig.

Eine weitere Therapie, die ebenfalls mit Wärme arbeitet, ist die Laser-Therapie gegen Krampfadern. Auch dieser wird über eine Punktion eingeführt. Nebenbei wird der Eingriff mittels Ultraschall kontrolliert. Beim Zurückziehen des Lasers verschließt sich ebenfalls die Vene. Auch hier sind Betroffene danach größtenteils schnell wieder fit. Doch nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten von rund 1.500 Euro.

Wer hingegen nur mit kleinen Krampfadern oder gar Besenreisern (erweiterten Äderchen) zu kämpfen hat, kann diese mit einer Schaum-Sklerosierung veröden lassen. Allerdings kann es passieren, dass dies mehrmals wiederholt werden muss, damit sie ganz verschwinden. Meist müssen Patienten die Kosten selbst übernehmen. Grundsätzlich ist es allerdings empfehlenswert, sich immer von einem Venenspezialisten beraten und behandeln zu lassen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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