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Vitamin-D-Mangel könnte mit einer Demenz-Erkrankung in Zusammenhang stehen, wie Studie zeigt

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Vitamin D übernimmt vielfältige Aufgaben im menschlichen Körper. Möglicherweise könnte es auch das Risiko einer Demenzerkrankung senken. Eine Studie liefert interessante Ergebnisse.

Vitamin D ist das „Sonnenhormon“, das bei ausreichender Produktion die Stimmung verbessert und ein Gefühl von Ausgeglichenheit gibt. Vitamin D kann vom menschlichen Körper selbst gebildet werden, sofern die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist – über eine fotochemische Reaktion kann Vitamin D gebildet werden. Das Hormon stärkt zudem das Immunsystem und ist wichtig für die Gesundheit der Knochen sowie Muskeln. Untersuchungen und Studien deuten auch darauf hin, dass die Konzentration von Vitamin D im Körper Einfluss auf die Entstehung einer Depression und Demenz sowie Alzheimer hat. Hinsichtlich Krebserkrankungen zeigt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), dass Vitamin D signifikant Einfluss auf die Überlebenschancen von Krebspatienten hat.

Vitamin D: Welche Aufgaben das Hormon im Körper übernimmt

Vitamin D Kapseln
Ein Mangel an Vitamin D könnte das Risiko für eine Demenz erhöhen. © Science Photo Library/Imago

Laut Robert Koch-Institut (RKI) übernimmt Vitamin D wichtige Funktionen für den Knochenstoffwechsel, indem es die Aufnahme (Resorption) von Calcium und Phosphat aus dem Darm in die Knochen fördert. Vitamin D übernimmt damit eine Schlüsselrolle bei der Knochenmineralisierung. Darüber hinaus ist das Hormon wichtig für die Bildung von Proteinen und an der Steuerung einer Vielzahl von Genen beteiligt. Dadurch vermuten Mediziner einen möglichen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung und chronischen Krankheiten beziehungsweise EntzündungenStudien im Hinblick auf Depression und den Einfluss von Vitamin D sowie die Rolle von Vitamin D in einer Studie zu Alzheimer-Demenz geben Hinweise.

Vitamin D: Hormonmangel könnte das Risiko für Demenz erhöhen

In einer Studie untersuchte der Wissenschaftler Professor David Llewellyn der University of Exeter die Folgen von Vitamin D und das mögliche Risiko für eine Demenzerkrankung. Der Forscher untersuchte den Zusammenhang einer Kohorte von 1.658 älteren Amerikanern, bei denen sechs Jahre zuvor der Vitamin D-Spiegel im Blut bestimmt worden war. Da viele ältere Menschen in den Industrieländern sich wenig im Freien aufhalten, ist ein Vitamin-D-Mangel im Alter relativ weit verbreitet, so das Ärzteblatt.

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Inzwischen seien über 171 der Studienteilnehmer an einer Demenz erkrankt, bei 102 wurde die Diagnose Alzheimer gestellt. Professor Llewellyn konnte feststellen, dass Teilnehmer mit einem Vitamin 25(OH)D-Wert von unter 25 nmol/l – was als schwerer Mangel eingestuft wird – 2,25-fach häufiger an einer Demenz erkrankten. Das Risiko für eine Alzheimer-Demenz war um den Faktor 2,22 erhöht. Bei einem leichten Defizit von Vitamin 25(OH)D zwischen 25 und 50 nmol/l), stieg das Risiko um 53 Prozent beziehungsweise sogar um 69 Prozent. Weitere Analysen ergaben, dass eine Vitamin D-Konzentration von über 50 nmol/l notwendig wäre, um eine Demenzerkrankung zu vermeiden. Die an der Studie teilnehmenden Senioren mit niedrigem Vitamin D-Hormonspiegel im Blut hatten gemäß der Ergebnisse ein zweifach erhöhtes Risiko, an einer Demenz oder Alzheimer zu erkranken.

Vitamin-D-Mangel: Was dadurch im Gehirn passiert

Wie ein Vitamin-D-Mangel letztlich die Gedächtniszentren des Gehirns schädigen könne, ist noch nicht genau bekannt. Viele Hirnzellen hätten jedoch Rezeptoren für Vitamin D3 und auch das Enzym, 1a-Hydroxylase, das für die Synthese der bioak­tiven Form des Vitamins benötigt werde, sei im Gehirn verbreitet, erläutert Professor Llewellyn im Rahmen seiner Untersuchungen. Vitamin D würde auch von Makrophagen benötigt, die im Gehirn für die Beseitigung von schädlichen Proteinablagerungen zuständig sind.

Im Umkehrschluss bedeute ein Vitamin-D-Mangel jedoch nicht, dass ein Ausgleich des „Sonnenhormons“ vor einer Altersdemenz schützt. Letztlich sind es mehrere Faktoren, die die Entstehung einer Demenz begünstigen können.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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