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Krebs: Wie Corona die Krebstherapie voranbringt

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Von: Kristina Wagenlehner

Die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe nutzt auch Krebspatienten. Die Hoffnung: Mit dieser Technik zukünftig individuelle Krebsmedikamente herstellen.

Heidelberg – Könnte das leidige Coronavirus tatsächlich auch etwas Gutes bewirken? Ja, sagen Mediziner. In den Laboren von Biontech und Pfizer, die mRNA-Impfstoffe entwickeln, wird nämlich mit Hochdruck am Fortschritt der Krebstherapie geforscht. Die Erkenntnisse aus der Impfstoffentwicklung sind hier von großem Nutzen.

Krebs: Was die Krebstherapie so schwierig macht

Krebs kann entstehen, wenn sich körpereigene Zellen unkontrolliert vermehren. Was die Therapie von Krebs so schwierig macht: Anders als bei einem Corona-Impfstoff, der für alle Patienten derselbe ist, benötigt jeder Krebspatient ein auf seinen Tumor abgestimmtes Medikament. Das sei ein riesiger Aufwand, den ein mRNA-Verfahren aber deutlich verringern könne, sagt Dirk Jäger, Direktor des „Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen“ im Focus-Interview. Daher forschen auch Onkologen bereits seit Jahren an mRNA-Impfstoffen. Mit der Suche nach einer Corona-Impfung hat die Technologie nun „einen riesigen Schub nach vorne“ getan. Der Grund: Krebsmedikamente können mit diesem Verfahren hergestellt werden. Und zwar deutlich schneller und günstiger, so die Hoffnung.

Krebs: mRNA-Technologie für Krebstherapie nutzen

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind im Vergleich zu Johnson & Johnson mRNA-Impfstoffe.* Im Gegensatz zum Coronavirus geht es bei der Krebsforschung nicht um einen Impfstoff gegen die Erkrankung, sondern der Wirkstoff soll bereits vorhandene Tumore bekämpfen. Patientinnen und Patienten würden in regelmäßigem Abstand den Wirkstoff gespritzt bekommen. Ein weiterer Vorteil: Die mRNA kann einfach angepasst werden und so eine individualisierte Therapie gewährleisten. Klassische Behandlungen wie die Chemotherapie würden diese Wirkstoffe aber erstmal nicht ersetzen.

Ein weiterer Einsatzpunkt für die mRNA-Krebsmedikamente ist nach einer Operation: Wenn der Tumor aus dem Körper entfernt wurde können trotzdem mikroskopisch kleine Reste im Körper verbleiben. Der Impfstoff könnte dafür sorgen, dass diese Reste entfernt werden.

Krebs: Test ist schon in vollem Gange

Eine Impfung, um Krebs zu bekämpfen, ist nicht mehr nur reine Zukunftsmusik. Biontech testet gerade das Mittel BNT111, das mithilfe der mRNA-Technologie hergestellt wurde und verträglicher sein soll als aktuelle Methoden der Krebstherapie. Es soll bei Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadium eingesetzt werden, deren Tumoren schon Metastasen gebildet haben. Außerdem soll es als Anschlusstherapie nach OPs, bei denen der Tumor entfernt wurde, genutzt werden. Getestet wird BNT111 derzeit auf:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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