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Palmöl fördert Krebs? Ein Bestandteil soll Tumore massiv anregen

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Von: Jasmin Farah

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Palmöl gilt als umstritten. Es soll schlecht für das Klima und die Gesundheit sein. Letzteres zeigt eine neue Studie, die Beunruhigendes zutage fördert.

Barcelona – Klimaschützer warnen schon lange vor den katastrophalen Auswirkungen des Palmölanbaus auf Menschen, Tiere und Umwelt. Doch nun geht eine neue Studie einen Schritt weiter und zeigt auf, wie sehr der Konsum von Palmöl die Gesundheit beeinträchtigen kann. Wissenschaftler um Studienleiter Salvador Aznar-Benitah vom Institut Biomedizinische Forschung (IRB) in Barcelona haben festgestellt, dass ein Bestandteil des Palmöls höchst krebserregend sein soll. Dieser soll sogar dafür sorgen, dass Tumorzellen schneller streuen.

Palmöl fördert Krebs? Ein Bestandteil soll Tumore massiv anregen

Dazu haben sie in einem Versuch Mäusen mit Tumorerkrankungen eine Diät mit einem hohen Anteil an Palmöl* gefüttert. Eine andere Kontrollgruppe erhielt hingegen Nahrung mit (ungesättigter) Ölsäure oder Linolsäure. Das Ergebnis: Bei den Mäusen, die besonders viel Palmöl zu sich nahmen und damit auch die darin enthaltene gesättigte Fettsäure Palmitinsäure, sollen sich besonders viele Metastasen von Mund- und Hautkrebs gebildet haben.

Nahaufnahme eines Nuss-Nougat-Cremes-Glases, in dem ein Messer steckt. (Symbolbild)
In Nuss-Nougat-Creme ist eine Menge Palmfett. Wer sie konsumieren möchte, sollte auf einen ökologischen Anbau achten. (Symbolbild) © MiS/Imago

Öl- und Linolsäure, die unter anderem in Leinsamen- oder Olivenöl enthalten sind, sollen hingegen die Tumorstreuung nicht gefördert haben. Die Forscher gehen davon aus, dass die Palmitinsäure die Gene von Krebszellen verändert und die Entstehung sowie deren Ausbreitung begünstigt. Ihre Ergebnisse haben die Forscher vom IRB kürzlich im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht.

Palmöl fördert Krebs? Bestandteil vieler Fertigprodukte bedarf weiterer Studien

Allerdings gibt es noch keine Studien am Menschen, zudem ist den Forschern noch nicht klar, wie Palmitinsäure genau auf die Krebszellen wirkt und diese stimuliert. Stattdessen brauche es noch weitere Untersuchungen, heißt es weiter. Zudem wolle man Proteine erforschen, die die Reaktion der Tumorzellen auf Palmitinsäure stören könnten. (Lesen Sie auch: Frau hat gar keinen Krebs: Sechs Jahre bangt sie umsonst um ihr Leben)

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Palmöl selbst ist eines der meistbenutzten, da günstigsten, Fette in der Lebensmittelindustrie. Streichfette, Schokolade, Schoko-Aufstriche, Chips und Fertiggerichte enthalten große Mengen davon, auch Ernährungswissenschaftler warnen schon seit längerem vor einem übermäßigen Konsum dieser verarbeiteten Lebensmittel. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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