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Leukämie: Was die Diagnose bedeutet und welche Blutkrebsformen es gibt

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Leukämie, auch bekannt als Blutkrebs, ist eine seltene Krankheit: Etwa 11.000 Menschen erhalten jährlich die traurige Diagnose.

München – Unter dem Begriff Blutkrebs fallen verschiedene Krebserkrankungen des Blutsystems. Gemeinsam haben die Leukämien, dass sie von den Knochenmarkzellen ausgehen und meist durch eine hohe Zahl weißer Blutkörperchen erkennbar sind. Verschiedene Leukämiearten werden nach ihrem Verlauf unterschieden – dabei spricht man von akuter oder chronischer Leukämie. Leukämie macht 2,4 Prozent aller Tumorerkrankungen aus.

Akute Leukämie ist oft heilbar. Obwohl die chronische Leukämie nicht heilbar ist, kann die Lebenszeit von Betroffenen durch Therapien verlängert werden. Die chronischen Leukämien schreiten in der Regel viel langsamer voran als die akuten. Außerdem werden die Leukämien in myeloisch oder lymphatisch unterschieden. Hier geht es darum, welche Blutzellen betroffen sind. 

Was bedeutet Leukämie und was passiert im Körper?

Leukämien werden ausgelöst, wenn Leukozyten (die weißen Blutkörperchen) fehlgeschaltet sind und nicht normal reifen. Es entwickeln sich nun weiße Blutkörperchen, die nicht funktionsfähig sind. Und: Sie vermehren sich sehr schnell und verdrängen rote Blutkörperchen, Blutplättchen und gesunde weiße Blutkörperchen.

Durch diese verschiedenen Mangelzustände wird das Leben der Patienten gefährdet, es kommt zu Infektionen und nicht stillbaren Blutungen. 

Die vier wichtigsten Leukämie-Arten sind:

Alle vier Formen haben noch weitere Unterarten. Leukämie ist glücklicherweise eine seltene Krankheit. Mit steigendem Alter erhöht sich das Risiko, an ihr zu erkranken. Wenn Erwachsene Leukämie bekommen, ist es meistens die akute myeloische Leukämie. 

Chronische Leukämie ist in der Regel genetisch bedingt. Andere Risikofaktoren sind Strahlenbelastung, Kontakt zu chemischen Stoffen, manche Medikamente und Rauchen.

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Symptome der Leukämie – akut und chronisch

Akute und chronische Leukämien verlaufen unterschiedlich und bringen auch verschiedene Symptome mit sich. 

Die rasch voranschreitenden ALL und AML können folgende Symptome haben: 

Durch ein geschwächtes Immunsystem kommt es bei Leukämien vermehrt zu schwerwiegenden Infektionen. Bei einer chronischen Leukämie kommen die ersten Anzeichen langsam und sind zu Anfang oft harmlos und unspezifisch: Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Eine vergrößerte Milz kann zu Bauchschmerzen führen. Erst viel später schreitet die Krankheit fort. Es kommen Atemnot, Blässe, Herzrasen, Fieber und Nasen- oder Zahnfleischbluten dazu.

Rote und weiße Blutkörperchen. (Symbolbild)
Leukämie, auch als Blutkrebs bekannt, ist eine seltene Krankheit. (Symbolbild) © Science Photo Library/IMAGO

Blutkrebs erkennen: Die Diagnose

Sollte ein Verdacht auf Leukämie bei Ihnen bestehen, ist eine sofortige Abklärung beim Facharzt notwendig. In erster Linie wird Ihr Arzt ein Blutbild erstellen lassen und auch Ihr Knochenmark untersuchen. Wenn der Krebs bei Ihnen festgestellt wurde, müssen weitere Krebsherde im Körper ausgeschlossen werden. Auch die Unterform der Leukämie wird durch Laborverfahren bestimmt. 

Neuere Verfahren wie die Zytogenetik helfen dabei, den möglichen Verlauf der Krankheit zu bestimmen. Mit einer Lumbalpunktion erkennt Ihr Arzt, ob die betroffenen Zellen im Rückenmarkskanal vorkommen und das zentrale Nervensystem angegriffen haben.

Therapie der Leukämie

Wie die Behandlung des Blutkrebs abläuft, hängt davon ab, um was für eine Form es sich handelt, wie weit sie fortgeschritten ist und wie alt und wie fit die Betroffenen sind. Die Hauptbehandlung ist eine Chemotherapie mit Zytostatika. Diese Medikamente hemmen Krebszellen, sich zu vermehren. Welche Wirkstoffe eingesetzt werden, ist von der Leukämieform abhängig.

Das Ziel der Therapie ist, dass die Krebszellen zurückgedrängt und zerstört werden. Auch ein Rückfall der Krebszellen muss vermieden werden. Aufgeteilt wird die Therapie meist in drei Phasen: Induktionstherapie, Konsolidierungstherapie und Erhaltungstherapie. 

Im weiteren Verlauf können weitere Chemotherapien nötig sein oder auch eine Transplantation von Stammzellen. Bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) werden auch Strahlenbehandlungen eingesetzt. Bei der chronischen myeloischen Leukämie wird die Therapie meistens weniger aggressiv gestaltet, stattdessen wird die Krankheit dauerhaft behandelt. Eine Heilung ist bisher noch nicht möglich, dafür können jedoch Symptome gelindert werden. 

Die chronische lymphatische Leukämie ist ein Sonderfall. Solange es den Betroffenen gut geht, wird in manchen Fällen keine sofortige Therapie nötig. Neue Therapiemöglichkeiten werden gegenwärtig entwickelt und haben positive Ergebnisse gezeigt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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