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Leben mit Parkinson: Krankheit bis ins fortgeschrittene Stadium sehr gut behandelbar

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Mann mit Stock
Parkinson ist nicht nur eine Erkrankung, die die Motorik beeinträchtigt. © Zoonar.com/Yuri Arcurs peopleimages.com/Imago

Die neurologische Erkrankung betrifft nicht nur das Gehirn, auch beispielsweise den Darm. Umso wichtiger sind Therapiemöglichkeiten mit verschiedenen Ansätzen.

Parkinson ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen weltweit. Alleine in Deutschland sollen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e. V. circa 400.000 Menschen betroffen sein – Tendenz steigend. Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Doch Wissenschaftlicher forschen unermüdlich an neuen Behandlungsmöglichkeiten – mittlerweile ist die Krankheit bis ins fortgeschrittene Stadium bereits sehr gut behandelbar. Dank der Therapien können die Beschwerden, von denen sich bestimmte Symptome schon früh zeigen, in den meisten Fällen gelindert werden, doch die Ursache lässt sich noch nicht behandeln. „Das ist definitiv das erklärte Ziel für die zukünftige Therapie der Parkinson-Erkrankung, in Zukunft ursächlich behandeln zu können, sodass eine relevante Beeinträchtigung im Alltag oder eine Behinderung verhindert werden kann“, betont Dr. Eva Schäffer vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein gegenüber der Deutschen Hirnstiftung.

Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson

Zudem kann das frühzeitige Erkennen der Krankheit den Therapieerfolg erheblich verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen steigern. Bisher ist die Dopamin-Ersatztherapie eine Form der Therapie, die hauptsächlich bei Patienten eingesetzt wird. Diese umfasst Medikamente wie Levodopa (L-Dopa) und Dopaminagonisten.

Zusätzliche Medikamente wie COMT-Hemmer und MAO-B-Hemmer verzögern den Abbau von Levodopa beziehungsweise Dopamin im Körper und unterstützen so die Wirksamkeit von Levodopa.

Tiefe Hirnstimulation, wenn Medikamente keine signifikante Besserung bewirken

Moderne Stimulationsverfahren und neue Therapien bieten Hoffnung. Die sogenannte Tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein bewährtes Verfahren, das seit über 25 Jahren schon weltweit angewendet wird – insbesondere bei Patienten, deren motorische Störungen die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

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Auch der sogenannte MRT-gesteuerte fokussierte Ultraschall ist ein Meilenstein in der Behandlung und wird beispielsweise am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein erforscht. Mithilfe dieser Therapie kann das für Parkinson typische Zittern, auch Tremor genannt, deutlich verringert werden.

Ein europäisches Forschungsprojekt unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Katrin Amunts des Universitätsklinikums Düsseldorf arbeitet zudem daran, das menschliche Gehirn als Computer-Modell nachzubauen. Dies könnte zukünftig helfen, neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson besser zu verstehen und zu bekämpfen.

Auch die Physiotherapie ist ein wichtiger Pfeiler in der Parkinson-Therapie

Darüber hinaus ist die Physiotherapie ein wesentlicher Bestandteil der Parkinson-Behandlung, da sie Beweglichkeit, Körperstabilität und Reaktionsfähigkeit fördert, so das Portal Neurologen und Psychiater im Netz. Durch die Bewegungstherapie kann auch Versteifungen der Gelenke im fortgeschrittenen Stadium vorgebeugt werden. Frühzeitig angesetzte Behandlungen können bei manchen Patienten helfen, die benötigte Medikamentendosis sogar zu reduzieren.

Weitere Maßnahmen: Sprech- und Psychotherapie in der Parkinson-Behandlung

Neben der Physiotherapie kann die Logopädie bei Sprechstörungen helfen, indem sie die Muskeln für Stimmvolumen, Atemtechnik und klare Aussprache trainiert. Dies verbessert nicht nur die Kommunikation, sondern erleichtert Patienten stückweise auch den sozialen Umgang. Da Parkinson auch eine für Patienten psychisch belastende Erkrankung sein kann, sind bei Anzeichen einer Depression oder Psychose zusätzliche medikamentöse und psychotherapeutische Therapien möglich und sinnvoll.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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