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Long Covid: Herzinsuffizienz oder Demenz als Spätfolge möglich?

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Eine 3D Illustration eines Gehirns in dem das Corona-Virus zu sehen ist. (Symbolbild)
Corona-Virus: Eine Infektion kann Schäden im Gehirn verursachen. (Symbolbild) © Alexander Limbach/Imago

Das Coronavirus kann Wochen nach der Ansteckung noch Organe wie das Gehirn befallen. Eine US-Studie zeigt, warum das so ist und welche Folgen es hat.

Maryland – Long Covid: Einige von uns haben diesen Ausdruck bereits gehört, manche wissen, was er bedeutet und viele fürchten ihn. Denn dieser Begriff beschreibt gesundheitliche Langzeitfolgen, die sich bei Betroffenen noch lange nach einer akuten Corona-Erkrankung bemerkbar machen und nicht selten chronisch werden können. Es handelt sich dabei um Symptome, die mehr als vier Wochen nach Beginn der Corona-Erkrankung anhalten oder neu auftreten.

Long-Covid: Herzinsuffizienz oder Demenz als Spätfolge möglich?

Das US-National Institutes of Health (NIH) hat in einer aktuellen Studie belegen können, dass das Coronavirus fast jedes Organsystem im menschlichen Körper infizieren kann, auch Tage und Wochen nach der Ansteckung. Dies scheint eine Erklärung, warum „Long Covid“-Patienten die lang anhaltenden Symptome zeigen. Die Ausführung der NIH-Studienautoren gilt bisher als eine der umfassendsten Übersichten darüber, wie sich Covid in menschlichen Zellen vermehrt und anschließend im menschlichen Körper verbleibt.

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Long-Covid hinterlässt Viruspartikel im ganzen Körper

Im Rahmen der Studie entnahmen und analysierten die NIH-Forscher Gewebe von 44 Patienten, die im ersten Jahr der Pandemie 2020 nach einer Coronavirus-Infektion starben. Davon waren 29,5 Prozent weiblich, mit einem Durchschnittsalter von 59,2 Jahren sowie unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit. Das Faszinierende: Mittels Analyse fand man in mehreren Teilen des Körpers, einschließlich des Herzens und des Gehirns, noch Viruspartikel – und das bis zu 230 Tage nach Beginn der ersten Symptome.

Coronavirus kann monatelang in Organen überleben

„Wir fragen uns schon lange, warum Long-Covid so viele Organsysteme betreffen kann“, verdeutlicht Ziyad Al-Aly, MD, Direktor des Clinical Epidemiology Center des Veterans Affairs St. Louis Health Care System in Missouri. „Dieses Studienpapier wirft Licht ins Dunkel und kann helfen, zu erklären, warum Long Covid selbst bei Menschen mit leichten oder keinen Beschwerden auftreten kann.“ Al-Aly war an dieser Studie nicht direkt beteiligt, hat jedoch die langfristigen Auswirkungen von COVID-19 ebenfalls untersucht.

Long-Covid kann viele Organe betreffen und möglicherweise chronisch enden

Die Studienergebnisse zeigen, dass die höchste Virenlast durch SARS-CoV-2 zunächst in den Atemwegen und der Lunge vorliegt. Über kurz oder lang können sich die Corona-Viren nach Infektion auch auf Zellen im gesamten Körper ausbreiten, sogar im gesamten Gehirn. „Wir wissen noch nicht, welche chronische Krankheiten in den kommenden Jahren dadurch entstehen können“, verdeutlichen die Studienautoren. Ob sich möglicherweise bei Corona-Überlebenden auch eine früh einsetzende Herzinsuffizienz oder Demenz durch Long Covid entwickelt, kann derzeit noch nicht beantwortet werden.

Alle aktuellen Erkenntnisse machen jedoch deutlich, wie wichtig die Eindämmung von möglichst vielen Covid-Infektionen ist - nicht nur aufgrund von Todesfällen, vielmehr auch, um die Long Covid-Langzeitfolgen der Corona-Pandemie zu verhindern. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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