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Long Covid: Geringe psychische Belastbarkeit ist Risikofaktor

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Von: Judith Braun

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Wer noch Monate nach einer Corona-Infektion Symptome hat, leidet meist unter Long Covid. Es gibt Faktoren, die das Risiko dafür begünstigen.

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen: Wer nach einer Corona-Infektion unter Langzeitfolgen leidet, hat oftmals mehrere Monate danach noch immer mit Symptomen zu kämpfen. Menschen, die von Long Covid betroffen sind, können deshalb oftmals längere Zeit nicht mehr ihrem Beruf nachgehen und sind in ihrer Lebensqualität erheblich eingeschränkt. Forscher suchen derweil nach Risikofaktoren, die Long Covid begünstigen. Laut einer neuen Studie kann auch die psychosoziale Belastbarkeit eine Rolle spielen.

Long Covid: Geringe psychische Belastbarkeit ist Risikofaktor

Mann liegt mit Corona-Maske in einem Krankenhaus-Bett
Zehn bis 30 Prozent aller mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten haben mit Langzeitbeschwerden zu kämpfen. (Symbolbild) © Cavan Images/IMAGO

Forscher aus den USA fanden in ihrer Studie bereits heraus, dass eine hohe Virenlast, bestimmte Antikörper, reaktivierte Eppstein-Barr-Viren (EBV) und Diabetes-Typ-2 vier potenzielle Risikofaktoren für Long Covid darstellen können. Nun legen die Ergebnisse einer weiteren Studie nahe, dass sowohl eine niedrige Resilienz als auch schwere Erkrankungssymptome in der Akutphase das Risiko für ein Post-COVID-Syn­drom (PCS) erhöhen.

Für die in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte Untersuchung setzte das Forscherteam um Prof. Thomas Bahner, Internist und Pneumologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, den sogenannten PCS-Score ein. Mithilfe dieses Tools konnten sie den Schweregrad der Erkrankung bei den Teilnehmern messen.

An der Studie nahmen 1400 Personen aus verschiedenen Regionen Deutschlands teil, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Mithilfe eines Fragebogens, der 12 Fragen beinhaltete, wurden nach der Akutphase einer Infektion verschiedene Symptombereiche abgefragt und daraus der PCR-Score berechnet.

Schwere Symptome in Akutphase können Long Covid begünstigen

Die Ergebnisse einer Kohorte aus Kiel zeigten, dass neurologische Beschwerden (61,5 %), Fatigue bzw. Müdigkeit (57,1 %) und Schlafstörungen (57,0 %) bei den Teilnehmern, von denen 90 Prozent ambulant versorgt wurden, die häufigsten anhaltenden Probleme waren. Die Betroffenen hatten noch sechs bis 12 Monate nach der Infektion damit zu kämpfen. In anderen Kohorten zeigte sich außerdem, dass höhere PCS-Werte in Zusammenhang mit einer geringeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität standen.

„Wie erwartet erhöhten schwere Erkrankungssymptome in der Akutphase das Risiko für ein Post-COVID-Syn­drom. Überraschend war jedoch, dass auch eine geringe psychosoziale Belastbarkeit und niedrige Resilienz zu einem PCS führen können“, erklärte Bahmer gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Indessen meldete ein Forschungsteam aus Israel Erfolge bei einer neuen Therapie gegen Long Covid.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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