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Mastzellaktivierungssyndrom: So bekommen Sie Ihr Immunsystem in den Griff

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Von: Anna Katharina Küsters

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Beim Mastzellaktivierungssyndrom reagiert das körpereigene Immunsystem heftig, schon auf kleinste Umweltreize. Eine Therapie lindert die Symptome.

Tönisvorst – Wer am Mastzellaktivierungssyndrom leidet, hat oftmals mit starken, sehr unangenehmen Symptomen zu kämpfen. Schon die Diagnose stellt viele Ärzte und Ärztinnen vor große Herausforderungen, denn oftmals sind die Symptome nicht eindeutig. Steht die Diagnose jedoch, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Krankheit erträglicher zu machen. Heilbar ist das Mastzellaktivierungssyndrom jedoch nicht.

Mastzellaktivierungssyndrom: So bekommen Sie Ihr Immunsystem in den Griff

Beim Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) ist die Funktion der körpereigenen Mastzellen gestört. Mastzellen sind besonders wichtig für eine gut funktionierende Immunabwehr. In den Stammzellen des Knochenmarks gebildet, sind Mastzellen dafür zuständig, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und die restlichen Zellen im Körper zu warnen. Besonders viele Mastzellen finden sich in unserer Haut und in den Schleimhäuten, wo sie bei einer Wunde oder Infizierung mit Erregern als Erstes in Kontakt mit der Gefahr kommen.

Zu sehen ist eine dunkelhaarige Frau, die im Bett liegt und sich die Nase putzt. (Symbolbild)
Das Mastzellaktivierungssyndrom kann auch Fließschnupfen auslösen. (Symbolbild) © jmguyon/Imago

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Bei Kontakt schütten die Mastzellen dann einen Botenstoffcocktail aus über 70 Stoffen aus, an denen die anderen Zellen erkennen, dass etwas nicht stimmt. Besonders hervorzuheben in dieser Botenstoffmischung sind Histamin und Heparin. Histamin weitet die Blutgefäße, Heparin sorgt für eine stärkere Darmbewegung. Diese Funktionen sind in einem gesunden Körper sehr wichtig, denn nur so kann sich der Körper der schädlichen Viren oder Bakterien entledigen. Eine laufende Nase, Entzündungen, Durchfall oder tränende Augen sind zwar unangenehm, sind aber Teil des Genesungsprozesses vieler Krankheiten.

Leidet eine Person nun unter dem Mastzellaktivierungssyndrom, sind die Mastzellen im Körper überaktiv. Die sehr empfindlichen Mastzellen lösen dann schon Alarmmechanismen bei minimalem Kontakt mit kleinsten Umweltreizen aus, sodass der Körper dauerhaft krank ist. Die ständig ausgeschütteten Botenstoffe führen daneben auch zur Produktion neuer Mastzellen, die gleich empfindlich sind und den Körper unter Dauerstress setzen.

Mastzellaktivierungssyndrom: Symptome und Diagnose

Laut dem Mastozytose-Verein gibt es eine Vielfalt an Symptomen, die auf das MCAS hindeuten. Eine Diagnose gestaltet sich schwierig, da es viele Krankheiten mit ähnlichen Symptomen gibt und viele Ärzte und Ärztinnen zu wenig über das Krankheitsbild wissen. Typische Symptome des Mastzellaktivierungssyndroms sind zum Beispiel:

Schon die lange Liste der Symptome deutet darauf hin, wie schwierig eine Diagnose ist. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass der Ursprung der Krankheit bisher nicht klar ist. Meist können Ärzteteams Genveränderungen feststellen, die die Mastzellenproduktion ankurbeln. Wahrscheinlich ist, dass mehrere Genveränderungen zusammenkommen müssen, um eine dauerhaft hohe Produktion der Mastzellen auszulösen.

Mastzellaktivierungssyndrom: Behandlung möglich, Heilung nicht

Da Genveränderungen als Ursache gelten, ist eine Heilung des Mastzellaktivierungssyndroms nicht möglich. Es gibt aber Medikamente, die die Symptome mildern und das Ganze erträglicher machen. Die am häufigsten angewendeten Medikamente sind Antihistaminika. Laut dem Uniklinikum Leipzig kommen Ergänzungsmedikamente wie Glukokortikosteroide oder Omalizumab hinzu. Es hilft zudem, sich histaminfrei zu ernähren, genügend Vitamin C aufzunehmen, auf Alkohol zu verzichten und die persönlichen Trigger herauszufinden. Das gelingt beispielsweise mit einem Symptomtagebuch. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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