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Dauer-Fließschnupfen im Alter: Stecken Alterstropfnase oder Heuschnupfen dahinter? 

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein älterer Herr sitzt im Freien und schnäuzt sich die Nase (Symbolbild)

Mit zunehmendem Alter verändert sich einiges im Körper, auch die Nase (Symbolbild) © Westend61/Imago

Mit dem Alter verändert sich so einiges, auch unsere Nase. Wenn sie immer wieder ohne Grund läuft, spricht man von einer „Alterstropfnase“. Welche Behandlungsmöglichkeiten es dann gibt.

Langenhagen – Wenn die Nase in der warmen Jahreszeit läuft und läuft, denken viele zunächst an Heuschnupfen oder eine Erkältung. Doch gerade bei älteren Menschen kann auch etwas anderes dahinterstecken: Eine Alterstropfnase. Woran Sie die unangenehme Erscheinung erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, lesen Sie hier.

Dauer-Fließschnupfen im Alter: Symptome bei Heuschnupfen

Bei ständigem Naselaufen im Frühjahr oder Frühsommer ist der Gang zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt ratsam. Denn weder eine Pollenallergie, noch eine Alterstropfnase sollten bagatellisiert werden. Werden Allergien über eine längere Zeit nicht behandelt, droht ein Etagenwechsel von den oberen in die unteren Atemwege. Hat sich die Entzündung einmal auf die Atemwege ausgeweitet, kann es zu allergischem Asthma kommen, das nicht ungefährlich ist.

Symptome, die neben Fließschnupfen auf eine Pollenallergie hindeuten, sind laut Deutscher Lungenstiftung:

Dauer-Fließschnupfen im Alter: Symptome und Ursachen der Alterstropfnase

Schätzungen zufolge steckt bei zehn bis 15 Prozent der Senioren aber etwas anderes hinter dem Dauer-Fließschnupfen: Eine Alterstropfnase (auch „Alterstriefnase“ genannt). Dabei fließt das Nasensekret mehr oder weniger unkontrolliert aus der Nase – äußere Einflüsse wie Temperaturschwankungen oder stark gewürzte Speisen können das Phänomen noch verstärken. Gleichzeitig ist die Nasenschleimhaut oft trocken, verkrustet oder die Nase verstopft.

Die Ursache der Alterstopfnase ist ein verändertes Zusammenspiel verschiedener Zelltypen und Drüsen in der Nasenschleimhaut, vermuten Experten. So nimmt die Anzahl bestimmter Zelltypen im Alter häufig ab, während andere Zelltypen unverändert bleiben. Kommt es zu Reizen über das Nervensystem, wird vermehrt wässriges Sekret gebildet. Hinzu kommt, dass das Flimmerepithel (Epithelzellen, die feinste Härchen besitzen) abnimmt. Der Schleimtransport stockt, Fremdkörper bleiben länger auf der Nasenschleimhaut und regen die Sekretproduktion zusätzlich an. Auch bestimmte Medikamente, auf die ältere Menschen womöglich angewiesen sind, und Veränderungen der Nasenform im Alter können die Alterstropfnase verstärken.

Dauer-Fließschnupfen im Alter: Ist eine Tropfnase gefährlich?

Die gute Nachricht: Gefährlich ist eine Alterstropfnase nicht. Allerdings können die Beschwerden Betroffene sehr belasten. Gehen die Symptome mit einer entzündlichen Veränderung der Nasenschleimhaut einher, kann der Arzt die Behandlung mit Glucocorticoiden anordnen, heißt es auf der Seite der Pharmazeutischen Zeitung. Sie hemmen auch die Sekretbildung.

Ist die Nase zusätzlich geschwollen, sollten abschwellende Nasensprays nicht über längere Zeit eingenommen werden, da es sonst zu einem Gewöhnungseffekt und langfristig zu einer Abhängigkeit kommen kann. Besser ist es, die Nasenschleimhaut mit Solesprays oder durch Inhalieren (zum Beispiel von Kamillentee) zu befeuchten. Vorsicht ist auch bei Verkrustungen geboten: Wer versucht, sie mit dem Finger zu entfernen, kann die Nasenschleimhaut verletzen.*

Wichtig ist, auf weitere Symptome wie ein starkes Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht zu achten, die auf eine Nasennenebenhöhlenentzündung (Sinusitis) hindeuten können. In seltenen Fällen sind dann Antibiotika nötig.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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