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Omikron einfach laufen lassen: Ist eine Durchseuchung besser als Impfen?

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Von: Jasmin Farah

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Omikron ist noch in vollem Gange. Laut mehreren Virologen ist eine Durchseuchung in den kommenden Wochen nicht mehr aufzuhalten. Zu unseren Gunsten?

Berlin – Es scheint, als ob sich fast täglich jemand Neues aus dem Bekannten- oder Freundeskreis mit Omikron zu infizieren scheint. Obwohl die Omikron-Welle ihren Höhepunkt erreicht hat, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) kürzlich verkündet hat, sind die Infektionszahlen noch immer sehr hoch. Manche Experten sprechen sogar schon von einer „Durchseuchung“. Doch was ist das? Und warum freuen sich manche Impfgegner darüber? Bedeutet das etwa, dass die stagnierende Impfquote hierzulande keine Rolle mehr spielt?

Omikron einfach laufen lassen: Ist eine Durchseuchung besser als Impfen?

Schließlich haben viele das Gefühl, dass jeder früher oder später die Corona-Variante bekommt. Schließlich gilt sie als hochansteckend, das gilt für Geimpfte wie auch Ungeimpfte. Manche, die den Piks aufgrund möglicher Nebenwirkungen scheuen, entscheiden sich sogar dazu, sich ganz bewusst auf Corona-Partys mit dem Virus anzustecken, um dann zu genesen. Schließlich gilt Omikron gleichzeitig als sehr mild im Vergleich zur vorherigen Delta-Variante. Demnach ist auch der Druck auf die Intensivstationen in den vergangenen Wochen gesunken.

Fußgängerzone zur Corona-Zeit. (Symbolbild)
Das Risiko ist derzeit sehr hoch, einer Corona-infizierten Person zu begegnen. (Symbolbild) © Imago

Befeuert wird das Ganze noch durch die Ankündigung von Bund und Länder, die Corona-Schutzmaßnahmen über die kommenden Wochen bis zum 20. März massiv lockern zu wollen. Dadurch könnte allerdings eine weitere Infektionswelle drohen – mit Absicht? Ist Infizieren also besser, als sich impfen zu lassen?

Omikron einfach laufen lassen: Superimmun dank Piks und Infektion?

Aktuellen Berichten zufolge ist es besser, wenn man allumfassend gegen Sars-CoV-2 geschützt ist und zukünftige Infektionen verhindert oder diese am Ende deutlich verlaufen. Nur so ist ein Ende der Pandemie, die Endemie, möglich.

US-Forschern zufolge habe sich demnach gezeigt, dass Personen, die grundimmunisiert sind und sich zudem mit der Omikron-Variante angesteckt haben, eine „Superimmunität“ gegen Covid-19 entwickeln. So habe sich der Antikörperspiegel im Körper der Probanden massiv erhöht, außerdem haben sich Antikörper auch auf den Schleimhäuten in Nase und Rachen gebildet.

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Diese sollen, wie der „Spiegel“ berichtet, die weitere Ansteckungsgefahr stärker reduzieren können als die Antikörper im Blut, die sich nur nach einer Impfung bilden. Personen, die allerdings weder geimpft noch genesen sind und sich mit Omikron infizieren, sollen hingegen auf Dauer eine geringere Immunität aufweisen.

Omikron einfach laufen lassen: Verbessert Novavax die stagnierende Impfquote?

Das bedeutet konkret: Wenn die nächste Corona-Welle im Herbst und Winter 2022/2023 anrollt, könnten sich ungeimpfte Genesene erneut mit einer anderen Corona-Variante oder sogar einer ganz neuen Mutation anstecken. Dann stünde uns ein neuer Pandemiewinter bevor, ein Ende wäre immer noch nicht in Sichtweite.

Demnach ist also eine reine Omikron-Infektion kein wertiger Ersatz für eine Impfung. Denn nur in Kombination werden wir über kurz oder lang genug Immunität aufbauen, um endlich die Endemie einläuten zu können. Doch dazu muss die Impfquote weiter angehoben werden. Ein Lichtblick ist nun die Ankündigung, dass bald der Totimpfstoff Novavax verimpft werden soll. Die nächsten Wochen werden es zeigen, ob sich mehr Bürger zu dem Piks durchringen können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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