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Corona-Variante Omikron: Moderna-Chef befürchtet geringere Wirksamkeit bei Impfstoffen

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Von: Jennifer Köllen

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Derzeitige Impfstoffe sollen nicht gut gegen die Omikron-Variante wirken. Erst im Sommer 2022 wird es einen neuen Impfstoff geben. Und jetzt?

Cambridge – Die Welt blickt auf Südafrika. Hier entwickelte sich die neue Corona-Variante B.1.1.529., welche jetzt Omikron heißt. Die Variante ist mittlerweile in vielen Ländern angekommen, nicht nur in Deutschland, Italien, Dänemark, Großbritannien, sondern auch den USA gibt es bestätige Fälle.

Die große Sorge von Wissenschaftlern und der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Omikron könnte wegen seiner vielen Mutationen nicht mehr mit den derzeitigen Impfstoffen bekämpft werden, weil diese nicht so gut gegen die neue Variante wirken. Das hat der Chef des Biologieunternehmens Moderna aus Cambridge, Stephane Bancel, jetzt bestätigt.

Corona-Variante Omikron: Moderna-Chef befürchtet geringere Wirksamkeit bei Impfstoffen

Zwar arbeitet Moderna bereits seit kurzem, als die ersten Fälle von Omikron bekannt wurden, an einem neuen Impfstoff – doch die Produktion geeigneter Vakzine werde Monate dauern.

Von einer Wirksamkeit wie bei der Delta-Variante gehe er derzeit nicht aus, sagt Bancel gegenüber der Financial Times. „Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie viel, weil wir die Daten abwarten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sagen eher: ‚Das wird nicht gut sein.‘“

Das ist ein klarer Dämpfer. Denn in den vergangenen Tagen hatten sich verschiedene Wissenschaftler zuversichtlich gezeigt, dass herkömmliche Corona-Impfstoffe auch einen gewissen Schutz gegen Omikron liefern werden.

Menschen stehen in der Schlange im Bayerischen Impfzentrum in München. (Symbolbild)
Omikron: Moderna-Chef befürchtet geringere Wirksamkeit bei Corona-Impfstoffen. (Symbolbild) © Sachelle Babbar/Imago

Corona-Variante Omikron: Experten rechneten erst in Jahren mit einer solchen Variante

Bancel sagte weiter, die meisten Experten seien davon ausgegangen, dass eine so stark mutierte Variante erst in ein oder zwei Jahren auftauchen würde. Das Problem sei, dass 32 der 50 Mutationen in der Omikron-Variante das Spike-Protein betreffen. Und auf dieses würden sich die derzeitigen Impfstoffe konzentrieren.

Die aktuell zugelassenen Impfstoffe trainieren das Immunsystem darauf, das Spike-Protein zu erkennen. Wenn sich dieses Protein jedoch stark verändert, wie bei Omikron, könnte das die Wirksamkeit der Impfungen reduzieren. Hinzu kommen laut Robert Koch-Institut (RKI) viele Mutationen – deren Bedeutung noch unklar ist. 

Ob die vorhandenen Impfstoffe gegen die Omikron-Variante wirken und ob sie schwere Krankheiten verursachen, darüber sollen innerhalb von zwei Wochen Daten vorliegen, sagte Bancel.

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Corona-Variante Omikron: Moderna-Chef rechnet erst im Sommer 2022 mit einem neuen Impfstoff

Die Frage, die alle brennend interessiert: Wann wird es den neuen Impfstoff gegen Omikron geben?

Moderna und Pfizer brauchen Vorlaufzeit für die Produktion, sagte Bancel. „Die Rechnung geht nicht auf. Aber könnten wir die Milliarde Dosen bis zum Sommer auf den Markt bringen? Sicher.“ Moderna könnte im Jahr 2022 insgesamt zwei bis drei Milliarden Dosen herstellen.

Allerdings gab Bancel zu bedenken, dass es riskant sei, die gesamte Produktionskapazität von Moderna auf einen auf Omikron ausgerichteten Impfstoff umzustellen, während andere Varianten noch im Umlauf sind.

Und was sollen die Menschen bis zum nächsten Sommer machen, um sich zu schützen? Bis ein neuer, angepasster Impfstoff zur Verfügung stehe, könne es sinnvoll sein, älteren Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem stärkere Auffrischungsimpfungen zu verabreichen, so Bancel.

Dafür werben derzeit auch deutsche Wissenschaftler: Wer den Booster noch nicht hat, solle sich ihn unbedingt holen. Dass eine Erst- und Zweitimpfung absolut notwendig ist, scheint besonders wegen der neuesten Entwicklungen offensichtlich. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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