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Mit einfachem Gewürz-Riechtest Parkinson frühzeitig erkennen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Parkinson ist eine neurologische Erkrankung im Gehirn und betrifft die Motorik und Bewegung. Doch auch ein gestörter Geruchssinn kann ein Frühsymptom sein.

München – Was hat Parkinson mit dem Geruchssinn zu tun, fragen Sie sich möglicherweise? Es mag für manche seltsam klingen, doch es ist wissenschaftlich belegt. Wie auch bei anderen neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer und Multiple Sklerose, so zeichnet sich auch Parkinson durch frühe Warnzeichen aus, die möglicherweise von Laien nicht mit dem typischen klinischen Erkrankungsbild in Verbindung gebracht werden.

Wenn Betroffene bestimmte Düfte nicht mehr riechen, kann das ein sehr frühes Warnzeichen einer angehenden Parkinons-Erkrankung sein.
Ein ganz einfacher Riechtest kann schon erste, frühe Anzeichen einer Parkinsonerkrankung liefern. (Symbolbild) © Robijn Page/Imago

Parkinson Frühsymptome: Wie wichtig das Riechen in der Diagnostik ist, zeigen Studien

„Die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e. V.“ (DPG) und „Die Deutsche Parkinson Vereinigung Bundesverband e. V.“ (DPV) wissen aus der Zusammenarbeit mit Medizinern, Patienten und Angehörigen, wie häufig von Beeinträchtigungen des Riechens der Betroffenen im frühen Stadium berichtet wird. Bereits in einer in der Zeitschrift „Der Nervenarzt“ veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2000 von Prof. Dr.med. Dr. med. habil. Dipl.-Psych. Christoph J. G. Lang u. a., konnte nachgewiesen werden, dass Riechstörungen bei Parkinson bilateral und im Frühstadium der Erkrankung auftreten. Im Rahmen der Untersuchung kam man zu dem Schluss, dass die Überprüfung der Geruchsfunktion eine wertvolle Methode in der klinischen Diagnostik sein kann.

Bereits vor mehr als 200 Jahren beschrieb der englische Landarzt James Parkinson (1755–1824) im Jahr 1817 erstmals die Symptome der „Schüttelkrankheit“. Heute weiß man, dass die möglichen Symptome wesentlich komplexer sind und über die verlangsamten Bewegungen (Akinese) gepaart mit Muskelsteifheit (Rigor), Zittern (Tremor) sowie Haltungsstörungen hinausgehen. Parkinson kündigt sich lange vorher an. „Lange Zeit glaubte man, dass diese rein motorischen Symptome die einzigen seien“, erklärte Professor Dr. Claudia Trenkwalder der Paracelsus-Elena Klinik in Kassel und der Universitätsmedizin Göttingen gegenüber der DPG.

Riechtest: Parkinson möglichst früh erkennen

Einen frühen und doch entscheidenden Hinweis, ob Sie Defizite im Geruchssinn und möglicherweise erste Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung zeigen, kann Ihnen schon ein ganz einfacher Riechtest zu Hause zeigen. Alles, was Sie dafür brauchen, finden Sie wahrscheinlich in Ihrer Küche im Gewürzschrank.

Ein gedämpfter oder fehlender Geruchssinn könnte ein erstes Frühsymptom einer Parkinson-Erkrankung sein.
Menschen, die Riechstörungen bemerken und den Duft bestimmter Gewürze nicht mehr wahrnehmen, könnten erste Frühsymptome einer Parkinson-Erkrankung zeigen. (Symbolbild) © Z Jan PantherMedia/Imago

Halten Sie allen voran Oregano und Vanille unter die Nase und prüfen, ob sie es riechen. Wenn Sie von den Gewürzen nichts oder entscheidend weniger als sonst riechen, wiederholen Sie den Riechtest zu einem anderen Zeitpunkt mindestens einmal. Kommen Sie dann zu einem ähnlichen Ergebnis, sollten Sie sich mit Ihren Beobachtungen an Ihren Hausarzt wenden. Dieser kann mit Ihnen zusammen entscheiden, ob es sinnvoll ist, Sie an einen Neurologen weiter zu überweisen. Ein fehlender Geruchssinn kann auch noch mit einer überstandenen Corona-Infektion zusammenhängen. In diesem Fall können das fehlende Riechen und Schmecken auch typische Symptome von Covid-19 sein. Ein Riechtraining kann bei Geruchsstörungen helfen.

Parkinson Früherkennung: Diagnostik über „Sniffin Sticks“-Test und Nasenschleimhautbiopsie

Bei ca. 80 Prozent der Parkinson-Patienten treten viele Jahre vor dem Ausbruch der motorischen Symptome bereits Riechstörungen auf, wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet. Diese können mithilfe eines in der Diagnostik anerkannten „Sniffin‘ Sticks“ Riechtests als sehr früher Risikofaktor identifiziert werden. Darüber hinaus ist es mittels eines speziellen Aggregations-Assay (RT QuiC) möglich, Verklumpungen des Proteins α-Synuclein in Gewebeproben der Nasenschleimhaut nachzuweisen. α-Synuclein-Ansammlungen befinden sich bei Parkinson-Patienten allen voran im Gehirn, wo sie im Verlauf der Erkrankung fortschreitend Nervenzellen in der schwarzen Substanz, sogenannte Substantia nigra, zerstören. Der Abbau der Nervenzellen in der schwarzen Substanz hat die typischen Bewegungsstörungen bei Parkinson-Patienten zur Folge.

Parkinson: Weltweit verbreitete Erkrankung mit komplexen Symptomen

Jedes Jahr am 11. April wird am Welt-Parkinson-Tag auf die Erkrankung, ihre Erforschung und Therapiemöglichkeiten aufmerksam gemacht. Über sechs Millionen Menschen weltweit leben mit einer diagnostizierten Parkinson-Erkrankung, die auch durch Prominente wie dem deutschen Schauspieler und Kabarettisten Ottfried Fischer (68) sowie US-amerikanischer Schauspieler Michael J. Fox (60) ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurde. Aktuell wird die Vermutung laut, ob möglicherweise auch Wladimir Putin erste Symptome der Parkinsonkrankheit zeigt.

Neben den Riechstörungen gibt es weitere Symptome, die auf ein frühes Stadium einer Parkinson-Erkrankung hindeuten können:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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