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Parodontitis: Neunfach erhöhtes Sterberisiko bei Corona-Patienten

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Von: Kristina Wagenlehner

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Leidet ein Corona-Patient an Parodontitis, besitzt er ein neunfach erhöhtes Sterberisiko. Denn die Entzündung im Mundraum beeinflusst den gesamten Körper.

Berlin – Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Gebisses. Diese Entzündung im Mundraum wirkt auf den gesamten Körper. Wird die Krankheit nicht behandelt, können schwerwiegende gesundheitliche Folgen auftreten.

Parodontitis: Neunfach erhöhtes Sterberisiko bei Corona-Patienten

Eine Parodontitis entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend und schmerzlos. Am Beginn steht die Zahnfleischentzündung. Wird diese nicht behandelt, entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich schädliche Bakterien vermehren können. Daraus kann eine bakterielle Infektion entstehen, die das Gewebe und den Kieferknochen angreift und abbaut. Der Zahn verliert seinen Halt und kann mit der Zeit sogar ausfallen. Deshalb gilt es, eine Parodontitis rechtzeitig zu behandeln.*

Zahnärztin untersucht die Zähne einer jungen Frau. (Symbolbild)
Parodontitis ist weit verbreitet. Ein möglicher Grund: Sie ist erstmal schmerzlos. (Symbolbild) ©  Westend61/Imago

Parodontitis: Gefährliche Wechselwirkungen

Die Auswirkungen einer Parodontitis beschränken sich nicht nur auf den Mundraum. Gelangen Bakterien und Entzündungsstoffe in den Blutkreislauf, wird der gesamte Körper in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Entzündungen werden begünstigt. Beispielsweise können Schwangerschaftskomplikationen damit einhergehen. Medizinische Studien zeigen zudem, dass die Parodontitis Wechselbeziehungen mit anderen Krankheiten eingehen kann. Dazu gehören:

Parodontitis: Warum sie die Todesrate steigert

Forscher aus Katar haben bei der Auswertung von 568 Patientenakten festgestellt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Zahngesundheit und dem Verlauf von Covid-19 gibt. Die Studie wurde im Journal of Clinical Periodontology veröffentlicht.

Demnach haben Patienten, die an der bakteriellen Entzündung des Zahnbettes leiden, ein höheres Risiko, auf einer Intensivstation behandelt werden zu müssen. Das Sterberisiko sei insgesamt um das Neunfache erhöht.

Woran liegt das? Die Forscher gehen davon aus, dass bei einer Parodontitis Bakterien aus dem Mund eingeatmet werden. Diese können die Lunge infizieren und den Gesundheitszustand dramatisch verschlechtern. Das gilt insbesondere für Patienten, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind.

Parodontitis: So beugen Sie vor

Einer Parodontitis beugen Sie mit sorgfältiger Mundhygiene vor: zweimal am Tag Zähneputzen und Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten verwenden. Wichtig auch: der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt. Angefangen werden sollte damit bereits im Kindesalter.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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