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Parosmie: Wenn Corona Nervenzellen beschädigt, die wir zum Riechen brauchen

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Von: Anna Katharina Küsters

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Viele Corona-Genesene verlieren zeitweise ihren Geruchs- und Geschmackssinn, genannt Parosmie. Manche riechen auch gar nicht mehr.

Jülich – Bei einer Parosmie nehmen Menschen Gerüche plötzlich anders wahr, als sie das bisher getan haben. Seit das Coronavirus sich seinen Weg durch die Gesellschaft bahnt, leiden immer mehr Menschen unter diesem Phänomen. Viele Untersuchungen gibt es dazu noch nicht, doch klar ist jetzt schon: Menschen mit verändertem Geruchssinn haben schwer damit körperlich und seelisch schwer zu kämpfen.

Parosmie: Corona-Genesene riechen anders als zuvor – das steckt dahinter

Eine Banane verliert ihren typischen süßlichen Geruch, Zwiebeln riechen dafür noch strenger und unerträglicher als vorher: Wenn sich dieser Zustand über Wochen oder Monate hinzieht, zehrt das nicht nur an den Nerven der Betroffenen, sondern kann sogar zu psychischen Störungen führen. Diese Krankheit läuft unter dem Namen Parosmie und tritt seit der Corona-Pandemie immer häufiger auf. Laut neuester Meta-Analysen sind sogar sieben von zehn Corona-Patienten davon zeitweise betroffen.

Zu sehen ist eine junge Frau, die an einer weißen Blüte riecht. (Symbolbild)
Nach einer Corona-Erkrankung nehmen Genesene Gerüche manchmal anders wahr als vorher. (Symbolbild) © Kniel Synnatzschke/Imago

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Parosmie: Das passiert in Nase und Gehirn

Der Körper ist normalerweise in der Lage, ein Zusammenspiel von verschiedenen Duftmolekülen über die Nase aufzunehmen und im Gehirn zu einem Geruch zusammenzuführen. Beim Geruch von Bananen funktioniert das laut Psychologin Kathrin Ohla genau so. Der uns bekannte Bananengeruch entsteht also als Ganzes erst im Gehirn.

Leiden Menschen nun aber unter Parosmie, sind Nervenzellen beschädigt, sodass das Gehirn den typischen Bananengeruch nicht mehr zusammenführen kann. Stattdessen entsteht einer für die Menschen neuer Geruch, den sie nicht unbedingt als angenehmer wahrnehmen. Besonders Gerüche, die vorher schon als schlecht wahrgenommen worden sind, empfinden Menschen mit Parosmie jetzt meist als noch unerträglicher. Dr. Ohla interpretiert Parosmie im Gespräch mit dem Verein Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren als Fehlfunktion, nicht als Warnsignal im Körper.

Parosmie: Keine Lösung in Sicht

Die schlechte Nachricht ist, dass es bei Parosmie bisher keine Medikamente oder sonstige medizinische Heilungen gibt. Der Rat der Ärzte und Ärztinnen lautet daher meist: Geduld. Die Hoffnung dahinter ist, dass sich die geschädigten Nervenzellen mit der Zeit wieder regenerieren und so der normale Geruchssinn zurückkehrt. Medizinerinnen und Mediziner testen gerade, ob ein Riechtraining Patientinnen und Patienten helfen kann.

Wer befürchtet, unter Parosmie zu leiden, kann beim Arzt einen Riechtest durchführen lassen. Dort bekommt der Patient oder die Patientin einen deutlich identifizierbaren Duft unter die Nase und muss beschreiben, was er riecht. Nimmt er etwas völlig anderes wahr, ist das ein Hinweis auf Parosmie. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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