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Pilze als natürliche Antidepressiva? So sollen sie Depressionen verhindern

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Von: Jasmin Pospiech

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Immer mehr Menschen sind weltweit von Depressionen betroffen. Betroffenen hilft jeder Hinweis auf Besserung. Forscher haben jetzt eine faszinierende Entdeckung gemacht.

Hershey (Pennsylvania) – Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch: Hierzulande gehören Depressionen zu den häufigsten und hinsichtlich ihres Schweregrads sogar am meisten unterschätzten Erkrankungen, wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt. Demnach sollen derzeit in Deutschland 11,3 Prozent der Frauen und 5,1 Prozent der Männer unter Depressionen leiden. Frauen sind damit sogar doppelt so häufig als Männer betroffen. Um Depressionen verstehen und behandeln zu können, wächst die Studienlage immer weiter an.

Pilze als natürliches Antidepressiva? So sollen sie Depressionen bekämpfen

Erst im Mai 2021 hat ein Forscher-Team des Penn State College of Medicine in Hershey (im US-Bundesstaat Pennsylvania) eine interessante Entdeckung gemacht. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass es eine Verbindung zwischen dem Verzehr von Pilzen und einem geringeren Risiko, an Krebs zu erkranken, geben soll. Daraufhin haben die US-Forscher Rückschlüsse gezogen und in weiteren Studien die gesundheitsförderlichen Effekte von täglichem Pilz-Konsum dokumentiert. Dabei kam heraus: Pilze enthalten mehrere Substanzen, die sogar gegen Depressionen helfen* können.

Eine Frau lächelt, während sie in einer Pfanne Pilze anbratet. (Symbolbild)
Pilze sind gesund und enthalten viele Nährstoffe. Doch können sie auch bei Depressionen helfen? (Symbolbild) © GMH/BDC/dpa

In ihrer Studie gehen die Wissenschaftler davon aus, dass man ein geringeres Risiko hat, an Depressionen zu erkranken, wenn man jeden Tag moderate Mengen an Pilzen isst. Ihre erstaunlichen Ergebnisse haben die Forscher jetzt im medizinischen Fachblatt „Journal of Affective Disorders“ veröffentlicht. Während es bis dato nur wenig Forschung über die antidepressive Wirkung von Pilzen gab, hatten die Forscher nun erstmals die Möglichkeit, Daten in einer großen, national angelegten Studie unter die Lupe zu nehmen.

Pilze als natürliches Antidepressiva? Verzehrmenge ebenfalls wichtig

Für die Studie wurden 24.699 Probanden befragt. 5,9 Prozent der Probanden gaben an, unter Depressionen zu leiden. Bei einem Fragebogen sollten die knapp 25.000 Teilnehmer alle Lebensmittel aufschreiben, die sie in den 24 Stunden zuvor zu sich genommen hatten. 5,2 Prozent aller Befragten hatten Pilze gegessen. Als Nächstes teilten die Forscher die Pilz-Esser in drei Gruppen ein, je nachdem, wie hoch ihr Pilz-Konsum war.

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Und hier kommt das Verblüffende: Diejenigen, die eine gemäßigte Menge Pilze (etwa 4,9 Gramm pro Tag) zu sich nahmen, waren die einzigen, die eine Verbesserung ihrer Depression sahen. In der Gruppe, die am meisten Pilze verzehrte (19,6 Gramm pro Tag), sahen die Forscher die Verbesserungen nicht. Deshalb kamen sie zu dem Schluss, dass sich offenbar nur der Konsum einer moderaten Menge an Pilzen günstig auf Depressionen auswirkt. Die Wissenschaftler vermuten, dass bestimmte Bestandteile in den Pilzen für die antidepressive Wirkung verantwortlich sein sollen. (Lungenkrebs-Studie: Kann Cannabisöl Tumore schrumpfen lassen?)

Pilze als natürliches Antidepressiva? Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf Psyche aus

„Pilze sind eines der Lebensmittel, das besonders viel der Aminosäure Ergothionein enthält – ein Antioxidans, das von Menschen nicht selbst hergestellt werden kann. Hohe Level können das Risiko von oxidativem Stress im Körper verringern, was wiederum die Symptome einer Depression vermindern kann“, erklärt auch Studienleiter Dr. Djibril Ba. Außerdem enthielten Pilze, vor allem Champignons, den Mineralstoff Kalium. Frühere Studien hätten bereits gezeigt, dass sich Kalium günstig auf das Stresslevel auswirkt.

Und dann gibt es noch weitere Bestandteile, die zum Beispiel im Pilz Igel-Stachelbart vorkommen. Diese „können neurotrophe Faktoren stimulieren, wie zum Beispiel den Nervenwachstumsfaktor (NGF). Das hat wiederum möglicherweise einen Einfluss darauf, um neuropsychiatrischen Erkrankungen wie schweren Depressionen vorzubeugen.“

Pilze als natürliches Antidepressiva? Weitere Studien sollen folgen

Die Forscher räumen ein, dass ihre Datenanalyse nicht angezeigt hat, welche Pilze die Probanden zu sich genommen haben. Dementsprechend kann auch nichts über eine mögliche antidepressive Wirkung einzelner Pilz-Arten gesagt werden.

Dennoch glauben die Forscher, dass das Studienergebnis nützlich ist – und ein vielversprechender Beginn für weitere Untersuchungen in der Depressions-Forschung. Schließlich helfe das Ergebnis dabei, zu verstehen, wie pflanzliche Lebensmittel, die reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien sind, zu einem gesunden Körper und Geist verhelfen können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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