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„Quantensprung“ für Brustkrebs-Therapie: Neues Medikament deutlich wirksamer

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Von: Kristina Wagenlehner

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Eine Brustkrebspatientin liegt in einem im Bett und hat von einem Arzt gerade einen Blister Medikamente bekommen. (Symbolbild)
Hoffnung für Brustkrebspatienten: Ein neues Medikament soll viele Todesfälle verhindern können. (Symbolbild) © Agefotostock/Imago

Die neue Studie sei ein „Quantensprung“ in der Brustkrebstherapie: Es könnte vielen Brustkrebspatientinnen und -patienten das Leben retten. 

Genf – „Quantensprung“, „praxisverändernd“, „bahnbrechend“ – so sind die Reaktionen auf eine Studie, die kürzlich auf der Onkologie-Konferenz in Genf („European Society for Medical Oncology 2021“ (ESMO)) vorgestellt wurde. Die Studie verglich zwei Medikamente, die im Kampf gegen eine der häufigsten Form von Brustkrebs, dem HER2-positiven Mammakarzinom, eingesetzt werden.

„Quantensprung“ in Brustkrebs-Therapie: AstraZenecas neues Medikament

Die Krebstherapie schreitet voran: Konnte erst kürzlich ein neues Medikament Tumore in kürzester Zeit schrumpfen lassen, zeigt sich nun ein weiteres Medikament deutlich wirksamer als sein Vorgänger. Der Wirkstoff „Trastuzumab-Deruxtecan“ (T-DXd) ist seit Januar dieses Jahres zugelassen und das Medikament wurde von AstraZeneca, das auch einen Corona-Impftstoff herstellt, entwickelt.

„Quantensprung“ in Brustkrebs-Therapie: Wie das Medikament wirkt

Nun wurde das neue Medikament mit der Standardmedikation verglichen, die Männer und Frauen bekommen, wenn sie an der Brustkrebsform „HER2-positivem Brustkrebs“ erkrankt sind. Laut der Medizinischen Universität Wien leiden 15 bis 20 Prozent der Patientinnen und Patienten an dieser Form.

„HER2“ ist der Name eines Wachstumsfaktor-Rezeptors. Er nimmt Signale von der Zelloberfläche auf, leitet sie in Zellinnere und regt damit Zellteilung an. Liegt dieser Wachstumsfaktor-Rezeptor in zu großer Menge vor, spricht man von „HER2-positiv“. „Trastuzumab-Deruxtecan“ wirkt nun gezielt gegen „HER2“.

Wie sein Vorgänger („Trastuzumab-Emtansin“ (T-DM1)) ist es ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, bei denen ein Antikörper und ein Chemotherapeutikum zusammen eingesetzt werden. Seit 2014 werden Brustkrebspatientinnen und -patienten damit behandelt. Auch das Klinikum Freising geht in der Brustkrebs-Forschung neue Wege.*

Prof. Janni erklärt seine Wirkung gegenüber der BILD folgendermaßen: „Auf der Oberfläche dieser Tumore sitzen Rezeptoren. Und diese Rezeptoren können adressiert werden. Das Medikament wird als Infusion gegeben, der Antikörper dockt an die Tumor-Rezeptoren an und gibt dann die Chemotherapie gezielt frei.“ Dadurch dringt das Chemotherapeutikum in die Zelle ein und kann die erkrankten Zellen abtöten.

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„Quantensprung“ in Brustkrebs-Therapie: Die Studie

In der aktuellen Studie wurden der „alte“ Wirkstoff („Trastuzumab-Deruxtecan“) mit dem „neuen“ („Trastuzumab-Emtansin“ (T-DM1)) verglichen. Rund 500 Erkrankte nahmen an der Studie teil. Bei 72 Prozent der Studienteilnehmer, die den Wirkstoff „Trastuzumab-Deruxtecan“ bekamen, zeigte sich, dass der Krebs nach zwölf Monaten nicht weiter fortschritt. Mit der Standardmedikation ist dies nur bei 34 Prozent der Fall.

Die Ärztezeitung spricht von einem „Quantensprung“ für Patientinnen und Patienten. Laut BILD kann das für jede siebte Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist, die Rettung bedeuten.

„Quantensprung“ in Brustkrebs-Therapie: Ab jetzt in die Praxis

Der Wirkstoff „Trastuzumab-Deruxtecan“ ist zwar bereits zugelassen, allerdings in Deutschland noch nicht offiziell auf dem Markt, da eine Phase-3-Studie bisher ausstand. Mit dieser Studie wird sich das jetzt ändern. ESMO-Präsidentin Solange Peters spricht von „praxisverändernden Daten“. Auch Professor Janni sagt: „Wir als Behandler werden es jetzt als das Mittel der Wahl bei unseren betroffenen Patienten einsetzen.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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