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Reizdarm: Diese Krankheiten in der Kindheit erhöhen das Risiko, später an einem Reizdarmsyndrom zu erkranken

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Von: Jasmina Deshmeh

Vogelperspektive einer Ärztin, die den Blutdruck eines Mädchens misst (Symbolbild).
Wer im in der Kindheit unter Allergien, Asthma oder Ekzemen leidet, hat ein höheres Risiko, später auch an einem Reizdarm zu erkranken (Symbolbild). © imago images / Cavan Images

Wer in der Kindheit an bestimmten Erkrankungen leidet, hat auch ein höheres Risiko, im Laufe des Lebens an einem Reizdarmsyndrom zu erkranken. Das haben schwedische Forscher in einer Kohortenstudie herausgefunden. 

Wien – Jährlich organisiert der gemeinnützige Dachverband der führenden europäischen Gastroenterologie-Gesellschaften (UEG ) die Kongressveranstaltung „United European Gastroenterology Week“ (UEG Week) in Wien, zu der Experten aus aller Welt eingeladen werden. Ein Forscherteam der University of Göteborg und des Karolinska Institute in Stockholm (Schweden) stellte dabei seine Forschungsergebnisse zur Entwicklung des Reizdarmsyndroms vor. Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler den Gesundheitszustand von 2.770 Kindern, von der Geburt bis zum Alter von 16 Jahren. Dabei kamen sie zu einem interessanten Ergebnis.

Reizdarmsyndrom: Asthma, Nahrungsmittelallergien und Ekzeme in der Kindheit erhöhen das Risiko

Bei den untersuchten Personen im Alter von 16 Jahren mit einem Reizdarmsyndrom war die Wahrscheinlichkeit, im Alter von 12 Jahren Asthma gehabt zu haben, fast doppelt so hoch (11,2 % gegenüber 6,7 %). Fast die Hälfte der 16-Jährigen mit Reizdarmsyndrom (40,7 %) berichtete außerdem, mit 12 Jahren von einer Nahrungsmittelallergie betroffen gewesen zu sein (im Vergleich zu 29,2 % der Kinder ohne Reizdarmsyndrom im Alter von 16 Jahren). Die Untersuchung zeigte auch, dass Asthma, Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten und Ekzeme im Alter von 16 Jahren mit einem erhöhten Risiko, zeitgleich ein Reizdarmsyndrom zu entwickeln, verbunden sind.

Leiterin der bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie, Dr. Jessica Sjölund vom Institut für Medizin an der University of Göteborg: „Die in dieser großen Studie gefundenen Assoziationen legen nahe, dass es eine gemeinsame Pathophysiologie zwischen häufigen allergiebedingten Erkrankungen und dem Reizdarmsyndrom bei Jugendlichen gibt“. Und: „Wir wussten, dass Allergie und Immundysregulation bei der Entstehung des Reizdarmsyndroms eine Rolle spielen könnten, aber frühere Studien über allergiebedingte Erkrankungen und das Reizdarmsyndrom sind widersprüchlich.“

„Dieses Wissen könnte die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für jugendliches Reizdarmsyndrom ermöglichen, die auf die Prozesse niedriggradiger Entzündungen abzielen, die bei diesen allergiebedingten Erkrankungen auftreten“, erklärt sie.

Reizdarmsyndrom: So sind die Forscher vorgegangen

Für die Studie baten die Forscher Kinder und Eltern, Fragebögen zu Asthma, allergischer Rhinitis und Nahrungsmittelüberempfindlichkeit im Alter von 1, 2, 4, 8, 12 und 16 Jahren auszufüllen. Mit 16 Jahren beantworteten die Kinder Fragen mithilfe des Rome-III-Fragebogens zu pädiatrischen gastrointestinalen Symptomen, wobei die Teilnehmer in folgende Gruppen eingeteilt wurden:

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Erkrankung des Verdauungstraktes, bei der die Funktion des Darms dauerhaft gestört ist. Häufige Symptome sind Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl (Blähbauch), Durchfall und Verstopfung. Die Therapie erfolgt durch Ernährungstherapie, Psychotherapie und Medikamente. Die Diagnose funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom ist häufig schwierig. Nach Angaben von UEG zieht nur einer von drei Menschen mit Symptomen des Reizdarmsyndroms oder Verstopfung eine medizinische Fachkraft zu Rate. (Mit Material von UEG)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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