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Reizmagen: Das hilft gegen diese unangenehmen Beschwerden

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine junge Frau mit gestreiftem Pullover greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Bauch (Symbolbild)

Krampfartige Schmerzen, Völlegefühl und saures Aufstoßen können auf einen Reizmagen hindeuten (Symbolbild) © View Stock/Imago

Ein Reizmagen kann sich durch unterschiedliche Symptome äußern. Entsprechend individuell ist die Therapie. Was Betroffene wissen müssen.

Wiesbaden – Wer immer wieder Beschwerden wie krampfartige Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl oder saures Aufstoßen ohne erkennbare organische Ursache hat, leidet möglicherweise an einem Reizmagen. Was die Ursachen sein können und wie er sich behandeln lässt, erfahren Sie hier.

Reizmagen: Was ist das genau?

Der Begriff Reizmagen ist eine Sammelbezeichnung für Beschwerden im Magen und Oberbauchbereich, die sich nicht auf eine organische Ursache zurückführen lassen. Der Reizmagen zählt damit, ähnlich wie der Reizdarm, zu den funktionellen Störungen – unter Medizinern „funktionelle Dyspepsie“ genannt.* In manchen Fällen treten beide Krankheitsbilder sogar zeitgleich auf. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Internisten (BDI) ist die Erkrankung in Deutschland relativ häufig: so klagt etwa jeder dritte Patient gelegentlich über diese Form von Verdauungsbeschwerden, bei jedem zweiten lassen sich keine organischen Gründe feststellen.

Über die Ursachen des Reizmagens ist bisher wenig bekannt. Experten gehen davon aus, dass bei Betroffenen das Nervensystem des oberen Magen-Darm-Traktes überempfindlich auf äußere und innere Reize reagiert. So kann beispielsweise Magensäure, die in die Speiseröhre gelangt, zu Beschwerden führen. Auch eine gestörte Magenbeweglichkeit (Peristaltik), Magenschleimhautentzündungen und psychische sowie ernährungsbedingte Gründe kommen laut BDI als Ursache in Frage. Von einem Reizmagen sprechen Mediziner erst, wenn die typischen Beschwerden innerhalb eines halben Jahres für mindestens drei Monate auftreten und ein organischer Auslöser ausgeschlossen werden kann.

Reizmagen: Das sind die Symptome

Ein Reizmagen tritt meist nicht von heute auf morgen auf, sondern entwickelt sich schleichend. Die Symptome können entweder über einen Zeitraum von drei Monaten oder länger anhalten oder immer wiederkehren. In einigen Fällen zeigen sie sich nach seelischer Belastung oder dem Verzehr bestimmter Lebensmittel.

Anzeichen, die auf einen Reizmagen hindeuten können, sind:

Reizmagen: Wie lässt er sich behandeln?

Prinzipiell ist ein Reizmagen nicht gefährlich, er kann Betroffene im Alltag aber sehr belasten und einschränken. Manchmal wirkt er sich so stark auf das Essverhalten aus, dass normales Essen nicht mehr möglich ist. Hinzu kommt bei vielen Betroffenen die Angst, dass sich doch eine schwerwiegende Krankheit hinter den Symptomen verbergen könnte, etwa ein Magengeschwür oder Magenkrebs.

Konnte der Internist in einer ausführlichen Anamnese und Untersuchung (zum Beispiel mittels Ultraschall, einer Magenspiegelung und einer Blutuntersuchung) keine körperliche Ursache feststellen, wird er eine Ernährungsumstellung empfehlen. Möglicherweise stecken auch Medikamente, die sich auf die Verdauung auswirken, hinter den Beschwerden und eine Anpassung der Arzneimittel-Einnahme ist nötig. Bei Schmerzen im Oberbauch und Sodbrennen kann er auch bestimmte Medikamente wie Säurehemmer oder Mittel, die die Magen-Motorik anregen, verordnen.

Da zwischen Verdauungstrakt und Psyche ein enger Zusammenhang besteht, lohnt es sich außerdem, seelische Belastungen ausfindig zu machen und wenn möglich aus der Welt zu schaffen. Helfen können dabei zum Beispiel Sport, Entspannungstechniken oder eine Psychotherapie. Auch Rauchen, Alkohol und Übergewicht wirkt sich negativ auf die Verdauung aus und sollte vermieden werden. Zur Rauchentwöhnung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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