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Schilddrüsenunterfunktion: Gefahr einer Fehlgeburt in der Schwangerschaft ist größer

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Eine Hypothyreose kann in der Schwangerschaft zu schweren Schäden beim ungeborenen Kind und einer Fehlgeburt sowie Frühgeburt führen.

Kleines Organ mit großer Wirkung – die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ im menschlichen Körper, das durch seine Hormone wesentliche Wachstumsprozesse und den Grundumsatz sowie Energieverbrauch des gesamten Organismus steuert. Schilddrüsenhormone regulieren den Blutdruck und Herzschlag sowie die Nieren- und Darmfunktion.

Laut Deutsches Schilddrüsenzentrum kann sowohl eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) als auch Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) die Empfängnis negativ beeinflussen und dazu führen, dass eine Frau nicht schwanger wird. Tritt eine Schilddrüsenerkrankung während der Schwangerschaft auf, kann dies schwere Folgen für das ungeborene Kind haben.

Schilddrüsenunterfunktion: Achtung bei Kinderwunsch und Schwangerschaft

Schwangere Frau hält sich auf Wiese den Bauch.
Bei Erkrankungen der Schilddrüse steigt das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Fehlgeburten sowie Frühgeburten. © David Munoz/Imago

In Deutschland leiden ca. fünf von 100 Menschen an einer Schilddrüsenunterfunktion. Frauen und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen. Möchte eine Frau schwanger werden oder ist es bereits, sollten stets die Schilddrüsenwerte vom Frauenarzt kontrolliert werden. Liegt eine Erkrankung der Schilddrüse vor, wird der Arzt weitere Schritte überlegen und empfehlen – möglicherweise wird er die betreffende Frau auch krankschreiben. Den Grund der Krankmeldung muss die Patientin ihrem Arbeitgeber nicht mitteilen.

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Die Schilddrüse bildet wichtige Hormone, die den gesamten Stoffwechsel des menschlichen Körpers beeinflussen. Um die Hormone bilden zu können, benötigt die Schilddrüse besonders Jod als Grundstoff. Ohne Jod können die entscheidenden Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) nicht gebildet werden. Die Folge kann dann eine Schilddrüsenunterfunktion oder aber Schilddrüsenüberfunktion mit entsprechenden Symptomen und Folgeerscheinungen sein.

Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft: Höheres Risiko für Fehlgeburt

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich nicht nur durch Hauterscheinungen wie Juckreiz bemerkbar machen oder gar eine Depression zur Folge haben. Während einer Schwangerschaft kann die Unterfunktion der Schilddrüse neu auftreten und ohne Therapie zu schweren geistigen und körperlichen Schäden des Fötus führen (Kretinismus). Häufig steckt eine Autoimmunthyreoiditis – eine Autoimmunerkrankung, die sich gegen die Schilddrüse richtet – vom Typ Hashimoto dahinter, wie es gemäß Deutsches Schilddrüsenzentrum heißt. Bei Erkrankungen der Schilddrüse steigt das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Fehlgeburten sowie Frühgeburten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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