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Kranke Schilddrüse: Viel Zucker und Kohlenhydrate fördern chronische Entzündung

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Übermäßiger Konsum von Zucker und Kohlenhydraten kann chronische Entzündungen und Krankheiten wie Hashimoto, Diabetes und Morbus Crohn fördern.

Chronische Entzündungen, beispielsweise Diabetes, Arthrose, Rheuma, Akne, Morbus Crohn sowie Colitis ulcerosa können nachweislich durch die Ernährung beeinflusst werden. Ungesunde Ernährung kann entzündliche Prozesse im Körper fördern, gesundes Essen hingegen Entzündungen lindern, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland mehrere Millionen Menschen an chronisch entzündlichen Erkrankungen leiden. Der Schweregrad der Entzündung wird durch zuckerhaltige Lebensmittel sowie Kohlenhydrate begünstigt.

Diabetes-Risiko: Wer viel Zucker und Kohlenhydrate isst, fördert chronische Entzündungen im Körper

Frau isst zuckerhaltigen Muffin
Zucker begünstigt chronische Entzündungen, beispielsweise der Schilddrüse, wie Forscher herausgefunden haben. (Symbolbild) © Jose Carlos Ichiro/Imago

Hoher Konsum von Zucker und Kohlenhydraten erhöht das Risiko nachweislich, Autoimmunerkrankungen zu entwickeln. Dabei greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe oder ein Organ an, wodurch neben Diabetes auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie eine chronische Schilddrüsenentzündung (Hashimoto) entstehen können.

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Dies konnten Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Martin Väth der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in einer Studie bestätigen: Kohlenhydrate können krankmachende Funktionen bestimmter Zellen des Immunsystems aktivieren und kalorienreduzierte Ernährung hingegen wirkt sich positiv auf die Immunerkrankungen aus. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht.

Chronische Entzündungen mit Zitronensäure und Hibiskus therapieren?

Die Forscher konnten durch Ihre Untersuchungen auch neue Ansätze für eine zielgerichtete Therapie bei Autoimmunerkrankungen aufzeigen, wie es aus einer Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hervorgeht. Dafür konzentrierten sie sich auf eine Gruppe von Zellen des Immunsystems: T-Helferzellen vom Typ 17, auch Th17-Lymphozyten genannt sowie Acetyl-Koenzym A. Von ihnen wird vermutet, dass sie eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Entzündungsvorgängen im Körper spielen. Prof. Väth und sein Team stellten fest, dass das Azetyl-KoA in Th17-Immunzellen die Aktivität verschiedener Genabschnitte im Zellkern regeln kann und auf diese Weise direkten Einfluss auf die Aktivität entzündungsfördernder Gene nimmt.

Beispielsweise könne Zitronensäure beziehungsweise das Nahrungsergänzungsmittel Hydroxycitrat, das auch zur Behandlung von Übergewicht eingesetzt wird, die krankmachenden Funktionen der Th17-Immunzellen verhindern und dadurch entzündlich-pathologische Prozesse im Körper reduzieren, wie es weiter in der Pressemitteilung der JMU heißt.

Hydroxycitrat ist ein Derivat der Zitronensäure, das in einer Vielzahl tropischer Pflanzen vorkommt, darunter Garcinia cambogia und Hibiscus sabdariffa. Garcinia cambogia ist eine Frucht aus Südostasien, die einem kleinen Kürbis ähnelt und hellgelb bis grün ist. Bei Hibiscus sabdariffa handelt es sich um die tropische Pflanze Roselle, in Afrika beheimatet, die zur Herstellung des bei uns bekannten Hibiskustee oder Malventee verwendet wird. Auch Süßspeisen, Limonaden, Marmeladen oder sogar Likören wird diese Frucht mit dem guten Geschmack und einer angenehmen Säure beigesetzt.

Chronische Entzündungen bekämpfen: Setzen Sie auf Zink und Vitamine

Unsere Ernährung und bestimmte Nahrungsmittel und deren Inhaltsstoffe können also helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Teil einer entzündungshemmenden Ernährung sind bestimmte Vitamine und Spurenelemente wie Zink, was nachweislich das Risiko für Diabetes, Rheuma und chronische Darmentzündungen reduzieren kann.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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