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Schilddrüse: „Heiße Knoten“ können Überfunktion verursachen

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Von: Judith Braun

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Sogenannte „heiße Knoten“ können eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen. Ihren Namen erhalten sie durch ein spezielles Diagnoseverfahren.

Wer unter einer Schilddrüsenüberfunktion leidet, bei dem läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Der Grund dafür ist, dass die Schilddrüse einen Überschuss an Schilddrüsenhormomen produziert, was den Stoffwechsel anheizt. Dabei zeigt sich die Krankheit durch verschiedene Symptome. Es gibt mehrere Warnzeichen, die man deshalb kennen sollte. Betroffene können unter anderem unter Juckreiz und Hautrötungen leiden. Ausgelöst werden kann die Überfunktion durch sogenannte „heiße Knoten“.

Schilddrüse: „Heiße Knoten“ können Überfunktion verursachen

Zwei Hände tasten Hals einer Patientin ab
Ein „heißer Knoten“ kann zum Beispiel aufgrund von Jodmangel entstehen und eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen. © ryanking999/IMAGO

Laut der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie können sogenannte „heiße Knoten“ eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen. Diese sind in der Regel gutartig. „Schätzungen zufolge haben mindestens 30 Prozent der Deutschen Schilddrüsenknoten“, erklärt Professor Jochen Kußmann, Schilddrüsenspezialist am Endokrinen Zentrum der Schön Klinik Hamburg Eilbek, gegenüber der Apotheken Umschau Online. Bei heißen Knoten handelt es sich um Bereiche, die im Gegensatz zu anderen Arealen mehr Hormone bilden. „Kalte Knoten“ hingegen sind Bereiche, die nur noch wenige oder gar keine Hormone mehr produzieren.

Die Bezeichnung „heiß“ oder„kalt“ bezieht sich allerdings nicht auf Temperaturunterschiede. Die Namen haben die Knoten von dem speziellen Diagnoseverfahren, der sogenannten Szintigrafie. Dafür nimmt der Patient eine schwach radioaktive Substanz zu sich, die von den Schilddrüsenzellen aufgenommen werden. Die Schilddrüse wird anschließend im sogenannten Szintigramm abgebildet. Die Bereiche, die aktiver sind als andere und mehr Hormone produzieren, nehmen mehr radioaktive Substanz auf und erscheinen auf dem Bild in warmen Farbtönen von orange bis rot. Deshalb wird dieses Areal „heißer Knoten“ genannt. Weil weniger aktives Gewebe auch weniger von der Substanz aufnimmt, erscheinen die Bereiche auf dem Bild in blau oder violett, daher der Name „kalter Knoten“.

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Schilddrüsenüberfunktion: Wie sie entsteht, wenn die Ursache ein „heißer Knoten“ ist

Entstehen können „heiße Knoten“ durch einen Jodmangel. Wenn die Schilddrüse zu wenig Jod erhält, bildet sie auch weniger Schilddrüsenhormone. Um das Jod besser zu verwerten, steigern die Zellen ihre Aktivität. Liegt nur ein „heißer Knoten“ vor, wird dies „unifokale Autonomie“ genannt. Bei mehreren „heißen Knoten“ spricht man von „multifokaler Autonomie“. Eine Schilddrüsenüberfunktion entwickelt sich daraus meist langsam und ist erkennbar am Absinken des TSH-Wertes im Blut. Der TSH-Wert ist der wichtigste Laborwert zur Untersuchung der Schilddrüsenfunktion. An Veränderungen des TSH-Wertes kann der Arzt erkennen, ob beispielsweise eine Unterfunktion oder Überfunktion vorliegt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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